Under Aspect - The Things You Should Not See

Review

Na UNDER ASPECT sind aber mal kreativ und packen ihre neu Scheibe flugs in die Schublade Post-Hardcore. Clever,  wenn ich bedenke, dass man damit vermutlich den Einen oder Anderen Neugierigen sogar zum Reinhören bewegt – doch dieser wird schon mit den ersten Tönen von „The Things You Should Not See“ eine ziemlich Überraschung erleben: UNDER ASPECT spielen nun wirklich nicht das, was das Etikett verspricht. Denn nur weil ein paar Stakatto-Riffs und Breakdowns mit von der Partie sind, ist’s nicht zwangsläufig irgendwas mit Core!

Bei den Angaben der Einflüsse sieht es da aber schon zielführender aus: Miit DEFTONES und KORN nähert man sich dem eigentlichen Sound nämlich zielführender an. Klar, der Moderne Alternative Metal der Burschen hat seine Core-Schübe, ist aber die meiste Zeit über näher am Nu Metal als an etwas anderem. Das ist nicht weiter dramatisch, auch wenn UNDER ASPECT den Funken leider nicht wirklich zum Lodern bringen. Zu sehr denkt man in altbekannten Schubladen aus abgehacktem Songwriting, Geschrei und Klargesang, Melodie und Riff-Attacken – ziemlich vorhersehbar. Immerhin sind die Kanadier stets bemüht, Energie zu entwickeln und auch die häufig klar gesungenen Parts gehen durchaus klar – lassen aber die ganz großen Emotionen vermissen. Ist der Opener „Yesterday’s Prayers“ noch ziemlich knackig, schleichen sich im weiteren Verlauf von „The Things You Should Not See“ eine ganze Menge Längen ein. Gründe dafür sind schnell gefunden, der Übergang zwischen harten Momenten und den sanften, ja zeitweise an Emocore erinnernden Parts funktioniert nicht und hat was von Brechstange – gibt „Broken Family“ in seinen kräftigen Momenten noch ordentlich Gas, verklumpt das Gejaule plus Gähn-Melodie zu einem bittersüßen Klumpen Langeweile.

Wie war das mit Fisch und Fleisch? Genau, beides geht nicht und das gilt scheinbar auch für UNDER ASPECT, die auf ihrem dritten Album zu viel wollen und sich vielleicht doch lieber straightem Metalcore hätten zuwenden sollen – diese Momente auf „The Things You Should Not See“ sind zwar auch nur im besseren Mittelfeld zu Hause, machen aber wenig Spaß. Andererseits, das gilt auch für einzelne Alternative-Metal-Parts (z.B. in „What Does It Mean“), nur die Kombi gibt so gar nichts her – und das schon beim dritten Album. Da habe ich wenig Hoffnung, dass hier noch mal ein Kracher-Album bei rumkommt.

04.05.2014

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