
SCALD erleben seit ihrer Reunion einen zweiten Frühling und knüpfen an ihr Erbe an. Diesem Pfad folgen sie auch mit „Relics“, das sich direkt auf ihre Wurzeln bezieht.
SCALD knüpfen an ihr Erbe an
Die Band aus Russland konnte in Undergroundkreisen 1996 mit ihrem Debütalbum „Will Of The Gods Is A Great Power“ und der darauf enthaltenen Mischung aus Epic Doom Metal im Stil von CANDLEMASS sowie Viking Metal in der Tradition von „Hammerheart“ von BATHORY für etwas Aufsehen sorgen. Ein Jahr später verstarb Sänger Agyl und SCALD wurde aufgelöst. Im Lauf der Jahre erlangte das Debüt Kultstatus.
Es folgte die Reunion und schließlich 2024 das zweite, passend betitelte Album „Ancient Doom Metal“. Interessanterweise waren mit Bassist Velingor, Schlagzeuger Ottar und den Gitarristen Harald und Karry alle ursprünglichen Mitglieder dabei. Als wurde Sänger Felipe Plaza Kutzbach (CAPILLA ARDIENTE, PROCESSION) verpflichtet. Aber der ist jetzt auch schon wieder Geschichte.
Wieder Geschichte
Mit Hrafn (bürgerlich Alexey Goryachev, FUNERAL RITES, VENDEL) haben SCALD zwar nun einen neuen Sänger, tauchen aber wieder tief in ihre eigene Vergangenheit ein. Die EP „Relics“ umfasst fünf neu aufgenommene Songs.
Die ersten drei Stücke, das siebenminütige Epos „Master Of Tundra“, „Ravens“ und das harte wie komplexe „Flame“ entstanden im Zeitraum Frühjahr 1996 bis Herbst 1997 nach den Aufnahmen zu „Will Of The Gods Is A Great Power“. Damals wollte sich die Band vom traditionellen Epic Doom lösen und ihren Sound auf eine breitere, experimentellere Basis stellen, dabei aber die ursprüngliche SCALD-Atmosphäre beibehalten. Die Inspiration für diese drei Songs waren die samische Sängerin Mari Boine insbesondere das Album „Leahkastin“, FATES WARNING, DREAM THEATER und von SANCTUARY „Into The Mirror Black“. Die Songs wurden zuvor nicht in einem Studio aufgenommen, sollen aber gelegentlich auf Konzerten gespielt worden sein. Stilistisch unterscheiden sich diese mit ihrem teils dezent progressiveren, folkigen und düsteren Ansatz etwas vom Debüt. Hrafn klingt dabei stimmlich aber näher an Agyl als es Kutzbach tat, was wiederrum der charakteristisch melancholisch-epischen Atmosphäre von „Will Of The Gods Is A Great Power“ nahekommt.
„Falcon“ wurde ursprünglich von Agyl 1991/1992 für seine vorherige Band ROSS geschrieben. Also bevor SCALD gegründet wurden. Damit handelt es sich also um eine Coverversion, in Andenken an den ursprünglichen Sänger. Das Stück mischt epische Pracht, schweren Doom und folkige Erhabenheit durch den Einsatz von Balalaika und Flöte. Dasselbe Stück namens „Sokol“, gesungen in Russisch, wie die ursprünglich Variante, bildet das authentische Finale von „Relics“. Ein gelungener Rückblick in die Historie von SCALD.
Gelungener Rückblick
SCALD lassen uns mit „Relics“ einen Blick in die eigene Vergangenheit zurückwerfen, in aktuellem Klanggewand. Gleichzeitig ist die EP die gelungene Vorstellung des neuen Sängers.

Markus Endres



















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