Vexed (UK) - Culling Culture

Review

Die britische Alternative-Metal-Band VEXED zählt derzeit zu den vielversprechendsten und spannendsten Newcomern der Szene. Ihr Debütalbum „Culling Culture“ vereint rohe Brutalität mit einer gewissen urbanen Note und hebt sich so von anderen Bands des Genres ab.

Die perfekte Balance zwischen Aggression und Atmosphäre

VEXED bedienen nicht bloß irgendwelche Erwartungen, sondern schafft es mit „Culling Culture“ die perfekte Balance zwischen Aggression und Atmosphäre herzustellen. Mit dem Intro kündigt sich die Härte des Albums an und so wird der Zuhörer mit tiefgestimmten, langsamen Gitarren und einem herzlichen „BLEGH“ begrüßt. Der darauffolgende Song „Hideous“ schließt sowohl musikalisch als auch thematisch an das Intro an. Der aggressive Sound der Rhythmusfraktion und die brachialen Shouts der Sängerin werden im Refrain durch brillante Cleanvocals ergänzt. Das elektronische Outro des Tracks erinnert mitunter an LINKIN PARKs urbanen Sound und bringt eine besondere Komponente ins Spiel.

Ein Album mit zwei Seiten

VEXED Sängerin Megan Targett beweist mit ihrer Performance, dass sie nicht nur eine grandiose Shouterin ist, sondern viele verschiedene Gesangstechniken beherrscht und mit Sängerinnen wie Tetjana Schmajljuk von JINJER mehr als mithalten kann. Besonders präsent sind in erster Linie ihre tiefen Growls, welchen in Songs wie „Fake“ oder „Weaponise“ mit Rap-Elementen eine besondere Dynamik verliehen wird.

Dynamisch ist „Culling Culture“ in vielerlei Hinsicht. „Drift“ stellt dahingehend einen Wendepunkt des Albums dar. Es handelt sich hierbei um einen Track, der keine Vocals braucht, um zu begeistern. Der Titel ist passend gewählt, denn beim Hören schwebt man durch die Komposition und der elektronische Lo-Fi-Beat führt perfekt in den zweiten Teil des Albums ein. Dieser beginnt mit dem Track „Aurora“ zunächst ruhiger und atmosphärischer. Der letzte Song wiederum vereint die beiden stilistischen Teile des Albums, denn „Lazarus“ fängt ruhig und melodisch an, nur um dann zu explodieren.

„Culling Culture“ befasst sich mit dem Phänomen der Cancel Culture

Das VEXED ihrem Debütalbum nicht nur musikalische Tiefe verliehen haben, wird schon mit dem Titel angedeutet. Thematisch befasst sich das Album mit dem Phänomen der öffentlichen Ächtung, also der Cancel Culture. Mit Songs wie „Epiphany“ möchten VEXED die Botschaft vermitteln, den Selbsthass hinter sich zu lassen, um dadurch stärker zu werden.

Wie schwer es sein kann, den Hass zu überwinden, zeigt sich mit Tracks wie „Narcissist“ und „Weaponise“. Die Düsternis des Albums spiegelt sich nicht nur in dem rohen und brutalen Sound der Band wider, sondern wird durch die Texte regelmäßig unterstrichen.

VEXED liefern ein grandioses Debüt

VEXED ist ein Name, den man im Kopf behalten sollte. Die Newcomer aus dem UK bieten mit ihrem Debütalbum „Culling Culture“ einen Hörgenuss für Fans von Bands wie JINJER oder WHITECHAPEL. Wer auf rohen Alternative-Sound steht, der vor Brutalität und Tiefgang nur so strotzt, hat mit VEXED eine Band gefunden, die genau das zu bieten hat. Es bleibt spannend, wie sich VEXED im Laufe der Zeit weiterentwickelt, denn dieses Album wird die Karriere der Band definitiv prägen.

Text: Luisa Knauß

03.05.2021

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