Transilvania - Magia Posthuma

Review

Soundcheck März 2026# 13

Die schwedischen Black-Thrasher von HELLBUTCHER waren in der abgelaufenen Festivalsaison nicht selten eines der Highlights. Unter anderem durch die hohe Schlagzahl an Gigs, hat sich die Truppe um den ehemaligen NIFELHEIM-Fronter eine spürbare Routine angeeignet – manchmal ein wenig auf Kosten des Drecks unter den Fingernägeln. Hier kommen die Österreicher von TRANSILVANIA ins Spiel, die mit ihrem dritten Album „Magia Posthuma“ dieselbe spielerische Raffinesse aus dem Körper einer schmutzigen Alkoholleiche zu Tage fördern.

Spielerisch raffinierte Alkoholleiche

Das Songwriting der Innsbrucker ist ausgeklügelt und die langen Tracks stets mit einem nachvollziehbaren Spannungsbogen versehen. Während die o.g. Schweden eher die geradlinigen Fistraiser bemühen, gehen TRANSILVANIA subtiler an die Sache heran, vermögen aber durch die markanten Gitarren von O. von Schwarzenberg und S.Belus den Wiedererkennungswert in den richtigen Momenten hochzufahren. Mit „Thrall“ oder „Set The Tombs On Fire“ kann „Magia Posthuma“ aber auch kompromisslos auf die Zwölf, während der Titeltrack mit seinem okkulten Rhythmus gar an WATAIN erinnert.

Wie schon auf dem Vorgänger „Of Sleep And Death“ hat das Quartett allerdings noch deutlich mehr zu bieten. Von obskuren Akustik-Interludes über Riffing, welches der 80er-NWOBHM entlehnt sein mag, bis hin zu okkultem Rock, inspiriert aus den Schatullen obskurer Siebziger-Madness, bringen TRANSILVANIA vielschichtige Einflusssphären mit, ohne den Kern aus bösartigem Black-/Thrash zu verlieren.

Black-Thrash, NWOBHM und Siebziger-Madness

Das unterstreicht P.Cachtice am Mikrophon genauso, dessen Hauptgesangslage ebenfalls mit dem bereits genannten Hellbutcher kokettiert, doch zwischendurch immer mal wieder verhallte Schreie aus den Untiefen des Denkbaren, mit denen z.B. SULPHUR AEON ebenfalls ihrem marinen Unbehagen Ausdruck verleihen.

„Magia Posthuma“ zeigt letztlich eindrucksvoll, wie vielfältig das Genre im Jahr 2026 sein kann und dass man sich längst mehr auf ausgenudelte Slayer-Riffs mit Keifgesang beschränken muss. Hier verschmelzen abstoßend schaurige Atmosphäre, eine breite Arrangementpalette und Einflüsse aus diversen Subgenres zu einem gleichzeitig nachvollziehbaren wie wirkungsvollen Ganzen. Und das, ohne dass diese gewisse Feingeistigkeit irgendwie an der Diabolik des Albums rüttelt.

05.03.2026

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