
Left To Die
Breathe The Spirit
Interview
Auch wenn deine Zeit bei DEATH insgesamt zeitlich recht überschaubar war, so hat sie doch auch deine weitere Entwicklung als Musiker beeinflusst. Schließlich versprüht etwa OBITUARY eine ähnliche Energie wie die frühen DEATH-Werke.
Ja, absolut. Ich werde Chuck auch immer dankbar sein, dass ich damals diese Möglichkeit hatte. Ich war bereits mit Bill und Rick in MASSACRE zuvor, danach kamen wir dann gemeinsam zu DEATH und ich konnte später auch ein paar Passagen von „Spiritual Healing“ schreiben. Dieser Stil Musik zu schreiben, steckt natürlich noch immer in mir.
Du bist selbst eher ein ruhiger Zeitgenosse. Musstest du damals auch manchmal den Mediator an der Seite zwischen einigen Hitzköpfen spielen?
Ja, mein Naturell ist eher zurückhaltend, vielleicht ein bisschen schüchtern. Ich habe einerseits öfter mal die Mediatorposition eingenommen, auf der anderen Seite aber auch viel neben der Bühne oder dem Studio getan. Die Jungs hin und her gefahren, Merchandise verkauft, T-Shirts kreiert und so weiter. Aber ja, du weißt doch wie das ist, es gibt immer Drama. Chuck konnte schon eine ziemliche Diva sein und diskutierte manchmal über die kleinsten Kleinigkeiten. Da war es schon gut, als ruhiger Part da zu sein, sodass wir unsere Arbeit schnell fortsetzen konnten. Meistens wollte er damit aber nur seine Band beschützen. Wenn einer eine schlechte Meinung über uns äußerte, dann wollte er mit Chuck lieber nichts zu tun haben. Im Großen und Ganzen gibt es aber unzählige Bands, bei denen es deutlich schlechter lief als bei uns.
Gab es demnach auch Missverständnisse hinsichtlich dessen, was vielleicht an die Öffentlichkeit geraten ist und was nicht?
Wir waren keine Band, die Dinge wirklich öffentlich ausgetragen hat, das Meiste erfolgte Backstage. Aber klar, du musst dir bewusst sein, dass Dinge, die du auf der Bühne vollziehst, sich auch auf das Publikum spiegeln. Chuck hatte menschliche Züge wie du und ich, schließlich hat er sogar ein Album genau so benannt, er wusste das.
Einfach nochmal mit Chuck reden
Um wieder den Bogen zu LEFT TO DIE zu spannen: Kannst du verstehen, dass es durchaus Stimmen gibt, die sagen, dass man diese alten Demo-Schinken nicht anrühren sollte und man dessen Räudigkeit nicht reproduzieren kann?
Ja, absolut. Diese holprigen, schlecht produzierten Demos mit schepperndem Gesamtsound haben einen gewissen Charme, den mein 15-jähriges Ich nur bestätigen kann. Das war damals die dunkelste und böseste Musik, die ich jemals gehört hatte. Ich besaß zwar schon Musik von SLAYER oder HELLHAMMER, aber auf irgendeine Art, war dieses MANTAS-Demo noch fieser. Ich kann also die Stimmen der Puristen verstehen. Unsere Intention lag mehr darin, dass DEATH eben auch historische Bedeutung für das gesamte Genre hat und viele niemals die ersten Demos hören konnten. Wir haben nichts verändert, nichts angepasst, keine Riffs addiert. Es ist einfach eine besser hörbare Version dieser Demos.
Habt ihr schonmal darüber nachgedacht, irgendwann vielleicht doch eigene Songs im Stile der alten DEATH zu schreiben?
Ja, wir haben durchaus darüber nachgedacht, irgendwann solches Material zu schreiben. Aber bedenke: Alles, was du innerhalb der DEATH-Bubble veröffentlichst, sollte es wenigstens wert sein. Folglich werden wir uns dafür in jedem Fall die nötige Zeit nehmen. Ich kann dir also kein Datum nennen, oder ob jemals etwas veröffentlicht wird, aber wir wollen das in jedem Fall irgendwann tun
Werdet ihr das Ganze im Kollektiv schreiben oder gibt es auch hier einen Kopf, der hauptsächlich für das Songwriting verantwortlich ist?
Wir werden die Ideen gemeinsam zusammentragen. Rick schreibt ein wenig anders wie ich oder Matt, von daher wird das sicherlich in einem ganz speziellen Rhythmus zusammenfinden.
Habt ihr überhaupt genug Zeit, euch diesem Vorhaben so ausführlich anzunehmen?
Gewissermaßen schon, ja. Ich bin ziemlich agil und jongliere mit LEFT TO DIE, OBITUARY und INHUMAN CONDITION gleich zwischen drei Bands und auch die anderen Musiker sind durchaus beschäftigt. Gemeinsam ist es also nicht so einfach, Spots zu finden, doch zuhause ist das deutlich einfacher. Du kannst mit der Gitarre auf der Couch sitzen und die Ideen fließen lassen.
Wenn du Heute nochmal die Gelegenheit hättest, mit Chuck zu sprechen, was würdest du ihm sagen?
Ich würde sagen, Danke Mann! Ich hätte gerne mehr Zeit mit dir gehabt. Das ist eine ziemlich gute Frage. Ich würde einfach mit ihm reden wollen, nicht mal wirklich über Musik. Einfach abhängen und reden.
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Old School Death Metal |
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Patrick Olbrich



















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