Darkness
Bandgründer Lacky über das Comeback

Interview

DARKNESS haben mit „The Gasoline Solution“ ein verdammt starkes Comeback-Album hingelegt. Wie es dazu kam, was die Band zwischen 1991 und 2004 getrieben hat und wieso das dritte Album „Conclusion & Revival“ das schwarze Schaf in der Diskographie ist, erklärt uns Schlagzeuger und Bandgründer Lacky im Interview!

Hey Lacky, Glückwunsch zu „The Gasoline Solution“. So ein amtliches Comeback-Album liefern nicht viele Bands ab. Laut Promozettel wollt ihr mit der Platte an eure ersten beiden Alben „Death Squad“ und „Defenders Of Justice“ anschließen. Warum nicht an „Conclusion & Revival“? Seid ihr mit der Platte im Nachhinein unzufrieden?

Lacky: Danke für das Lob. Mittlerweile glaube ich auch, dass wir da was richtig gemacht haben, haha. Das „Conclusion“-Album war seinerzeit musikalisch und auch Line-Up-mäßig ganz weit weg von unseren Erstlingswerken, dass man die drei Alben zusammen unmöglich als harmonische Trilogie ansehen konnte. Als wir mit den Songs zu „Gasoline“ in die Endphase kamen, wurde uns klar, wie nah wir tatsächlich an unsere Wurzeln zurückgekehrt sind. Es wurde deutlich, dass wir mit dem neuen Album an „Death Squad“ und „Defenders Of Justice“ anknüpfen würden.

Ich finde ihr habt euer Ziel auf jeden Fall erreicht. „The Gasoline Solution“ klingt wie die logische Fortsetzung von „Defenders Of Justice“. Wie seid ihr an das Songwriting und die Produktion heran gegangen, um den alten Spirit wieder aufleben zu lassen?

Lacky: Ganz ehrlich?! Es gab keinen Masterplan für „The Gasoline Solution“. Vor einem Jahr hatten wir schon für die EP „XXIX“ keinen wirklichen Plan, sondern wollten nur mal einen neuen Song ausprobieren, den Arnd noch gesungen hat. Das war „Hate Is My Engine“. Als Lee zur Band stieß, recordeten wir den Song mit seinem Gesang nochmal neu, hatten aber mit „L.a.W.“ schon eine weitere Songidee fertiggestellt, also gab es zwei neue Tracks. Damit konnte man schon an die Öffentlichkeit gehen, also nahmen wir noch die zwei Klassiker „Burial At Sea“ und  „Death Squad“ neu auf und hatten eine vernünftige EP zusammen. Die Resonanzen waren extrem gut und so wurde an weiterem neuem Material gearbeitet. Als es an die Album-Recordings ging, war uns klar, dass wir da sehr old-school-mäßig dran gehen würden. Und nicht, wie viele andere Bands, nur davon reden und dann doch so eine durchgetriggerte, digitale und seelenlose Produktion auf den Markt werfen. Man kann auch heute noch „normal“ aufnehmen und es vernünftig hörbar produzieren. Ich glaube, das ist uns auch ganz gut gelungen.

War für euch von Anfang an klar, dass Patrick W. Engel die Platte produzieren würde oder hattet ihr auch noch andere Namen im Kopf?

Lacky: Als unser Deal mit High Roller Records in trockenen Tüchern war, holte man durch deren Vorschlag den Patrick Engel mit ins Boot. Unser Gitarrist Meik hatte die Recordings übernommen und eine astreine Grundlage geschaffen, um eine perfekte Zusammenarbeit mit Patrick zu gewährleisten.

Zu „Tinkerbell Must Die“ habt ihr ein Video gedreht. Mal im Ernst: Hasst ihr Peter Pan so sehr oder warum muss seine Fee unbedingt dran glauben?

Lacky: Tinkerbell steht nur als Vertretung für all die Märchenfiguren und Helden, die dir in deiner Kindheit  eine heile Welt versprechen und erzählen, dass am Ende alles gut wird. Aber das wird es nicht! Und für diese ganzen Lügen ist eine Bestrafung doch angebracht, oder?!

Da hast du natürlich absolut Recht! Zwischen 1991 und 2004 lagen DARKNESS komplett auf Eis. Dann habt ihr euch als EURE ERBEN zusammen getan und auf Deutsch getextet. Wie kam es dazu und was habt ihr in dieser langen Zeit dazwischen getrieben?

