Orphan Hate - Attitudes & Consequences

Review

Die Berliner ORPHAN HATE legen mit “Attitudes & Consequences” ihr Zweitwerk vor. Die Scheibe wurde in Zusammenarbeit mit Kristian Kohlmannslehner (CREMATORY) in dessen Kohlekeller Studio in Seeheim aufgenommen, bietet zwölf Tracks und eine Gesamtspielzeit von fünfzig Minuten. Stilistisch agiert das Quintett zwischen Melodic Death und Modern Metal, zudem finden sich auch Rock-Anleihen im Sound der Berliner – die eigens aufgezogene Schublade “Alternative Metal” passt da ganz gut. Charakteristisch für das Klangbild ist vor allem die sehr wandlungsfähige Stimme von Fronterin Sina Niklas. Die Sängerin vermag es, das gesamte Spektrum von tiefen Growls bis hin zu Klargesang in höheren Sphären abzudecken und der Band auf diese Weise einen recht individuellen Sound zu geben.

“These Days” eröffnet die Platte nach kurzem, sphärischem Intro mit einem druckvollen Riff, bevor es in der Strophe mit abgestoppten Gitarren im Stile von SCAR SYMMETRY zu Werke geht. Frontfrau Sina Niklas liefert hier auch gleich eine Kostprobe ihres Könnens: während in der Strophe sehr aggressive Vocals dominieren, ist der Gesang im Refrain klar und eingängig gehalten. Beides steht dem Track ziemlich gut zu Gesicht, zudem werden gegen Ende einige versierte Gitarren-Schmankerl geboten. Das anschließende “Bring Me Down” kommt eher rockig daher, vor allem gesanglich geht es nicht ganz so rabiat zur Sache. Insgesamt eine solide, aber keine überragende Nummer. Das ändert sich beim flotten “Hidden Faces”, das sogar einige Thrash-Elemente bietet und ziemlich brachial aus den Boxen knallt. Vor allem die beiden Klampfer Alexander Binus und Ramin Tehrani dürfen sich hier richtig austoben. Und auch das wuchtige “Tired Eyes” kann im Anschluss mit erdigen Groove überzeugen.

Wieder etwas schneller wird es bei “Science”, das ausgefeilte Riffing erinnert hier phasenweise an ARCH ENEMY und hat eine merkliche Modern-Metal-Schlagseite. Gleiches gilt für die knackigen “Dying Alive” und “Solitary Man”. “All That I Am” wiederum ist das ruhigste Stück der Platte, hier bilden in den Strophen vor allem Clean-Gitarren das Grundgerüst, kurz vor Schluss wird sogar die Akustik-Gitarre ausgepackt. Der letzte Track “End Of Something New” ist dann nochmal ein absoluter Brecher, vor allem das Anfangsriff walzt mit ordentlich Dampf aus den Membranen.

ORPHAN HATE ist ein vielseitiges und überzeugendes Album gelungen. Besonders die Gesangsleistung verdient Lob – das Organ von Sina Niklas ist zwar sicherlich auch Geschmackssache, unabhängig davon liefert die Sängerin aber eine wirklich engagierte und eindrucksvolle Vorstellung. Weiterhin müssen die teils sehr anspruchsvolle Gitarrenarbeit und die druckvolle, transparente Abmischung positiv hervorgehoben werden. Bis auf ein, zwei schwächere Tracks (das etwas zu glatte “Bring Me Down” und das unspannende “From Glass And Stone”) bietet “Attitudes & Consequences” wirklich starke Songs und gute Unterhaltung. Mit dem Album sollten sich die Berliner im Modern/Melodic-Segment als ernstzunehmende Truppe etablieren können.

23.11.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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