Devilyn
Interview mit Bony zu "11"

Interview

Nach einigen Schwierigkeiten in den letzten Jahren gibt es mit „11“ nun doch wieder ein Lebenszeichen von DEVILYN. Dass das Album ordentlich knallt, konntet Ihr ja bereits im Review nachlesen. Deshalb war es nun einmal an der Zeit, bei Urgestein Bony nachzufragen, was man sich denn bei der Scheibe gedacht hat, und wie es um das Lager der Polen bestellt ist. Zu Nummern scheint der Kopf der Band eine recht spezielle, fast schon intime Beziehung zu haben. Denn so ein Gelaber kennt man sonst eigentlich nur von einem Jean-Claude van Damme. Wie dem auch sei, lasst Euch von den Zahlen beeinflussen und checkt das Album an! Denn mit „11“ gibt’s auf die 12.

Devilyn

Hey Bony, wie geht’s Euch? Ich hoffe in Polen ist alles klar!

Hi, uns geht’s gut. Wir sind sehr zufrieden mit unserer neuen Scheibe.

Seit Eurem letzten vollwertigen Album sind vier Jahre vergangen. Was ist mittlerweile geschehen? Ich schätze mal, dass es eine Weile gedauert hat, einen neuen Deal an Land zu ziehen. Wie war denn die Suche nach einem neuen Label und was war Euch dabei wichtig?

Nach „Artefact“ ist eine Menge passiert. DEVILYN hätten sich beinahe aufgelöst. Wir haben nicht gerade viele Konzerte gespielt oder oft geprobt, unser Label hat uns überhaupt nicht promoted und so fiel alles auseinander. Darüber hinaus waren einige Bandmitglieder noch in anderen Bands aktiv, sodass sie DEVILYN nicht genug Aufmerksamkeit geben konnten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, das zu ändern und eine neue Band aus einer Gruppe von zuverlässigen Leuten aufzubauen.

Wie war das eigentlich mit Novys Abgang? Wie sieht Eure Beziehung heute aus?

Novy musste gehen, das war unvermeidlich. Mit der Zeit kamen so viel Dinge zwischen uns, dass dieser Schritt unumgänglich wurde. Novy konnte DEVILYN nicht genug Zeit widmen, sodass es keinen Sinn mehr gemacht hat, noch weiter zusammen zu spielen. Jetzt spielt er bei VADER und ich glaube er hat damit erreicht, was er immer wollte.

Warum mussten die anderen gehen?

Die Moral in der Band war nach den Aufnahmen von „Artefact“ ziemlich beschissen. Dino und Basti haben sich auf ihr Projekt SPINAL CORD konzentriert und ich musste die Band von Null an neu aufbauen. Ich bin das einzig verbliebene Originalmitglied, was wohl bedeutet, dass mir DEVILYN wirklich von Beginn an etwas bedeutet hat. Aber wenn ich mir die Situation heute betrachte, hat sich doch alles zum Guten gewendet.

Wo siehst Du persönlich die Unterschiede zwischen „Artefact“ und „11“?

Der Unterschied ist immens! Zunächst einmal ist „11“ im musikalischen Sinn viel reifer. Die Tracks sind kompakter und schneller. Außerdem steckt massiv viel Energie und auch Melodie drin, was früheren Alben hingegen fehlte. Der Sound ist um Einiges besser und man kann wirklich sehen, dass wir unser Bestes gegeben haben. Was mich am meisten bestätigt, ist, dass das Album sehr positives Feedback bekommt.

„11“ ist ja ein ziemlich unkonventioneller Titel. Was steckt dahinter? Auf geht’s, sag mir, dass es ein Konzeptalbum ist! 😉

„11“ ist tatsächlich eine Art Konzeptalbum. Die Lyrics stehen miteinander in Verbindung. Lass es mich erklären: Die „11“ wurde zu einem Symbol für das Album. Sie betrifft mich selbst und Begebenheiten aus meinem Leben. Sie findet sich in den meisten Texten wieder, in denen Tolovy Szenen meiner Vergangenheit beschreibt. Ich kam letztendlich zu dem Schluss, dass Nummern nicht ausschließlich mathematisch sind. Sie sind Versatzstücke, die in unserem Leben existieren, unser Dasein formen und Einfluss darauf haben.

