



Dass eine so lang aktive Band wie BETONTOD ein Album mit dem Namen „Wir Fangen Jetzt Erst An“ veröffentlicht, ist mit einem Augenzwinkern zu sehen. Die Rheinberger Punkrocker sind bekanntlich seit über 35 Jahren im Geschäft, und auch das Debüt „Hier Kommt Ärger!“ bringt es schon auf stolze 26 Zähler. Stattdessen geht es darum, eben nicht weiterzumachen wie bisher. Hintergründe zum Albumtitel und zur Platte selbst gibt es im bereits erschienenen Interview.
Veröffentlichen BETONTOD ein zweites Debüt?
Die Frage der Zwischenüberschrift können wir verneinen, denn die ersten beiden Alben sind noch ziemlich kompromissloser Streetpunk. Danach öffnete sich die Gruppe anderen Einflüssen, veröffentlichte mit „Schwarzes Blut“ früh ihren Klassiker und blieb danach hungrig. „Wir Fangen Jetzt Erst An“ klingt am ehesten wie ein Nachfolger von „Revolution“ und stellt die Rockwurzeln stärker in den Vordergrund.
Wie auf dem Vorgänger „Zeig Dich!“ eröffnet mit „All Die Schönen Menschen“ zwar ein bissiger Anti-Establishment-Song das Album, danach folgt mit „Du Killst Mich“ jedoch ein gefühlvoller Alternative-Rocker, der mit Nummern wie „Freunde“ mithalten kann. Dass BETONTOD auf „Alles Für Den Content“ mit MC FITTI gemeinsame Sache machen, kann man zweigeteilt sehen: Es ist ein sehr kritischer Song geworden, und das Feature des Rappers ist geschickt eingearbeitet. Natürlich hat das mit Punk wenig zu tun.
Danach nimmt die Gruppe mit Songs wie „An Deiner Seite“ und „Für Dich“ stellenweise zu viel Tempo heraus, vor allem, weil es solche Lieder auf den Vorgängern schon zur Genüge gab. Mit der melancholischen Nummer „Küchentisch“ nähern sich BETONTOD den TOTEN HOSEN an – das Stück erinnert auf positive Weise an „Nur Zu Besuch“.
„Wir Fangen Jetzt Erst An“ ist das nachdenklichste Album der Band
Mit ihrer 13. Platte nehmen BETONTOD so oft wie nie den Fuß vom Gas und liefern damit das Album mit den wenigsten Mitgröhlhymnen, aber auch vielen Stücken, die zum Nachdenken anregen. Das sorgt dafür, dass die Scheibe nicht so schnell ins Ohr geht. Solange wir auf den Konzerten noch ordentlich Rabatz machen können, ist ein solch diverses Werk zwischendrin aber gar nicht schlecht.

Jannik Kleemann






























Kommentare
Sag Deine Meinung!