Triosphere - Oceans Above, Stars Below

Review

Galerie mit 13 Bildern: Triosphere - Silverthorn European Tour 2012

Wenn man das Unwort „Female-Fronted-Metal“ benutzen möchte, dann waren TRIOSPHERE einer der besten Vertreter ihrer Zunft, ohne dass sie jemals den Status erreicht hätten, der ihnen gebührte. Glücklicherweise zeigen die neusten Informationen, dass man sprachlich nicht in die Vergangenheitsform wechseln muss, denn geschlagene zwölf Jahre nach „The Heart Of The Matter“ stehen die Norweger plötzlich mit ihrem Viertwerk „Oceans Above, Stars Below“ Gewehr bei Fuß. Am Line-Up hat sich derweil nichts getan und auch inhaltlich beweist die Band dasselbe hervorragende Händchen zwischen Hitlastigkeit und anspruchsvollen Strukturen.

Haukland immer noch Herz- und Knotenpunkt

Während das Debüt „Onwards“ noch damit bestach, geradlinigen Power- und Heavy-Metal-Songs eine mächtige Seele zu verliehen, rückte man mit den Nachfolgern immer mehr die herausragenden Fähigkeiten des Gitarrenduos aus Marius Bergesen und Tor Ole Byberg in den Fokus. Herz- und Knotenpunkt von TRIOSPHERE blieb weiterhin Bassistin und Sängerin Ida Haukland, die mit ihrer kraftvollen Stimme jegliche Reminiszenzen an symphonische Zuckrigkeit dieses Genres im Keim erstickte.

Mit der Singleauskopplung „Of Tyrants“ verdeutlicht die Band, dass man einerseits nach vielen Jahren nichts verlernt und auf der anderen Seite weiterhin auf Power Metal steht, der dieses Prädikat auch verdient hat. Die Saitenfraktion bedient sich im Riffing zwar im Wesentlichen der europäischen Schule, doch das käsige Keyboard lassen TRIOSPHERE direkt ganz im Keller und die Songs haben einfach alle Bizeps und PS. Ausnahmen, wie das etwas zu schmusige „Shorelines“ oder die klassisch unterlegte Ballade „Encore“ kann Haukland zwar auch bewältigen, doch mehr Dampf wie im nachfolgenden „Embers“ steht der Truppe deutlich besser.

Bestechende Saitenfraktion und wenig Zuckrigkeit

Das zum Teil in den Fascination Street Studios aufgenommene und dort abgemischte „Oceans Above, Stars Below“ hat dort einen druckvollen Sound auf den Leib geschneidert bekommen, sodass die leicht progressiven, aber immer auf den Punkt kommenden Kompositionen richtig atmen können. So sollte ein Album klingen, welches an der Spitze des Genres navigiert und mit dem die großen Bühnen bespielt werden. Professionell, schwergewichtig und hitlastig.

27.08.2026

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