Krater - Phrenesis

Review

Galerie mit 15 Bildern: Krater - De Mortem Et Diabolum 2023 in Berlin

KRATER überraschen immer wieder mit ihrer Experimentierfreude. Mit ihrem neuesten Album „Phrenesis“ stellen die Underground-Urgesteine ein Konzeptalbum vor, das den psychologischen Wahn thematisiert.

KRATER – zu gut, um schlicht zu sein

Auch wenn sich die Band als Schüler des klassischen, brutalen Black Metal versteht, hat sie diesen Anspruch schon vor langer Zeit weit übertroffen – und das ist auch gut so!

„Phrenesis“ bietet sieben Songs voller technischer Raffinessen. Der Opener „Hopesmoker – Celestial Apex“ startet mit einem kurzen Drumintro und geht zu schnellen Akkorden über, die von der Leadgitarre vorangepeitscht werden. Trotz des mitunter hohen Tempos nimmt sich die Platte Zeit für gut gesetzte Breakdowns und doomige Passagen. In diese Parts mischen sich auch an Gothrock erinnernde Vocals.

Songs wie „Schattengeister“ starten mit kräftigem Geknüppel, das durch die Versiertheit der Musiker niemals ungekonnt oder gehetzt wirkt. Dazu kommt ein gut gesetztes Keyboard als finale Würze.

KRATER bieten auf „Phrenesis“ Songs voller Abgründe – mit kaum Luft nach oben

Highlights sind ganz klar die Stücke „Splitter“ und „Once – Into The Endless Void“. Ersteres baut eine so düstere Atmosphäre auf, dass selbst Sigmund Freud sich wieder in den Schoß seiner Mutter zurückwünschen würde, während das zweite Lied von einem ansteckenden Groove über Goth-Rock-Gesang bis hin zu doomigen Abschnitten wandert. Ein wilder Ritt für die Ohren, der mit dem titelgebenden Song „Phrenesis“ einen würdigen Abschluss hat.

All das Können der Band wäre aber nur halb so stimmig, wenn ein anderer Sänger als Abortio die Vocals aufgenommen hätte. Sowohl seine High-Pitch-Parts als auch das selten eingesetzte Growling triefen vor Weltschmerz, Apathie und Nihilismus, was perfekt ins Konzept passt.

Mit „Phrenesis“ kommen KRATER dem Underground-Olymp näher

Alles in allem ist das Konzept von „Phrenesis“ rund und klar erkennbar. Die Platte fühlt sich wie eine Ausstellung des polnischen Künstlers Zdzisław Beksiński an: Morbide Neugier lockt den Konsumenten in eine Welt irgendwo zwischen Kleinhirn und Unterbewusstsein, wo er dann auf Schatten trifft, die er sich niemals hätte erträumen lassen.

KRATER beweisen wieder einmal, dass sie ihren Titel als „Könige des Undergrounds“ verdienen, und es wäre nicht verwunderlich, wenn künftige Musikergenerationen das Album als prägenden Einfluss erwähnen würden.

Review von C.E. Wild

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08.06.2024

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