ZIN - The Definition

Review

Die Leipziger ZIN sind mit einem neuen Album am Start, und der Titel soll wahrscheinlich auch die Devise der Band sein: die Definition. Konnte man sie mit ihrem Debütalbum noch locker neben PLACEBO einordnen, schickt sich das Quartett nun ernsthaft an, den eigenen Standpunkt etwas klarer zu umreißen, und sich von den geistigen Vätern zumindest etwas abzunabeln. Hört man nun „The Definition“, erkennt man bald, dass ihnen das auch recht gut gelungen ist. Das eher unscheinbare, ruhig gehaltene Intro gibt heimlich den Ton des Albums an – es wird nicht mehr einfach so geradewegs nach bekanntem Schema drauflos gerockt, Detailarbeit ist angesagt.

Doch bevor ZIN mit ihren neuen Ansprüchen mit der Tür ins Haus fallen, wird erstmal das singletaugliche „2010“ angestimmt, was besonders in der zweiten Hälfte gut ins Ohr geht. So nach dem Motto, „das sind ZIN anno 2010, hört genau hin!“ Mit „Hohenschönhausen“ gibt’s ein bisschen Zeigeschichte, außerdem einen schönen Kontrast zwischen melancholischen Zwischentönen und aggressiven Tanzparts. Mit „The Pilgrim“ packen sie nochmal richtig dick Butter aufs Brot und versuchen sich im Breitwandrock, während „Schizophrenia“ sehr elektroniklastig ausfällt.
ZIN bemühen sich redlich, ihr Spektrum auszuweiten und möglichst viele Facetten ihrer Musik offenzulegen. Auch wenn sie mit ihrer Melange aus Indie und Alternative Rock immer wieder im Fahrwasser vom Pop mitschwimmen, entfernen sie sich allmählich von geradlinigen, vorhersehbaren Strukturen. Und sie scheinen auch die einfühlsamere Seite der Band neu zu entdecken, wie die balladesken „Mondnacht“ und „She“ beweisen. Das Beste scheinen sie sich für den Schluß aufgehoben zu haben: „Swim!“ bringt das Album nach langer, gefühlter Ruhephase nochmal richtig in Schwung. Mit seinem lautstarken Finale wäre er kein schlechter Kandidat für eine Doppel-A-Seite.

Haben ZIN nun mit „The Definition“ also das Klassenziel erreicht? Auf jeden Fall setzen sie damit ein deutlicheres Achtungszeichen, als noch mit dem Debüt. Die Band hat in drei Jahren einen hörbaren Reifungsprozess durchlaufen, der sie wesentlich näher an eine eigene Note herangebracht hat – auch wenn Sänger Iven Cole immer noch sehr an Brian Molko erinnert. Aber das ist ja auch nichts Schlechtes.

24.10.2010

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