Airbourne - Airbourne

Review

Galerie mit 22 Bildern: Airbourne - Summer Breeze Open Air 2026

Wie bekomme ich das Öffnen einer Bierbüchse durch permanentes an den Kopf schlagen auf eine LP transportiert. Vielleicht durch einen Brief an Lemmy? Die Einleitung klingt, als wäre in der metal.de-Redaktionsküche Tee und Kaffee gegen Halluzination fördernde Getränke ausgetauscht worden und der Schreiberling hat davon genascht. Wer bei einer AIRBOURNE-Live-Show anwesend war, wird sich bestimmt an den wilden Ritt von Sänger und Gitarrist Joel O’Keeffe auf dem Rücken von Crew-Members durch das Publikum erinnern. In der Regel in einer Hand die Gitarre, in der anderen Hand eine Bierdose, die er sich so lange gegen den Schädel haut, bis Bier rauskommt. Der Brief an Lemmy ist eine Beigabe zur selbstbetitelten neuen AIRBOURNE-Platte.

AIRBOURNE-Chef Joel O’Keeffe wendet sich an Lemmy

Egal was passiert, bleibt euch selbst treu. Mach dir keine Sorgen um den ganzen anderen Mist in der Musikindustrie. Mach Musik, die deine Roadies mögen werden. Sie haben deinen Mist mehr gehört als alle anderen. Wenn es ihnen gefällt, wird es jeder lieben.“

Das ist ein Auszug aus einer Unterhaltung, die O’Keeffe mit Lemmy führte. Lemmy gab den damals jungen Bandchef diese Worte mit auf den Weg. Im weiteren Verlauf des Briefes an Lemmy schildert O’Keeffe den Produktionsprozess in der australischen Einöde und die Finalisierung. Ein mehr als fünfjährige Prozess bezüglich Songwriting und Produktion endet mit dem Abspielen der Stücke im Beisein der AIRBOURNE-Crew. Laut Auskunft der Band lieben die Roadies die neuen Tracks. Wie werden die Stücke bei den Fans ankommen?

Wer generell etwas mit dem bisherigen Schaffen von AIRBOURNE anfangen konnte, dürfte sich auch an dem neuen Material erfreuen. Wie beim Zitat von Lemmy erwähnt: AIRBOURNE stehen nicht für Innovation. AIRBOURNE stehen für Hard Rock und Rock ’n‘ Roll der australischen Schule und erinnern an frühe ROSE-TATTOO-Veröffentlichungen. Auf bluesigen Schnick-Schnack der Marke AC/DC verzichten die Herren.

O’Keeffe und Co. ziehen ihr Ding durch

Die übliche Kritik an Platten wie der neuen AIRBOURNE ist die musikalische Eintönigkeit. Aber das wollen die Protagonisten genauso. Es ist ihre Musik, die ihnen und ihrer Crew gefällt. Das gilt es zu respektieren, auch wenn die australischen Hardrocker noch nicht über den Status von Lemmy oder AC/DC verfügen. Wurden MOTÖRHEAD-Platten wegen ihrer Eintönigkeit jemals verrissen? Wenn MOTÖRHEAD auf der Platte steht, dann ist MOTÖRHEAD drin. Wenn AIRBOURNE auf der Platte steht, dann ist AIRBOURNE drin. Die australischen Hardrocker sind wie der berühmte Topfkuchen bei der Großmutter, der immer wieder nach dem gleichen Rezept gebacken wird. Schmecken tut der Kuchen aber trotzdem, auch wenn alle Anwesenden erstmal sagen „schon wieder“.

Schnörekelos und gradlinig auf den Punkt gespielt sind die Nummern. Sowas wie zum Beispiel „Hells Got No Vacancy“ kommt mit einer ganz anderen Energie aus den Boxen als von anderen Genrevertretern oder den Altstars um Angus Young. Die Fanbase von AIRBOURNE wird eine Bierbüchse öffnen, die Platte genüsslich auf den Teller legen und den Lautstärkeregler auf Full Power ziehen. Viel Spaß!

28.08.2026

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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