Facebreaker
Facebreaker

Interview

Edge Of Sanity haben sich wieder vereint. Ihr alter Sänger Roberth Karlsson ist jedoch nicht mit an Bord. Er hat mittlerweile seit ein paar Jahren wieder ein eigenes Baby am Start. Es hört auf den Namen Facebreaker und hat dieser Tage mit "Bloodred Hell" seinen ersten lauten Schrei von sich gegeben. Knackiger Schweden Death alter Schule wird einem hier um die Ohren geballert. Das wollten zwar Gitarrist Janne Ivarsson und Roberth im Interview nur zur Hälfte einsehen, aber auf einen gemeinsamen Nenner sind wir dann doch gekommen.

FacebreakerEuer Bandname klingt, wie sich eure Musik verhält. Zerstörerisch und brutal.

Janne: Ja, du hast Recht. Wir wollten einen Namen, der aus einem Wort besteht und dir direkt brutal straight ins Gesicht knallt. Unserem alten Gitarrist Janos ist dieses Wort eingefallen. Wir fanden ebenfalls, dass Facebreaker unsere Musik passend beschreibt.

Wie kam es zu Facebreaker?

Janne: Alles begann 1999. Wir tranken ein paar Bier und begannen darüber zu reden, eine Band zu formieren. Wir kennen uns alle, seitdem wir kleine verpeilte Kinder waren. Außerdem haben wir schon vor Facebreaker gemeinsam in anderen Bands gespielt. Einen speziellen Sound hatten wir anfangs nicht im Kopf, es sollte nur brutal klingen. Also haben wir unsere Instrumente eingestöpselt und angefangen zu bangen.

Gegründet wurde die Band von dir, Roberth. Du warst früher Sänger bei Edge Of Sanity. Was ist es für ein Gefühl, in einer der größten Death Metal-Bands eures Landes gespielt zu haben und jetzt wieder von vorne anzufangen? Ist es schwer oder stellt sich das Originalgefühl wieder ein?

Roberth: Es ist großartig. Ich bin schon in anderen DM-Bands aktiv gewesen, bevor ich bei EOS eingestiegen bin. Darkified und Pan-Thy-Monium, wo auch Dan und Benny von EOS involviert waren, haben in den 90ern ein paar Platten veröffentlicht. So war es bei EOS immer, als würde man mit Freunden abhängen, auftreten und Spaß haben. Das ist bei Facebreaker genauso. Und eigentlich fangen wir ja gerade gar nicht von vorne an. Uns gibt es bereits seit 1999. Also war ich bei Facebreaker und EOS gleichzeitig aktiv, bis sich letztere Mitte 2000 auflösten.

Was hältst du vom EOS-Comeback?

Roberth: Nicht meine Art von Musik. Die Produktion ist gut, aber meiner Meinung nach hört es sich nicht wie ein wirkliches EOS-Album an.

Wie stehst du generell zu Reunions? Meiner Meinung nach machen nicht wirklich viele Sinn, weil die alten Klassiker meist nicht mehr getoppt werden können.

Roberth: Das stimmt. Reunions gehen meist nur auf die Nerven. Es ist zwar schön, die Chance zu haben, einige seiner alten Faves mal wieder live zu sehen. Aber sie sind meist nur blasse Kopien ihrer selbst. Die Magie hat sich verflüchtigt.

„Bloodred Hell“ ist euer Full-Length-Debüt. Wie sind die Reaktionen bisher?

Janne: Wir haben in Magazinen wie Kerrang, Metal Hammer, Rock Hard oder Terrorizer großartige Reviews bekommen. Natürlich gibt es auch immer mal wieder einen Verriss, aber es wäre schon komisch, wenn uns jeder lieben würde. Wir wollen nicht jedermann gefallen – wir spielen Death Metal!

Ihr dürftet ab und an den Vorwurf hören, dass eure Musik schon tausend Mal da gewesen ist. Aber ihr stellt an euch selbst nicht den Anspruch, neue oder innovative Sounds zu schaffen, richtig?

