Darkness
Listening Session zu "First Class Violence"

Special

Egal ob Interview-Tag oder Listening Session – Pressetermine werden in aller Regel in edlen Hotels, professionellen Studios oder ähnlich hippen Lokationen abgehalten. Die Essener Ur-Thrasher DARKNESS aber handhaben das ein wenig anders. Für den ersten Höreindruck ihrer neuen Platte „First Class Violence“ hat die Band in den heimischen Proberaum eingeladen.

Neben der versammelten Journaille gibt es auch prominente Gasthörer. Zum einen ist da EXUMER-Schlagzeuger Matthias Kassner, zum anderen schaut auch KREATOR-Bassist Speesy vorbei. Die deutsche Thrash-Szene ist eben eine einzige große Familie. Bevor der offizielle Teil beginnt, schnackt man schon bei ein paar Bierchen. Ein steifer Pressetermin sieht definitiv anders aus. Dafür ist die Stimmung dann aber entsprechend angeheitert, als „First Class Violence“ nach ein paar einleitenden Worten von DARKNESS-Schlagzeuger Lacky aus den Boxen tönt.

DARKNESS bleiben sich treu

Prelude In E (Intro): Ein atmosphärischer Start, der bereits mit einer eingängigen Melodie aufwartet. Ordentlicher Spannungsaufbau für das folgende Geballer.

Low Velocity Blood Spatter: Ein Thrasher wie er nur aus dem Ruhrpott kommen kann. Das erste Riff erinnert ein bisschen an die aktuellen Platten von KREATOR. Doch spätestens wenn Lees Aggro-Vocals einsetzen, ist der typische DARKNESS-Sound da. Die Gangshouts im Refrain werden live sicherlich super funktionieren.

Neoprimitive: Ein weiterer Hassbatzen, der im Chorus ordentlich Mitgröl-Potential aufweist. Insbesondere der groovige Mittelteil sticht heraus. Hier ist headbangen garantiert.

Hate Is My Engine: Der Titel erinnert an DESTRUCTIONs „Hate Is My Fuel“. Damit enden die Parallelen zu Schmiers Kapelle aber auch schon. Ein weiterer ungehobelter Thrash-Song, der mit einigen Death-Growls überrascht.

See You On the Bodyfarm: Ein ziemlich düsterer Song. Wobei DARKNESS ja noch nie für sonderlich viel Optimismus bekannt waren. In der ruppigen Gitarrenarbeit versteckt sich so manche tolle Melodie.

Zeutan: Für die Band wohl der wichtigste Song des Albums. „Zeutan“ war das Pseudonym von Originalsänger Oliver Fernickel, der vor ziemlich genau 20 Jahren verstorben ist. Statt einer wehmütigen Ballade gibt’s drei Minuten Old-School-Thrash mit Punk-Schlagseite auf die Ohren. Am Anfang kommt Olli per Sprachsample zu Wort. Mit Ventor und Tom Angelripper sind zwei Gastsänger an Bord. Absolutes Highlight!

The Autocrazy (Autocracy) Club: Nach einem groovigen Einstieg gibt es wieder voll auf die Mütze. Verschnaufpausen sind DARKNESS wohl fremd. Nach dem Solo besticht die Gitarrenarbeit mit schönen Twin-Leads.

Born Dead: Ein weiterer Song, der dem Zusammenspiel beider Gitarren viel Platz einräumt. Es wirkt fast so, als hätten DARKNESS vor Beginn des Songwritings ein paar Platten der eisernen Jungfrauen aufgelegt. Kombiniert wird das mit einem knackigen Double-Bass.Gewitter.

First Class Violence: Explosive Thrash-Granate, die nach einem fiesen Spannungsaufbau in ein High-Speed-Inferno mündet. Über den Text sagt Gitarrist Arnd: „Geschrieben an einem Scheißtag in echt mieser Laune.“ Genauso angepisst klingt das Ergebnis auch.

I Betray: Bei allem Geknüppel eine trotzdem sehr melodische Nummer. Insbesondere der Refrain ist verdammt eingängig und greift eine Melodie aus dem Intro der Platte wieder auf. Der musikalische Kreis schließt sich endgültig im atmosphärischen Outro, welches die Melodie noch einmal deutlich in den Vordergrund rückt.

„First Class Violence“ überzeugt durchweg

Während das Album durchläuft, wippen die Bandmitglieder ständig mit und weisen bei manchen Songs auf die persönlichen Gänsehaut-Momente hin. Hier kommt ehrliche Begeisterung rüber, die nichts mit Promo-Gefasel zu tun hat und zudem auch völlig berechtigt ist.

Nach dem ersten Hördurchlauf entpuppt sich „First Class Violence“ bereits als würdiger Nachfolger des starken Comeback-Albums „The Gasoline Solution„. Im Gegensatz zum Vorgänger schwingt durch den vermehrten Einsatz von zweistimmigen Gitarren ein wenig britischer Heavy-Metal-Flair mit. Doch am Ende sind DARKNESS immer noch DARKNESS. Thrash-Fans sollten sich den Release am 12. Oktober schon mal dick im Kalender anstreichen.

Galerie mit 4 Bildern: Darkness auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016
07.09.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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