
Iotunn
Kinship Tour 2026
Konzertbericht
Wenn Kollege Mirko Pidde einem Melo-Death-Album die volle Punktzahl gibt, ist etwas Besonderes entstanden. So geschah es 2024 bei „Kinship“, dem zweiten Werk von IOTUNN. Bislang konnten die Dänen das Album nur auf Festivals oder in Support-Slots präsentieren, was angesichts der durchschnittlichen Songlänge zu sehr kurzen Setlists führte. Zudem war Sänger Jón Aldará im vergangenen Jahr nicht dabei. Morten Bering Bryld war ein sehr guter Ersatz, doch wir waren gespannt, wie sich das Original live schlägt. Spoiler: Es war großartig.
Die Fotos kommen aus Aschaffenburg von Bastian Brocks, der Bericht aus Hamburg von Jannik Kleemann.
NEPHYLIM sind ein würdiger Opener
Alle Bands des Abends lassen sich im weitesten Sinne dem Melodic Death Metal zuordnen – so auch NEPHYLIM. Die Niederländer veröffentlichten im vergangenen Jahr ihr zweites Album „Circuition“ in Eigenregie; diese Tour könnte ein gutes Sprungbrett sein.
Entsprechend gut aufgelegt und mit Kriegsbemalung präsentieren sich unsere geografischen Nachbarn. Der Melo-Death der Band ist von schwedischen Einflüssen geprägt und kommt beim zahlreich erschienenen Publikum gut an. Erste Headbanger sind zu sehen, viele halten Bier in der Hand. Sänger Tijn Bosters macht einen guten Job und heizt die Menge kräftig an.
Für NEPHYLIM war der Gig genau richtig, denn nach dem Konzert sehen wir zahlreiche Interessierte am Merchstand, die sich mit der Band unterhalten und einen oder mehrere Artikel kaufen.
Galerie mit 22 Bildern: Nephylim - Kinship European Headliner Tour 2026 in Aschaffenburg


IN VAIN testen ihr neues Line-up auf Livetauglichkeit
Im März 2025 starb Gründungsmitglied und Sänger Sindre Nedland im Alter von nur 40 Jahren an Krebs. Nach einer Trauerphase führen IN VAIN das Vermächtnis ihres Freundes fort und präsentieren mit Kjetil Alver Lund den neuen Mann am Mikrofon. Der sympathische Schnurrbartträger füllt die Fußstapfen sehr gut und fühlt sich sowohl im klaren als auch im harschen Gesang wohl. Seine trockenen, humorvollen Ansagen erinnern zeitweise an Mikael Åkerfeldt.
Der Sound der Norweger ist deutlich progressiver als der von NEPHYLIM und schwankt zwischen melodischem Black- und Death Metal. Das Publikum feiert die Band, die eine ganze Stunde Zeit hat, ihre Songs zu präsentieren. Neben aktuellem Material von „Solemn“ gibt es auch Klassiker früherer Werke zu hören.
Mit der Qualität, die IN VAIN heute zeigen, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis sie selbst als Headliner unterwegs sind.
Galerie mit 23 Bildern: In Vain - Kinship European Headliner Tour 2026 in Aschaffenburg


IOTUNN stellen ihre Qualitäten voll zur Schau
Schon das Debüt „Access All Worlds“ überzeugte auf ganzer Linie, doch mit „Kinship“ zementierten IOTUNN ihren Status als heißester Newcomer im melodischen Todesstahl. Die Band verbindet Progressivität, Pathos und Epik und stellt all das an diesem Abend unter Beweis.
Neun Songs wirken für einen Headliner-Auftritt zunächst wenig, doch mit mehreren Zehnminütern relativiert sich das schnell. IOTUNN starten direkt mit „Twilight“ und „Mistland“ und verweben beide Songs zu einem epischen Ganzen.
Die Technik spielt bei den ersten ein, zwei Liedern noch nicht ganz mit: Die Gitarren sind kaum zu hören, der Bass wummert zu stark. Der Sound wird jedoch rasch korrigiert, sodass eines der wichtigsten Elemente der Band – die Klanglandschaft – voll zur Geltung kommt.
In den vorderen Reihen wird es spürbar enger; alle wollen einen guten Platz zum Headbangen und ins Geschehen eintauchen. IOTUNN lassen die Musik für sich sprechen, nur gelegentlich richtet Jón Aldará kurze Worte ans Publikum. Der verhüllte Frontmann nutzt seine mysteriöse Aura gekonnt.
Für IOTUNN-Fans bleiben keine Wünsche offen: Fast alle Songs von „Kinship“ sowie die stärksten Lieder von „Access All Worlds“ werden gespielt. Als das Konzert endet, sind sich alle einig, dass sich der Abend gelohnt hat. Die „Kinship“-Tour wurde bereits vom Bambi Galore in den Kronensaal hochverlegt – es wäre keine Überraschung, wenn die nächste Tour noch größer ausfällt.
Galerie mit 16 Bildern: Iotunn - Kinship European Headliner Tour 2026 in Aschaffenburg


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Iotunn, In Vain und Nephylim auf Tour
| 23.07. - 25.07.26 | Burning Q Festival 2026 (Festival)Grave Digger, The Haunted, Atlantean Kodex, Immolation, Spectral Wound, Lamp Of Murmuur, Crypt Sermon, Riot City, Endseeker, Phantom Spell, Megaton Sword, Servant, Nephylim, For Victory, Damnation Defaced, Rană, Moribund Oblivion, Steelpreacher, Traktat, Tyranthrope, Exorcism, Tyranex, Human Prey und The Chainsaw DemonsBurning Q Festivalgelände, Freißenbüttel |
| 06.08. - 08.08.26 | metal.de präsentiertParty.San Metal Open Air 2026 (Festival)Testament, Amorphis, Hypocrisy, Firespawn, Deceased, Desaster, Jungle Rot, Wolfbrigade, In The Woods..., Sorcerer, Hexvessel, Fleshcrawl, Tulus, Sunken, Sarcator, Baxaxaxa, Crawl, Temple Of Dread, Endonomos, Rats Of Gomorrah, Murder Squad, Sear Bliss, Guttural Slug, A Canorous Quintet, Wormed, Gates Of Ishtar, Sadistic Intent, Dark Funeral, Devourment, Sacred Reich, Wolves In The Throne Room, Misery Index, Asagraum, Groza, Internal Bleeding, Begging For Incest, 200 Stab Wounds, Bloody Vengeance, Messticator, Evoken, Lucifer's Child, TodoMal, Impurity, Morbus Dei, Sventevith, Moonspell, Alcest, Marduk, Iotunn, Schirenc Plays Pungent Stench, Panzerfaust, Gut, Nail By Nail, Celeste, Death Worship und For VictoryParty.San Open Air, Obermehler |
Jannik Kleemann
































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