Janne: Solche Vorwürfe sind mir total egal. We do what we do. Entweder man mag uns oder nicht. So einfach ist das.

Warum bevorzugt ihr den Schweden-Death alter Schule, anstatt eher technischeren US-Stuff oder Thrash zu spielen?

Janne: Wir alle hören sehr viele verschiedene Bands Stilrichtungen. Und wir waren alle sehr überrascht, als wir mit Bands wie Entombed oder Dismember verglichen worden sind. Natürlich mögen wir diese Combos, aber ich persönlich kann z.B. keine Ähnlichkeiten zwischen „Left Hand Path“ und „Bloodred Hell“ heraushören. Ich denke, unsere Musik ist eine Mischung aus allem, was wir privat hören. Wir versuchen nicht, auf Teufel komm raus eine Old-School-Schweden-Death-Band oder irgendetwas in diese Richtung zu sein. Wir spielen einfach, you know. Und obwohl es uns wirklich schmeichelt, in einem Atemzug mit diesen Bands genannt zu werden, würde ich uns nicht mit ihnen vergleichen.

Naja, ich finde schon, dass man ab und an Grave oder Dismember aus eurem Sound heraushören kann. Was sind es für andere Stile, die euch beeinflussen? Auf dem Backcover eurer CD ist mir ein Raised Fist-Shirt aufgefallen. Das tendiert eher in die Metalcore-Richtung.

Janne: Wie ich schon gesagt habe, wir sind offene Hörer. Das Schweden-Zeug ist nicht unser Haupteinfluss, sondern nur einer von vielen. Wenn man einen guten Song hört, ist es scheißegal, welche Nationalität die Band hat, was für eine Richtung sie spielt oder aus welchem Jahr das Stück ist. Hier einige unserer Favoriten: Death, Pestilence, Obituary, Disfear, Kreator, Raised Fist, Bolt Thrower, W.A.S.P. usw.

Es gibt trotzdem einige Bands, die in eure Richtung tendieren. Was macht euch speziell?

Janne: Gibt es? Ja, vielleicht. Aber jeder hat seine eigene Meinung. Also ist es dem Hörer überlassen, Charakterzüge von uns zu entdecken, die uns speziell machen, oder eben auch nicht. Kauft unser Album und urteilt selbst.

Warum ist der melodische Stoff, den z.B. Dark Tranquillity oder In Flames spielen, erfolgreicher in diesen Tagen?

Janne: Hmm…keine Ahnung. Ich weiß nur eins: Diese beiden Bands verdienen ihren Erfolg. Sie haben lange und hart dafür gearbeitet.

Worum geht es in den Texten auf „Bloodred Hell“? Um gewalttätigen, todesbleiernen Inhalt?

Janne: Unsere Band ist kein religiöses oder politisches Betätigungsfeld. Normalerweise holen wir uns unsere Textideen aus Filmen oder Büchern. Wirkliche Messages wollen wir mit ihnen aber nicht verbreiten.

Gibt es eine Chance, euch in den nächsten Monaten live in Deutschland zu erleben?

Janne: Es wäre großartig, durch Deutschland zu touren. Leider ist bis jetzt noch nichts gebucht. Wir spielen im Frühling ein paar Shows in Finnland und Schweden. Dazu kommt noch das schwedische Hultsfred Festival im Sommer. Aber wir hoffen, dass es klappen wird, und werden alles daran setzen.

Welche Ziele habt ihr mit Facebreaker?

Janne: Wir wollen einfach gute Songs schreiben und so oft wie möglich live auftreten.

Dann wie gesagt hoffentlich auch hier in Germany. Ein paar letzte Worte für unsere Leser?

Janne: Bang your head to Satan!

Galerie mit 7 Bildern: Facebreaker - Summer Breeze 2011
05.05.2004

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