Zeraphine - Kalte Sonne

Review

Nachdem kurze Zeit dieses neue Projekt von Sven Friedrich und Norman Selbig, beide ehemals tätig bei den Dreadful Shadows, unter dem Namen Helix firmierte, hat man sich nun in Zeraphine umbenannt und nun endlich seine Kompositionen in Form eines Debüts veröffentlicht. Ehrlich gesagt wäre es um die wunderschöne Stimme von Sven Friedrich auch Schade gewesen, wenn sie sich nicht mehr hätte gesanglich betätigen dürfen. Allerdings lässt der Kontext doch sehr zu wünschen übrig. Zum einen dürfte jeder Dreadful-Shadows-Fan sich nicht richtig mit KALTE SONNE wohlfühlen, zu simpel und oberflächlich sind die Stücke geraten und können nicht mit der Vielschichtigkeit eines Albums wie BURIED AGAIN mithalten. Schritte in die kommerziellere Richtung waren ja bereits auf THE CYCLE zu attestieren, welches zudem zeigte, dass sich die Band auf dem musikalischen Weg nach unten befand. Dort ist jetzt offensichtlich Sven Friedrich angekommen, denn mit platten deutschen Texten, billigen HIM-Versuchen und einfach zu wenig Gefühl, Atmosphäre und Geschick für ein solches Vorhaben versucht man den Hörer mit Klischées aus der Grufti-Mottenkiste, Ich-reim-dir-was-Texten und übertriebenem Pathos einzufangen. Lediglich „Licht“ kann wirklich so etwas wie Hitpotential vorweisen, der Rest schlurft vor sich hin und macht eigentlich keinen sehr gesunden Eindruck. Etwas mehr Substanz und Tiefe hätte ich mir bei diesem Album gewünscht und wenn man schon den HIM-Pfad begehen will, sollte man auch das Charisma (welches Svens Stimme ohne Frage durchaus erzeugen könnte) und die verführerischen Hits mitbringen, um es richtig zu machen. Das fehlt hier. Leider.

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28.05.2002

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2 Kommentare zu Zeraphine - Kalte Sonne

  1. Anonymous sagt:

    Zugegeben, mit den Dreadful Shadows bin ich nie so richtig warm geworden :). Ich kenne auch nicht wirklich viel von ihnen und habe sie nur live auf dem Herbstnächte Festival gesehen und das ganze konnte mich nur bedingt überzeugen. Auch mit dem Material von Zeraphine musste ich kämpfen. Die Musik war arg simpel und ich hatte teilweise das Gefühl, dass gegen die Musik anstelle mit ihr gesungen wird. Was mich dann mit der Band und ein wenig später auch der Musik versöhnt hat waren die Texte, die damals für mich sehr passend waren: "Du kannst nicht erleben, was Du nicht für möglich hältst / Willst nicht mal sehen, was Du nicht schon kennst / Würdest Du bemerken, was für Dich unerheblich ist / Könntest Du lieben und leben und sein". Leider machen allerdings gute Texte auf Dauer durchschnittliche Musik nicht wieder wett, weshalb die CD recht schnell nervt – so wie bei den Onkelz, die z.B. mit "Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt" sehr gute Texte vorweisen können, sich musikalisch aber in Gullihöhe bewegen. Schade um die Texte.

    7/10
  2. grimm sagt:

    bis auf *siamesische einsamkeit und *deine welt alles leider nur langweiliger durchschnitt. cover ist zudem kitsch pur, die texte gefallen mir aber sehr gut. das nächste mal ein bisschen mehr dreadful shadows und deutlich weniger kitsch und durchschnitt.

    6/10