Black Spikes
Track-By-Track zu "Ydos"

Special

Heute veröffentlichen BLACK SPIKES ihr neues Album „Ydos“. Die zweite Platte der litauischen Band erscheint über Napalm Records und kommt dadurch bei einer breiteren Zuhörerschaft an. Da vermutlich wenig Hörer:innen perfekt Litauisch sprechen und die Texte der Band in der Landessprache gehalten sind, bekamen wir von ihnen ein Track-By-Track, das die Hintergründe der einzelnen Lieder offenbart.

„PASAKA“

PASAKA (dt. Märchen) dreht sich um die Macht, mit der uns Geschichten beeinflussen und kontrollieren. Durch sanftes Flüstern und verführerische Worte zieht die Stimme Hörende langsam in die Welt der Laster, bis es kein Zurück mehr gibt. Was erst wie eine einfache Geschichte klingt, wird zum Zauber, der einen an den Willen eines anderen bindet.

„MOTINA“

MOTINA (dt. Mutter). Hier beginnt die Geschichte von Ydos. MOTINA erzählt von der Geburt der Laster. In eine reine, unberührte Welt geboren sammeln sie ihre Kräft, bevor sie sich aufmachen, die Menschheit zu entdecken – sie sind zerbrechlich und auf der Suche, sie wollen glauben. Ihr Präsenz ist auf dem ganzen Album zu spüren und offenbart sich immer wieder durch süßes Flüstern, das ihren wachsenden Einfluss zeigt, während sie unterschwellig die Entscheidungen und das Schicksal der Menschen formen.

„MELAS“

In MELAS (dt. Lüge) geht es darum, zu hinterfragen, was uns über Leben und Tod beigebracht wurde. Der Song ergründet die Angst davor, herauszufinden, dass nach dem Tod vielleicht doch nichts mehr folgt, und wie diese Wahrheit verändert, wie wir das Leben betrachten. Es geht um Einsamkeit, Unsicherheit und die schwierige Möglichkeit, dass die Wahrheit keinen Trost bringt.

„MARA“

MARA (Dämon der überbordenden Neugierde) befasst sich mit dem Moment, in dem der Wunsch nach Erlebnissen stärker wird als unsere eigenen Grenzen und uns an Orte führt, die wir nie hätten betreten sollen. Der Song handelt auch von Menschen, die sich anders fühlen und nicht in die Gesellschaft passen, die so viel Schmerz und Schuldgefühle in sich tragen, dass sie das Bedürfnis verspüren, alles hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

„ZELVAR“

Der Song erzählt die Geschichte von ZELVAR – das ist der Name, dem wir dem Dämon der Gier gegeben haben, als er in die menschliche Welt tritt. In einem Palast versammeln sich jene, die von unbegrenzter Zielstrebigkeit eingenommen sind und nach immer mehr Reichtum, Macht und Status streben. Je mehr sie jedoch erlangen, desto stärker verstricken sie sich in sein Netz – hungrig und für immer unbefriedigt. Gier ist ein Laster, das die Seele gefangen hält, von dem Moment an, in dem man die Augen schließt und sich der Versuchung hingibt.

„REVANA“

REVANA ist der Name, dem wir dem Dämonen der Rache gegeben habe. Rache verspricht einen Abschluss, bringt jedoch häufig eine Fortsetzung. Die Geschichte wird fortgeführt anstatt beendet. Es gibt keinen Ausgleich – man bleibt miteinander verstrickt. Für das Musikvideo haben wir uns von den Hexenjagden inspirieren lassen, die im 17. Jahrhundert auch Litauen erreichten. Frauen, die durch Neugier hervorstachen oder nicht so leicht in die Gesellschaft passten, wurden fälschlicherweise der Hexerei bezichtigt und zum Tode verurteilt, was ihren Gemeinschaften Unglück brachte.

„APATIJA“

APATIJA (dt. Apathie). Die von litauischer Volksmusik inspirierten Lyrics erzählen die Geschichte einer Mutter, die auf ihren Sohn wartet, der ging und nie zurückkehrte. Durch ihr endloses Warten und die Trauer wollten wir zeigen, wie Apathie aus Schmerz erwächst, wenn wir aufhören, uns vorwärts zu bewegen und in der Vergangenheit gefangen bleiben. Die Rosen, die um sie herum wachsen, werden zum Symbol der Einsamkeit, Trauer und emotionaler Paralyse.

„AUREA“

Den personifizierten Stolz haben wir AUREA getauft. Er wächst in uns, wenn wir jung und schön sind, und wird schmerzvoll, wenn die Zeit vergeht und die Schönheit schwindet. Zu dem Song haben wir ein Musikvideo im beeindruckenden litauischen Museum für Ethnokosmologie gedreht.

„SENAS DEMONAS“

SENAS DEMONAS (dt. alter Dämon). Oft treffen wir Menschen, die trotz all der schönen Dinge, die ihnen das Leben geschenkt hat, keine Freude mehr darin sehen können. In diesem Song trifft ein alter Mann auf die Dämonen der Laster und erzählt ihnen, dass Freude nur eine Illusion ist, während Schmerz und Leid das wahre Leben ausmachen. Wir bleiben mit einer Frage zurück: Werden die Laster aus uns geboren oder bringt uns das Leben bei, zu ihnen zu werden?

„DULKĖS“

DULKĖS (dt. Staub). Als letzter Song von Ydos schließt DULKĖS das Märchen, indem alles zurück zu Staub zerfällt. Hier geht es um die kurze Dauer des menschlichen Lebens und was davon bleibt, wenn wir fort sind. Unsere Körper verschwinden, die Vergangenheit verblasst und die Zukunft gehört anderen. Doch der Staub trägt auch die Möglichkeit eines neuen Lebens in sich und erinnert uns daran, dass alles endet, nur um neu beginnen zu können. Im Staub leben wir ewig.

Galerie mit 30 Bildern: Black Spikes - Mutation Phase Tour 2026 in Lindau
Quelle: Black Spikes / Napalm Records
28.08.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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