Wintermond - Desiderium

Review

Es ist ja manchmal schon eine Crux mit dem Gothic Rock – entweder hat man es mit einem ordentlich angestaubten und einfach völlig ausgelutschten Sound zu tun und wenn nicht, dann hakt es an anderer Stelle. So auch im Fall von WINTERMOND, die mit „Desiderium“ ihr Erstlingswerk vorlegen und das von Bruno Kramm (DAS ICH) gemastered wurde.

So sind WINTERMOND soundtechnisch durchaus im 21. Jahrhundert angekommen und man kommt auch nicht in den zweifelhaften Genuss der handelsüblichen SISTERS OF MERCY-Gedächtnisgitarren. „Deine Welt“ eröffnet das Album mit treibenden Gitarrenriffs und legt den Schwerpunkt zunächst mehr auf den Bereich „Rock“ statt „Gothic“. Sobald dann allerdings die männlich-weiblichen Vocals von Frontmann Didic und Sängerin Gabrielle hinzukommen, macht sich dann doch ein gewisses „Gothic“-Feeling breit. Jedoch schon beim Opener beschleicht einen das Gefühl, als könnten diese Vocals mit fortschreitendem Verlauf noch zu einem kleinen Problem werden…

Die Songs auf „Desiderium“ werden auch im weiteren Verlauf dann durchgehend in deutscher Sprache vorgetragen und auch die beiden folgenden Tracks „Kalte Schönheit“ & „Narbenkind“ sind insgesamt betrachtet eine eher rockige Angelegenheit. Dass die Songs zum Auftakt von ihrem Aufbau her ziemlich ähnlich gestaltet sind, kann man einigermaßen gut verkraften und so ist das alles musikalisch betrachtet eine recht solide Angelegenheit ohne besondere Höhen und Tiefen – wenn da nicht die Vocals immer wieder von gewissen Unstimmigkeiten geprägt wären. Zum einen treffen Didic & Gabrielle nicht immer hundertprozentig alle Töne, zum anderen ist aber auch das Zusammenspiel zwischen den beiden stellenweise etwas „unharmonisch“ und somit eine mitunter anstrengende Angelegenheit. Dieses Problem zeigt sich auch bei ruhigeren Songs wie „Geisterliebe“ und „Sternenkönigin“, die zwar mit viel Leidenschaft präsentiert werden, aber gesanglich an manchen Stellen an ihre Grenzen stoßen.

So ist „Desiderium“ ein solides Debütalbum, das allerdings noch mit der ein oder anderen Kinderkrankheit zu kämpfen hat. Kann die Band diese bis zum nächsten Album ausmerzen, könnte man von WINTERMOND in der Zukunft eventuell noch einiges erwarten. (Gothic) Rock-Fans mit erhöhtem Interesse an Newcomern ihres Lieblingsgenres sollten dem Album dennoch seine verdiente Chance geben.

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19.02.2010

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