Wie waren denn die Reaktionen auf „11“ denn im einzelnen? Bist Du zufrieden mit der Scheibe? Was kommt als nächstes?

Das Feedback war sehr positiv, was mich ziemlich überrascht, um ehrlich zu sein. Ich wollte ein wirklich gutes Album machen, das nicht nur mich zufrieden stellt, sondern auch andere. Und ich glaube, das ist uns gelungen. Ohne Zweifel ist es das beste DEVILYN Album, das wir bis dato aufgenommen haben. Was das nächste Album angeht, kann ich soviel verraten, dass es sich ziemlich von „11“ unterscheiden wird. Ihr werdet sicher überrascht sein!

Wie wichtig ist denn nun ein stabiles Line-Up für DEVILNY?

Ich würde gerne eine Stabilisierung innerhalb des Bandgefüges erreichen. Das momentane Line-Up ist das beste, das wir je hatten und ich würde es gerne so beibehalten. Wenn es tatsächlich so bleibt, steht uns in Zukunft alles offen!

DEVILYN mussten in der Vergangenheit ja einige Probleme bewältigen, seien es nun Line-Up Schwierigkeiten oder Querelen mit dem Label. Die haben die Band mit Sicherheit daran gehindert, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Bist Du mit der aktuellen Position der Band trotzdem zufrieden? Wo könnte die Band heute stehen, wenn die Dinge anders gekommen wären? Und was wohl am interessantesten ist: wo willst Du mit DEVILYN noch hin?

Wenn unser erstes Label „Reborn In Pain“ genauso gut promoted hätte wie „Artefact“, könnten wir heute vielleicht von der Musik leben. Aber es hat keinen Sinn, zurückzuschauen. Wir müssen nach vorn blicken und unser Ding durchziehen, denn die Vergangenheit können wir nicht ändern. Ich hoffe, dass wir in Zukunft keine Labelprobleme mehr haben werden. Da bin ich Optimist.

Der erste Schritt könnte da der Deal mit Conquer Records sein. Wie seid Ihr denn an die geraten? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit und was erhofft Ihr Euch davon?

Wir haben bei Conquer Records unterschrieben, weil ich die Leute kenne und ihnen DEVILYN anvertrauen kann. Ich hoffe, dass es sich nicht wie bei Blackend Records entwickelt, was die Promotion für „Artefact“ damals ja total den Bach runtergehen ließ. Ich glaube, dass Conquer ihr Bestes für die Band geben werden. Ob sie ihre Sache gut machen, wird die Zeit zeigen.

Denkst Du es ist von Vorteil, mit einem einheimischen Label zusammen zu arbeiten?

Mit ausländischen Labels habe ich seither nur schlechte Erfahrungen gemacht. Sie haben uns wie Scheiße behandelt. Bis heute stehen noch Zahlungen für unsere älteren Alben aus.

Hoffen wir, dass Ihr jetzt mehr Glück mit der Promotion habt. Wie sieht es denn mit Touren aus? Habt Ihr vor, auch nach Deutschland zu kommen?

Wir planen einige Gigs in Europa, die von Conquer Records vorbereitet werden, und ich hoffe, dass wir die Chance bekommen, uns auch in Deutschland sehen zu lassen. Wahrscheinlich wird das Ganze Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen.

Dann warten wir’s mal ab! Bony, ich danke Dir für das Interview. Bleibt am Ball, die letzten Worte gehören Dir!

Danke auch! Ich hoffe, das mit den Konzerten klappt und wir kriegen die Chance dort zu spielen, wo uns die Fans haben wollen. Das hängt aber auch von Euch ab!

24.08.2005

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