Lacky: Ich habe mit alten Schulfreunden weiterhin Bands betrieben, allen voran die Gruppe CHARGER. Mit denen hatte ich viele Jahre zwar keinen großen Erfolg, aber eine Menge Spaß. Arnd ist ja als Solokünstler durch die Gegend getingelt. Als wir uns wieder über den Weg liefen, war recht schnell klar, dass wir wieder was zusammen aufziehen wollten. Daraus wurde EURE ERBEN. Anfangs gar nicht als thrashige Formation geplant, kamen wir im Laufe der Jahre unseren musikalischen  Wurzeln immer näher, dass wir sogar spaßeshalber DARKNESS-Songs mit deutschen Texten im Programm hatten. Daraus wurden dann zu besonderen Anlässen tatsächlich auch Shows unter dem Namen DARKNESS gespielt. Man kann seinem Schicksal einfach nicht entkommen.

Und warum habt ihr euch dazu entschlossen dieses Projekt zu beenden und wieder als DARKNESS weiter zu machen?

Ich selber wurde auf den ERBEN-Konzerten sooft auf DARKNESS angesprochen, dass wir nach zwei EPs das Album „Terror 2.0“ als Doppel-CD veröffentlichten. Das reguläre Album in Deutsch und den zweiten Silberling in englischer Sprache. Als Geschenk für die vielen treuen Fans, die uns über die ganzen Jahre nicht vergessen hatten. Und den tatsächlichen Stellenwert, den der Name DARKNESS noch hatte, hätten wir uns im Leben nicht erträumt. Als wir zum 25-jährigem „Death Squad“-Jubiläum eine entsprechende Show mit allen noch lebenden Ex-Mitgliedern in Essen über die Bühne brachten, war klar, welchen Weg wir nochmal einschlagen wollten. Der „The Evil Curse“ von 1985 hatte uns wieder !

Vor „The Gasoline Solution“ erschien 2015 noch die Demo-Compilation „Thrash Till Death!“. War es euch wichtig vor einer neuen Platte noch etwas anderes zu veröffentlichen, um zu schauen, wie es um das Interesse an DARKNESS steht oder was waren die Gründe dafür?

Lacky: Nein, solche Gründe gab es gar nicht. High Roller hatten Jahre zuvor schon eine Vinyl-Box mit unseren Demos und einer Live-Aufnahme von der Keep It True-Show 2006 veröffentlicht, die in kürzester Zeit vergriffen war und zu Rekordpreisen im Internet angeboten wurde. Die „Thrash Till Death“-Compilation ist im Prinzip nur eine Neuauflage davon gewesen, allerdings ohne Live-Mitschnitt. Zu dem Zeitpunkt gab es noch nicht mal ein Gespräch, ob High Roller ein eventuelles neues DARKNESS-Album veröffentlichen würden.

Sowohl die Compilation als auch das neue Album sind über High Roller Records erschienen. Wieso habt ihr euch für dieses Label entschieden?

Lacky: Ich habe High Roller Records als Label mit Herz für unsere Musik kennengelernt, da arbeiten wirklich auch noch Fans und Szenegänger, und das sehr erfolgreich. Durch die erstklassig aufgemachten Re-Releases unserer Klassiker und die Demoveröffentlichungen war klar, dass es kein besseres Label für ein DARKNESS-Comeback-Album geben kann.

Wird es zu „The Gasoline Solution“ auch eine Tour geben oder lassen eure Day-Jobs das nicht zu?

Lacky: Es gibt eine ganze Menge Anfragen für Live-Konzerte und ich wünschte, wir könnten tatsächlich mal eine komplette Tour durchziehen. Aber ich befürchte, dass wir über Wochenend-Gigs nicht hinaus kommen. Natürlich haben wir unsere tägliche Arbeit, wir müssen ja genau wie jeder andere auch unsere Rechnungen bezahlen. Es wird einige Auslandsshows geben, die schon viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn dann noch ein paar Festivals dazu kommen, können wir schon eine Menge Fans erreichen. Natürlich bemühen wir uns aber auch, Headliner-Shows in Club-Größe durchzuziehen. Alleine schon, weil es uns auch mehr Spass macht, wenn man nicht unbedingt auf die 50-Minuten-Uhr achten muss und dem Publikum ein paar Songs mehr durch die Gehörgänge ballern kann.

Galerie mit 4 Bildern: Darkness auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016
10.10.2016

"Irgendeiner wartet immer."

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