Retaliatory Measures - Withdrawal Syndromes

Review

Na wunderbar, allein schon der Bandname RETALIATORY MEASURES ist ja fast ein Zungenbrecher. Aber zum Glück muss ja nicht immer die Musik sofort mit der ersten Assoziation des Bandnamens konform gehen. RETALIATORY MEASURES bieten nämlich keinen all zu komplexen und schwer verdaulichen oder verständlichen Stoff, sondern besinnen sich auf das Wesentliche, ohne auch nur einmal eindimensional, abgedroschen oder einfallslos zu klingen.

Mit der richtigen Mischung aus Härte, Groove und Eingängigkeit walzen die Finnen wie ein  Panzer alles nieder und hinterlassen auf ihrem musikalischen Feldzug nur Schutt und Asche. Irgendwo im Fahrtwasser von Bands wie ihren Landsleuten SURVIVORS ZERO oder entfernt auch ILLDISPOSED sorgt gleich zu Beginn der Opener “The Offering“ für euphorisches Kopfnicken. Fiese Growls, messerscharfe Riffs und ein Dampfhammer als Schlagzeug prasselt auf den Hörer nieder. Aber dies ist sicher nicht der einzige Reißer auf “Withdrawal Syndromes“, denn mit Stücken wie “Decompose“, “Soap“ oder “Killing“ folgt ein Nackenbrecher nach dem anderen. Zwar könnte man RETALIATORY MEASURES hier ein wenig Gleichförmigkeit vorwerfen, aber dies wäre nicht mehr als Meckern auf hohem Niveau. Denn genau aus diesem durchgängigen Drive ziehen die Musiker ihre Stärke und sorgen so ein aufs andere mal für Begeisterung. Auch wenn die Band sicherlich keinen Preis für Innovation gewinnt, wissen sie ganz genau, wie man anständige und griffige Songs schreibt. Gegen Ende heizt das an LAMB OF GOD erinnernde “Existence“ nochmal kräftig ein, bevor es mit dem fast schon an Black Metal angrenzenden “Since Nothing“ einen krönenden Abschluss gibt.

Am Ende bleibt einem nichts anderes über, als “Withdrawal Syndromes“ wieder und wieder aufzulegen. Hier stimmt das Gesamtpaket einfach und somit lässt man sich gern auf diesen halsbrecherischen Trip ein. Kurz gesagt: Operation gelungen – Patient tot, weiter so!

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21.10.2012

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