Might Of Lilith
Might Of Lilith

Interview

Immer wieder für positive Überraschungen sorgt der heimische Underground, welcher wieder einmal eine noch recht junge, dabei aber sehr ambitionierte und hochklassige symphonische Melodic Black Metal Band hervorgebracht hat. Das erste Lebenszeichen, die MCD "Dawn Of The End", zeigt sich schon ziemlich professionell, es mangelt lediglich noch etwas an Eigenständigkeit. Folgendes Interview wurde mit Gitarrist und Bandgründer Eugen geführt.

Might Of LilithHallo Eugen! Erzähle uns doch bitte zuerst ein wenig über die Geschichte von MIGHT OF LILITH, stelle die Band bitte unseren Lesern vor!

MIGHT OF LILITH wurde 2003 von mir gegründet, um düstere Musik mit klassischen Einflüssen zu machen, die wir als melodischen Black Metal bezeichnen. Recht schnell hatten wir ein erstes Line-Up, mit welchem die ersten Lieder entstanden, nach einigen zwischenzeitlichen Umbesetzungen sind jedoch nur noch Anna und ich von den Gründungsmitgliedern übrig geblieben. Im Sommer letzten Jahres haben wir im Klangschmiede Studio unser Debüt aufgenommen, welches den Titel „Dawn Of The End“ trägt. Soweit die trockene Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse im Hause MIGHT OF LILITH

Wie kamst Du damals auf den Bandnamen MIGHT OF LILITH? Lilith („Die Nächtliche“) war ja die erste Frau von Adam, welche sich weigerte, ihm „Untertan“ zu sein. Interessierst Du dich stark für Mythologie bzw. Religion? Was verbindet Dich/Euch mit Lilith?

Als die Band noch ganz am Anfang stand, hatte unser ehemaliger Sänger die Idee, einen Namen mit Lilith zu verwenden. Dieser Vorschlag ist bei uns sofort auf regen Zuspruch gestoßen, da wir die Geschichte, die mit dieser Persönlichkeit verbunden ist, einzigartig finden. Lilith war der erste Mensch, der sich dem Willen Gottes widersetzt hat und dafür in Kauf nahm, harte Strafen über sich ergehen zu lassen. So entstand der Name MIGHT OF LILITH – Die Macht, sich gegen Gott aufzulehnen.

Was war damals Dein Ziel, als Du MIGHT OF LILITH gegründet hast?

Das Ziel war und ist nach wie vor, gute Musik zu schreiben, die Metal der härteren Gangart zusammen mit Melodien zu einer düsteren Mischung verbindet und den Zuhörer mitreißt. Und damit natürlich so weit wie möglich zu kommen. Also insofern nichts Außergewöhnliches, denn jeder Musiker hat einen gewissen Drang zur Selbstdarstellung und das Bedürfnis, die Anderen von seiner Vision der guten Musik zu überzeugen.

Kommen wir zur wirklich guten MCD „Dawn Of The End“. Auf dieser hört man melodischen Black Metal. Ist dies auch privat Euer bevorzugter Musikstil?

An dieser Stelle erstmal ein Danke für das Kompliment bezüglich unserer EP! Privat hören wir alle sehr unterschiedliche Musik aus dem Metal-Bereich, auch bei mir reicht das Spektrum von alten THEATRE OF TRAGEDY bis BEHEMOTH und HYPOCRISY, je nach dem, in welcher Stimmung ich mich befinde. Aber auch ruhige Musik wie LORRENA MCKENNIT oder Jazz findet man in meinem CD-Regal. Man verpasst einfach viel zu viel, wenn man sich auf nur ganz wenige Stilrichtungen beschränkt.

Bitte nenne uns die wichtigsten musikalischen und außermusikalischen Einflüsse von MIGHT OF LILITH!

Musikalisch ist der Einfluss von DIMMU BORGIR nicht von der Hand zu weisen, wobei ich persönlich finde, dass hauptsächlich die Kombination von eingängigen Refrains und schnellen Passagen sich dafür verantwortlich zeichnet. Es gibt nun mal sehr wenige Bands, die diese Elemente unter Einsatz von Keyboard effektiv verbinden, und da wird man den Vorwurf, eine Kopie zu sein, niemals los. Stilistisch haben wir eine deutliche Death Metal – Schlagseite des Gesangs, da Claudio viel eher in diesem Bereich zu Hause ist. Natürlich haben wir auch Einflüsse aus der Klassik, die durch das Klavierstudium von Anna stark vertreten sind. Als außermusikalische Einflüsse kann man Erzählungen nennen, die einen inspirieren, eigentlich alles, was starke Emotionen vermittelt.

