
Soundcheck Januar 2026# 12
Die instrumentalen Post-Metaller SYBERIA stehen mit ihrem fünften Studioalbum „Quan Tot S’apagui“ in den Startlöchern. Der Nachfolger zu „Statement On Death“ hat somit rund vier Jahre gedauert. Nachdem die letzten beiden Alben über Metal Blade Records erschienen waren, hat die Band ihr neues Zuhause bei Moment of Collapse Records gefunden. Eine weitere Neuerung ist, dass „Quan Tot S’apagui“ komplett auf Katalanisch gehalten ist. Texte im eigentlichen Sinn gibt es zwar nicht, doch am Ende des Albums findet sich eine lange Rezitation. Außerdem ergeben die Songtitel zusammengesetzt ein Gedicht.
SYBERIA setzen auf Spannungsbögen
„En la foscor una llum que brilla,“ startet mit grollenden Synths, die eine unheilvolle Atmosphäre heraufbeschwören. Es folgen minimalistische Effekte und eine reduzierte, melancholische Piano-Melodie. Genretypisch steigen SYBERIA langsam und mit einem ausschweifenden Spannungsbogen ein, der im Einsatz der vollen Instrumentierung seine Auflösung findet. Es wird nicht der letzte der Platte sein. Mit rasenden Passagen und andächtigen Momenten, die auf ganz unterschiedliche Weise große Wirkung erzielen, liefern SYBERIA ein Bilderbuchbeispiel des instrumentalen Post-Metals. Würde man CULT OF LUNA oder auch ALCEST und Co. und LONG DISTANCE CALLING versehentlich zusammen waschen, das Ergebnis würde nicht viel anders klingen.
„Quan Tot S’apagui“ gelingt das Storytelling
Nachdem der Opener und das darauffolgende „llampecs d’oblit d’uns records en vida,“ vollumfänglich überzeugt haben, lässt „Quan Tot S’apagui“ bei den nächsten beiden Stücken etwas nach. Das Level bleibt jedoch auch dort hoch, und „naixença d’una mort tranquil·la.“ punktet durch eine positiv-verträumte Grundstimmung und cineastische Erhabenheit. Insgesamt gelingt es SYBERIA, mit ihren sowohl durch die Titel als auch musikalisch miteinander verwobenen Tracks eine Geschichte zu erzählen.
Der Rausschmeißer „quan me’n vagi no em tanqueu els ulls.“ legt nochmal stark nach und setzt Highlights durch härtere Parts. Zum Abschluss folgt die eingangs erwähnte Rezitation, vorgetragen von einer sonoren Männerstimme. Für das fremdsprachige Ohr zugegebenermaßen nur wenig ergiebig, aber auch nicht störend. Für alle, die etwas Geduld aufbringen können, ist „Quan Tot S’apagui“ eine definitive Hörempfehlung.

Syberia - Quan Tot S´apagui
Angela































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