Soen - Lotus

Review

Soundcheck Februar 2019# 3 Galerie mit 20 Bildern: Soen - live in Berlin 2017

Eine kupferfarbende Pyramide auf dem Cover. Als Sinnbild des sechsten Sinnes. Als Sinnbild für eine größeres Bewusstein, ein Sinnbild dessen, was sich SOEN in den letzten Monaten ausgesetzt haben. Eine pure Konfrontation mit der Bitterkeit der heutigen Zeit. Aber auch eine Konfrontation mit den eigenen Emotionen. Verpackt, gesammelt, in neun Songs, mit dem bezeichnenden Namen „Lotus“. Wie die Fähigkeit, einer Lotusblüte, Wasser von sich abperlen zulassen, will der Nachfolger von „Lykaia“ und „Lykaia Revisited“ mit Stärke und Schönheit spielen. Und vielleicht auch punkten?

SOEN: Lichtstrahlen in Dunkelheit

Sicher ist nicht von der Hand zu weisen, das mit Einsatz des neuen Gitarristen Cody Ford sich auch Veränderungen im Sound der progressiven Schweden ergeben haben. Diese sind jedoch eher maginär. Im Vergleich zum Vorgänger sickert die Gitarre öfter durch und übernimmt die Führung, dies ist jedoch ein Zugewinn und untermauert bei einem Track wie „Lotus“ angenehm dessen anklagend, verzweifelte Atmosphäre. Und das mit einem satten Klangbild, der seinesgleichen sucht und so schnell nicht finden wird. „Lotus“ zeigt sich für mich als Rohdiamant, der nach mehrmaligen Hören immer mehr mit den Lichtstrahlen in einer eher düsteren Grundstimmung zu spielen beginnt.

„Lotus“: Das Upgrade

„Lykaia“ sollte eine Art Abschluss sein und dennoch wirkt „Lotus“ wie eine Weiterführung dessen, ein Upgrade 2.0. Auf unverkrampfte Weise wandern SOEN durch ihre weiterhin sehr komplexen Songstrukturen, schaffen dabei sogar fast charttauglich, eingängige Songs, wie zum Beispiel ein „Martyrs“, das sich sofort ins Ohr dreht und bleibt. Die Schweden öffnen sich mehr und mehr, die gutplatzierten Breaks, teilweise mit leisen Piano- oder Gitarrenklängen untermalt, setzen Ekelöfs ohnehin schon spezielle, durchdringende Stimme gekonnt in den Fokus. Gänsehautmomente garantiert.

„Convenant“ zeigt sich dafür etwas kantiger, obliegt eindeutig dem beeindruckenden Drumming von Martin Lopez. Der Track beweist seine Stärke durch starke, progressive Elemente und schnelleren Vocalparts, die in einem satten, sich platz machenden, berauschenden Refrain, ausufern.

Fragile Stärke

Sensibel und zerbrechlich wirkend, wie hauchdünnes Eis und dennoch glasklar und einschneidend, bewegen sich SOEN in ihrem energetisch, fesselnden Werk. „Lotus“ hat Stärke ohne aufdringlich zu sein, hat Schwäche ohne sich zu verlieren. Genau das wird dem zuhörendem Ohr überlassen, und dieses verliert sich nur allzu gerne innerhalb der homogenen Klangwelt, die SOEN mit „Lotus“ geschaffen haben. Irgendwo zwischen anprangernden Tatsachen der heutigen Misstände auf diesem Planeten und der aufgezeigten Möglichkeiten, sich diesem ständig zur Wehr zu setzen, sich gerade jetzt größer und stärker und sichtbarer zu machen, greift „Lotus“ auf songwriterischer Ebene nach den Wurzeln allen Übels, wächst mit mannigfaltigen Kompositionen über sich hinaus und lässt dich tiefer sinken, tiefer versinken und baden in einem Fluss intensiver, progressiver Melodien, die auf technisch hohen Niveau in die Form eines Rohlings gepresst wurden.

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23.01.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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