The Chant of Trees - The Chant of Trees

Review

Meditative Folk Metal, so bezeichnen THE CHANT OF TREES das Genre ihres gleichnamige Debütalbums. Eine Kombination, die sich beißt und schwierig zu meistern ist. Zahaah von der Band HIMINBJORG war der Initiator dieses neuen Projekts und verantwortlich für einen großen Teil der kreativen Umsetzung. Die beiden Künstler zeigen, wie wandelbar das Metal-Genre ist, weichen dabei jedoch etwas vom Kern ab.

THE CHANT OF TREES auf schamanischer Missionsreise

Zwischen exotischeren Instrumenten wie Aboès oder Bohas spielen Blechpfeifen, Mandolinen und knackige elektrische beziehungsweise akustische Gitarren im Einklang. Dazu gesellt sich eine träumerischer Stimme, die teils zum Sprechgesang überläuft. Das Intro schafft es durch ein langgezogenes Metalriff den versprochenen meditativen Charakter beizubehalten. Dabei erfolgt jedes mal ein Wechsel zwischen Erzählpassagen, unterlegt mit akustischen Gitarrenklängen und saftigen voluminösen Sounds.

Trotzdem gleichen die Songs sich nicht in dieser Struktur. Mal entführen THE CHANT OF TREES Hörende in eine stille Waldatmosphäre mit Flussgeplätscher, mal auf ein mittelalterlich angehauchtes Tanzspektakel. Wirklich Metal kristallisiert sich so nur punktuell und spezifisch bei gewissen Songs heraus. Wer also taktvoll seinen Kopf zu eingängigen Metalriffs bewegen möchte, findet hier eher weniger Anklang.

Der zweiteilige Longtrack, “The Boundless Seas“, stellt sich klar als Highlight heraus. Er erschafft nämlich genau die Melodik, die unter dynamischen Progressive Folk Rock zu verstehen wäre. Denn THE CHANT OF TREES verpassen den angepriesenen Metalaspekt. Vor allem überragt der meditative Anteil, der durch den Spoken-Words-Einfluss schon stark an diverse Entspannungsmusik erinnert. Bezogen auf den Sound macht dieser eher Sprünge zu MYRKURs bislang letztem Album “Folkesange“.

THE CHANT OF TREES spielen am Ziel vorbei, treffen dafür aber ein anderes

Trotzdem stecken in dem Werk viele Ideen und Melodien. “War Day“ überrascht hier nochmals. gerade weil zum Songende ein kleines bisschen Black Metal die Atmosphäre aufbricht. Auch die verwegene Darbietung in “Shaman“ kreiert Gänsehaut. Ab und zu schleicht sich auch ein kleiner Dialekt ins Englische ein, was aber nicht wirklich störend wirkt.

Nur leider verliert das Werk zum Schluss an Spannung, auch wenn das akustische Gitarrenspiel versucht, noch so viel Stimmung wie möglich aufrechtzuerhalten.

Eine unkonventionelle Entspannungsform

Natürlich ist die Genreauslegung gerne mal ein Streitthema für sich. Doch in dem Falle verfehlt das Duo etwas sein Ziel. Dennoch steckt viel Potenzial in dem Projekt, zumal gerade der Longtrack einen Hördurchgang wert ist. Trotzdem sollte im Hinterkopf bleiben, dass die Combo anscheinend ihren Fokus nicht auf brachialen Metal setzt, sondern zum Großteil den Ball relativ flach hält.

21.02.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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