Purgatory
Die Brutstätte der Finsternis

Interview

Das Nossener Death-Metal-Kommando PURGATORY liefert seit Jahren konstant starke Scheiben ab, da bildet auch das neueste Werk „Omega Void Tribvnal“ keine Ausnahme. Wir fühlten Gitarrist René Kögel auf den Zahn, um dem Geheimnis von Erfolg und Konstanz wenigstens ein Stückchen näher zu kommen.

Grüß dich René! Seit nunmehr 23 Jahren walzt ihr mit euren Scheiben alles nieder, aber Nossen steht meines Wissens nach immer noch. Sind PURGATORY am Ende doch nicht so brutal, wie immer behauptet wird?

René: Wir sind nicht daran interessiert, unsere Heimat und damit die Brutstätte der Finsternis auszulöschen, hahaha …

Gut gekontert! Dann fragen wir anders: Wie würdest du euer neues Album in der Bandhistorie einordnen? Das Beste und Schönste überhaupt oder eher eine konsequente Weiterentwicklung der Band?

René: Es ist das aktuellste Album in der Bandgeschichte und ich sehe es in der Tat als eine Weiterentwicklung der Band an. „Omega Void Tribvnal“ führt definitiv den Weg der Vorgängeralben „Necromantaeon“ und „Deathkvlt – Grand Ancient Arts“ weiter, ist aber alles in allem noch etwas finsterer und atmosphärischer geworden. Wir sind sehr zufrieden mit der neuen Scheibe, sehen aber jedes einzelne Album als den jeweiligen Stand an, den die Band zu diesem Zeitpunkt hatte.

Wie schafft man es eigentlich, sich beim Songwriting äußeren Einflüssen möglichst zu verweigern und sein Ding so konsequent durch zuziehen wie ihr?

René: Ich denke, man kann sich äußeren Einflüssen nie ganz verschließen. Jedoch haben wir eine recht genaue Vorstellung davon wie wir klingen wollen. Vielleicht ist es auch unser teilweise vorhandenes Scheuklappendenken, das uns so konsequent sein lässt! In dieser Hinsicht ziehen wir als Band echt an einem Strang und liegen alle auf derselben Wellenlänge – dies ist ein sehr wichtiger Faktor.

Welche Bedeutung haben bei euch die Texte? Eher a) „Mittel zum Zweck und passen einfach gut zum infernalischen Sound“, oder doch eher b) „wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts“, oder gar c) „unsere Lebensphilosophie“?

René: Wir messen unseren Lyrics schon eine große Bedeutung bei. Das Gesamtkonzept sollte schon eine passende Symbiose aus Musik, Texten und Cover ergeben. Ich würde sagen, dass die Bedeutung irgendwo zwischen den von dir angegebenen Punkten b) und c) liegt. Diesmal haben wir mit Mister Deathmonger (Hatespwan, Charon) zusammengearbeitet. Er und unser Bassist Peter haben einen Großteil der Lyrics verfasst und unsere Ideen großartig umgesetzt.

Seid ihr zufrieden mit dem Status von PURGATORY, gerade angesichts der Situation in der heutigen Musikwelt? Oder könnte bzw. dürfte es schon gerne etwas mehr sein?

René: Wir machen unsere Musik nicht um eines Status Willen! Wir veröffentlichen Alben, wann wir es für richtig halten. Wir spielen regelmäßig Konzerte und müssen niemandem Rechenschaft ablegen oder uns gar für irgendjemanden verbiegen. In meinen Augen haben wir einfach keinen Grund, unzufrieden zu sein. Wir machen einfach das, worauf wir Bock haben und springen auf keinen Trend auf.

Gibt es in den letzten Jahren wirklich einen neuen Death-Metal-Boom, merkt ihr etwas davon? Oder wird ein solches Phänomen eher von uns Schreiberlingen herbei geredet?

René: Es wird schon bemerkt, wenn es wieder mehr Bands gibt und sich die Veröffentlichungen häufen. Jedoch bin ich der Überzeugung, dass ein sogenannter Boom nie gesund für eine Szene ist.

Dem muss man leider aus der Erfahrung heraus zustimmen. Auf einen Boom folgt logischerweise Übersättigung der Szene, nicht selten gefolgt von einer Art Krise. Davon wird jedoch eine Band wie PURGATORY kaum ernsthaft betroffen sein. Ganz anderes Thema: Was waren so die absoluten Highlights in eurer Karriere?

René: Es gab einige coole Momente in der Geschichte der Band. Etwas Besonderes z.B. war es, 2006 das erste Mal in Malta zu spielen. Auch unsere erste Tour mit VADER durch Osteuropa 1996 gehört definitiv dazu. Ich hoffe, wir werden noch einige solche Momente erleben.

Spielt ihr lieber kleinere Gigs und Tourneen als Headliner oder Co? Oder reizt euch mehr das größere Publikum, auch wenn ihr dann gefühlt schon gegen 16:00 Uhr auf die Bühne müsst?

René: Es hat beides etwas Besonderes, wobei ich persönlich die kleineren und dafür oft viel intensiveren Shows bevorzuge! Jedoch ist es auch eine gute Erfahrung, vor größerem Publikum zu zocken.

Wie schaut es allgemein in Punkto Metal in Nossen und Umgebung aus? Gibt es eine gesunde Szene, habt ihr da genügend Auftrittsmöglichkeiten zwischen Alter Spinnerei (Glauchau) und Skullcrusher (Dresden)?

René: Es gibt schon eine gesunde Szene hier in unserer Gegend. Coole Bands wären da z.B. ABYSSOUS, MUSICAL MASSACRE, SCHAFOTT, ARCHAIC THORNS. Weiterhin erwähnenswert wäre da noch die Leipziger Szene aus dem INTO ENDLESS CHAOS-Umfeld! Auftrittsmöglichkeiten gibt es ebenfalls ein paar. In diesen Clubs finden auch regelmäßig Konzerte statt.

Zum Abschluss noch die berühmten letzten Worte, Wünsche, Grüße..!?

Leiht „Omega Void Tribvnal“ Euer Ohr! Chaos. Death. Perdition!!!

Diesem Tipp kann man sich nur anschließen. Danke für das Interview René! Man sieht sich dann im Sommer auf dem berühmt berüchtigten Flugplatz Obermehler.

05.08.2016

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