Für ein Demo, in diesem Fall sogar für das erste, kommt die CD sehr professionell daher. Die Produktion ist schlichtweg klasse, das Coverartwork, Layout und die Fotos sind stimmig. Und die Musik selbst ist von recht hoher Qualität, gut eingespielt und wirkt auch durchdacht. Konntet ihr diesbezüglich schon aus früheren Bands Erfahrungen mit einbringen?

Ich habe vorher nur in einer Band gespielt, und die hatte stilistisch rein gar nichts mit dem zu tun, was ich jetzt mache, da es sich um Rock gehandelt hat. Insofern kann ich nur sagen, dass ich nur was das Songwriting angeht, dort Erfahrung sammeln konnte, da ich damals ebenfalls dafür verantwortlich war. Andere unserer Bandmitglieder haben aber schon in vielen verschiedenen Bands gespielt, bis auf Anna. Für sie ist es die erste Band, wo sie mitwirkt.

Wie entsteht eure Musik und wer zeichnet sich für die Texte verantwortlich?

Die musikalischen Ideen kommen meistens von mir. Was auf der EP zu hören ist, stammt fast vollständig aus meiner Hand, was aber bei den danach entstandenen Liedern nicht mehr ganz der Fall ist, da sich Wolfgang und Robert viel stärker an dem Songwriting beteiligen, als es frühere Mitglieder getan haben, was ich als positiv ansehe, da die Musik dadurch vielfältiger wird. Meistens werden zuerst die Gitarrenriffs schon zusammen mit den Keyboard-Linien ausgearbeitet, in der Probe probieren wir es alle zusammen aus und jeder bringt seine Verbesserungsvorschläge mit ein. Die Texte, für die Anna zuständig ist, entstehen vorwiegend erst am Ende, da es für sie leichter ist, wenn sie sich von der Musik inspirieren lässt.

Was kannst Du uns über den Inhalt der Texte erzählen?

Allgemein sind wir fasziniert von der Thematik des ewigen Kampfes zwischen dem Guten und dem Bösen, sowie den Erzählungen und Mythen, die die Menschheit im Laufe der Zeit über ihre Götter geschrieben hat. Das findet man auch in den neueren Texten, die sich neben Gefühlslagen mit Geschichten der Lilith und der Pandora befassen. Es verleiht den Liedern zusätzlich Intensivität, wenn es in ihnen um etwas geht, was über dem Menschen steht. Religion und Gottheiten waren schon seit jeher eine große Inspirationsquelle für viele Künstler. Die Texte zu „Master And Slave“ und „Curtains Of Wood“ von unserer EP stammen aber noch von unserem alten Sänger.

Gibt es schon Interesse seitens eines Labels?

Im Augenblick sind wir im Gespräch mit einer Plattenfirma, aber mehr kann ich zur Zeit nicht sagen.

Was ist Black Metal für Dich persönlich? Eher nur Musik oder eine Art Lebensphilosophie?

Für mich ist Black Metal Musik. Sie steht für sehr intensive Emotionen und ist ein Teil meiner Persönlichkeit, jedoch geht es nicht soweit, dass ich mein Leben danach auslegen würde. Ich habe viele andere Seiten und würde mich niemals als Misanthropen bezeichnen. Dazu lache ich viel zu oft, haha.

Anna ist ja Deine Schwester. Wie ist es, mit der eigenen Schwester in einer Band zu spielen?

Sehr gut! Zusätzlich zu der Tatsache, dass wir musikalisch absolut auf der selben Wellenlänge sind und sie eine außerordentliche Musikerin ist, verstehen wir uns unglaublich gut und deshalb gibt es überhaupt kein Konfliktpotential, wie manch einer vermuten würde. Ich kann mir wahrlich Schlimmeres vorstellen, als ab und an den Leuten klar machen zu müssen, dass wir nur Geschwister und kein Ehepaar sind.

Weshalb hat Euch Euer alter Bassist Rudolf Streck verlassen?

Sein Ausstieg war ziemlich unerwartet, da er immer engagiert war, aber er hat aus beruflichen Gründen nicht so viel Zeit aufbringen können und letztendlich war unsere Musik nicht ganz das, wofür er sich durch und durch begeistern konnte.

Seid ihr noch in anderen Bands/Projekten involviert?

Unser Sänger Claudio ist auch bei den Death Metal Acts MY DARKEST HATE und SACRIFICIUM zu hören, Mats spielt Schlagzeug bei CORONATUS, seiner Gothic Metal Band, und Robert ist an der Gitarre und Gesang bei LIFTHRASIL (Melodic Black Metal) am Werk.

Was sind Eure weiteren Ziele, was steht als Nächstes an?

Demnächst werden wir weniger live spielen und viel Zeit mit dem Schreiben neuer Lieder verbringen, damit wir bald ein komplettes Album als Nachfolger von „Dawn Of The End“ nachliefern können.

15.10.2006

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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