Stream of Passion - Embrace The Storm

Review

Mit Stream Of Passion hat Arjen Anthony Lucassen ein weiteres Projekt aus der Asche gezogen und versucht sich diesmal statt einer Auswahl verschiedener Sänger mit einer richtigen zusammengestellten Band. ‚Fein‘, denkt sich der Fan, ‚dann gibt’s garantiert auch ne ordentliche Tour dazu‘, und zumindest in diesem Punkt wird man vom sympathischen niederländischen Gitarristen nicht enttäuscht. Beim Anhören des Materials jedoch kann man den Gedanken nicht verdrängen, dass die Entstehungsgeschichte von ‚Embrace the Storm‘ weitaus spannender ist als die Songs selber.
Der Grundstein für diese Band wurde bereits mit AYREONs letzter Rockoper ‚The Human Equation‘ gelegt. Die mexikanische Sängerin Marcela Bovio gewann einen kleinen Wettbewerb, in dem Arjen seine Hörer ermutigte ihm ein paar Gesangsausschnitte zu schicken um so vielleicht an eine kleine Gastrolle zu gelangen. Für Marcela war es der große Wurf – sie heimste als Ehefrau des Protagonisten ne Menge Aufmerksamkeit ein und durfte sich fortan als vollwertiges Mitglied der Arjen-Anthony-Lucassen-Familie (die zur Hälfte aus Katzen besteht) fühlen.
Die restlichen Bandmitglieder wurden dann hauptsächlich im Internet gefunden, und komplettieren eine Gruppe die tatsächlich eine vollkommen andere Ausrichtung hat als die restlichen Truppen des Holländers. Soviel muss man ihm lobend anerkennen: Statt ‚Ayreon in Moll‘ ist ‚Stream of Passion‘ tatsächlich ein in sich geschlossenes Gothic Project, das rein stilistisch ner Menge Trend-Bands zeigen kann was man alles aus dem oft einfallslos interpretierten Thema ‚Rock in Grau‘ rausholen kann. Der Sound ist überraschend modern, das Schlagzeug groovt wie Sau, die Gitarren bratzen angenehm atonal und düster, und Marcela Bovio schlägt alle Sharon den Adels oder Sonia Porziers mit Leichtigkeit. Ebenfalls positiv hervorzuheben sind die tollen Klavierarrangements, die auch auf einem richtigen Flügel präsentiert werden und damit hörbar jedem Keyboard überlegen sind.
Dennoch fehlt es dem Album einfach an Biss. Zwar sind Kompositionen wie ‚Passion‘, ‚Calliopeia‘ oder ‚Out in the Real World‘ wirklich ordentlich und liebevoll arrangiert, aber alles in allem ist ‚Embrace the Storm‘ einfach noch einen Tick zu gewöhnlich für ein Spitzenalbum wie man es von Lucassen gewöhnt ist. Um sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen reicht es nicht, aber für einen vergnüglichen Liveabend ist dennoch alles in bester Ordnung. Nichtsdestotrotz würde es mich nicht wundern wenn die meisten Besucher von ‚Stream of Passion‘ Konzerten eigentlich nur wegen der versprochenen Ayreon Songs kommen, die ebenfalls gespielt werden sollen…

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13.11.2005

Der metal.de Serviervorschlag

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