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Epicedium - Intoxicated Intercourse

Epicedium

"Intoxicated Intercourse"
CD-Review, 2441 mal gelesen, 15.07.2007 Wertung 06/10

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Artikel veröffentlicht am 15.10.2011 | 3252 mal gelesen

Im Namen des deutschen Sanitärfachhandels darf ich EPICEDIUM großen Dank aussprechen.

Es gibt sie noch – die Schönheit im Scheißhaus!

Wie herrlich, dass es noch eine derart famos klingende Klospülung wie diese gibt. Da erwischt man den Stuhlgänger doch dabei, wie er öfter als eigentlich nötig die Spülung betätigt. Was ein Gegurgel und Geröchel. Fantastisch!

Dazu kommen derbe Prügelattacken mit der Klobürste, die gleichsam schnell wie präzise und mit unbarmherziger Nachdrücklichkeit durchs WC wütet.

Doch was die Fliesen erst so richtig von der Wand haut und den Waschtisch in Trümmer legt ist die Tatsache, dass die WC-Ente den Tod aller Erwartungen markiert.

Wer also ein 08/15-Stilles-Örtchen erwartet, kann gleich ins Urinal beißen. EPICEDIUM fangen an wie eine höchstbrutale Techno-Death-Metal-Kapelle aus den USA – und wer hier zunächst an SUFFOCATION, DYING FETUS, CANNIBAL CORPSE und die anderen üblichen Verdächtigen denkt, liegt eine Weile auch richtig – doch dann überraschen die Frankfurter einfach! Bei allem stumpfen Technik-Gerödel schreibt man die Abwechslung nämlich so ganz und gar nicht ab.

Und wo andere – eben auch hehre Vorbilder – sich in Schallgeschwindigkeit und Prügelexzessen ergehen, schiebt der Fünfer mal eine liebliche wie erhabene Melodei, mal thrashiges Geriffe, hier eine prächtige Harmonie, dann was sacht Gezupftes oder gar ein klassisches Solo ein, dass man sich gar in anderen Genres wähnt.

Und nun kommt das Schöne: Nichts wirkt gekünstelt zusammengesetzt. Nein, es ist tatsächlich möglich, brutalen Death mit Fingerspitzengefühl zu kreieren ohne dass auch nur ein Hauch Aggression und Härte flöten geht. Ja, im Gegentum: Vorgenannte Überraschungen verstärken nur den Eindruck der Derbheit. So gelingen neben Geschrote auch Groove-orientierte Passagen und die cleveren Arrangements runden die Sache mehr als ab.

Dass hierdurch zudem eine gewisse Eingängigkeit zustande kommt, ist beileibe kein Fehler.

Rein technisch ist die US-Konkurrenz sowieso erreicht und auch die Produktion kann das Material überzeugend darbieten.

Es dürfte also spätestens jetzt klar sein, dass deutsche Scheißhäuser mächtig was los haben!

Man muss eben nur draufgehen… sprich: Wieso ist das hier nur ne Promo und nicht verlabelt? Schließlich liegt hier das beste Brutal-DM-Album des Jahres 2011 vor!


Kommentare




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melden LaPhoenix (unregistriert) | 15.10.2011 | 22:14 Uhr

Boah, endlich wird diese hochkarätige Band aus Frankfurt auch hier mal gewürdigt! Abgesehen vom fäkaldominierenden Intro ist dieser Bericht absolut zutreffend. Und genau diese wundervolle und absolut harmonische Kombination aus brutalstem Gebolze...  

The Law
melden The Law | 16.10.2011 | 12:26 Uhr

Die Band dümpelt völlig zu Recht im Underground herum. Keine neuen Akzente, Altes wird eher uninspiriert aufgewärmt, sodass man nicht mal sagen kann "yeah, was sie da machen, machen sie richtig!". Ist halt was für den lokalen Support, um auch mal...  

melden LaPhoenix (unregistriert) | 16.10.2011 | 13:36 Uhr

@the law: Warst du früher hauptberuflich Verfasser für Youtube-Kommentare? Und ja, sorry, Epicedium machen halt nicht so 'nen süßen Pussy-Postrock wie Solstafir ;>  

The Law
melden The Law | 17.10.2011 | 14:38 Uhr

Dafür gibt es tonnenweise Bands, die deutlich mehr Dampf und dickere Klöten haben als Epicedium.