Stabbing
Texas Brutal Death Metal

Interview

Mit ihrem ersten Album „Extirpated Mortal Process“ pflügen STABBING die amerikanische Death Metal Szene um: Brutalität, Dynamik, musikalische Weitsicht in einem Genre, welches seit Jahren in defizitären Schemen und Deadends feststeckt. Drummer und Bandmitgründer Rene Martinez zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung der Band und gibt Einblicke in die Entstehung des Albums und zum Band-Status-Quo.

Hallo Rene. Wie läuft das Leben in Texas und wie geht es Dir?

Hey, ich hoffe, auf der anderen Seite der Welt ist alles in Ordnung, mir geht es großartig!

Gratulation zu „Extirpated Mortal Process“ – ein großartiges Death-Metal-Album, das Ihr abgeliefert habt. Wie zufrieden seid Ihr mit dem Ergebnis? Wie liefen die Aufnahmen? Klingt alles so, wie Ihr es erwartet hattet?

Ich bin super zufrieden damit, wie alles herausgekommen ist. Da die Hälfte der Band drei Stunden voneinander entfernt lebt, mussten wir in verschiedene Studios gehen, um das Album aufzunehmen. Das ist keine einfache Sache, aber das Endergebnis hat mich umgehauen. Ich kann es kaum erwarten, dass alle Fans es hören.

Die Bandgeschichte ist noch nicht so lang, könntest Du uns also kurz erzählen, wie alles im Jahr 2021 zusammenkam?

Es fing damit an, dass Marvin und ich aus Spaß mit Riffs und Drum-Patterns herumprobiert haben. Wir hatten nicht wirklich vor, eine Band zu gründen, aber spätestens mit dem dritten Song war klar, dass wir etwas verdammt „Krankes“ erschaffen hatten und beschlossen, mit Meryl und Bridget das STABBING-Line-up zu vervollständigen.

Wie sieht es mit Euren persönlichen Einflüssen in der Musik aus? Was verbindet Euch als Band und als einzelne Musiker?

Für mich persönlich ist es eine große Vielfalt an Einflüssen. Ich habe als Kind angefangen, Classic Rock zu hören, dann habe ich Metal und Thrash entdeckt und schließlich Death Metal. Als ich dann in den frühen 2000er Jahren zu den Unique-Leader-Death-Metal-Bands kam, fing ich dann an, den Stil zu spielen, den wir bei STABBING verwenden.

Gibt es aktuelle Alben, die Du unseren Lesern ans Herz legen würdest?

Meine neue Lieblingsband sind OMNIOUS SCRIPTURES. Sie haben 2020 eine Platte namens „The Fall Of The Celestial Throne“ herausgebracht. Es ist eine meiner Lieblingsscheiben der letzten Jahre und ich kann es kaum erwarten, dass nächstes Jahr ihr neues Album veröffentlicht wird.

Mit Comatose Music habt Ihr ein Label gefunden, das perfekt zu Eurer Musik passt – wie fühlst Du Dich in diesem Roster?

Ich fühle mich bei Comatose Music absolut zu Hause. Ich kenne Steve und Comatose schon lange, da er zwei Alben meiner früheren Band DISFIGURED herausgebracht hat.

Brutal Death Metal hat den Underground über Jahre hinweg geprägt, wo seht Ihr den Anspruch und wie wollt Ihr Euer eigenes Zeichen mit dieser Band setzen?

Ich möchte, dass die Band für ihre Brutalität bekannt ist und, dass sie das grundsätzlich auch bleibt. Es klingt abgedroschen, aber es gibt viele Wege, wie man heute in der Welt des Brutal Death Metal herausstechen kann. Wir halten es einfach brutal und versuchen nicht, uns irgendwelchen Trends zu beugen.

Die Mischung, die Ihr spielt, ist ziemlich inspirierend – Brutalität, Technik und auch ein bisschen Slam. War das der Sound, den Ihr kreieren wolltet?

Wir hatten nie vor, eine bestimmte Formel mit unserem Sound zu entwickeln. Es ist einfach aus den Jam-Sessions heraus entstanden und wir sind im Grunde nur unseren Einflüssen gefolgt. Herausgekommen ist TXDM.

Im Moment kennen wir nur Eure Songtitel – kannst Du einen Einblick in die dahinterstehenden Texte geben?

Ehrlich gesagt, kann ich das nicht. Da ich der Schlagzeuger bin, weiß ich sehr wenig über die Texte. Ich „blaste“ einfach und schreibe Songs.

In einer von Männern dominierten Metal-Kultur ist STABBING mit zwei Frauen in der Band etwas Besonderes. Gab es dabei in der Vergangenheit schon einmal irgendwelche Schwierigkeiten?

Es ist das erste Mal, dass ich in einer Band mit dieser Konstellation spiele. Meine Frau und ich hatten vorher schon eine Band, aber noch nie in dieser Form. Die Aufmerksamkeit, die STABBING bekommen hat, ist völlig anders als bei meinen Bands, die nur aus Männern bestanden. Manches davon ist gut, manches super kritisch, weil zwei Mädels es besser drauf haben als so mancher Typ. Meryl und Bridget sind beide sehr talentiert. Das macht sie zu einer Zielscheibe für zusätzliche Kritik. Wir können damit umgehen, weil wir wissen, was die beiden können.

Du spielst also zusammen mit Deiner Frau in dieser Band – es scheint, dass Ihr beide diese Art von Musik liebt. Wie funktioniert das?

Das klappt sehr gut. Wie sollte es auch anders sein? Wir sind beide große Fans von brutalem Death Metal. In einer Band wie dieser zusammen zu spielen, macht schlichtweg Sinn.

Habt Ihr das Gefühl, dass sich der Death Metal im Allgemeinen verändert hat? In den Anfangstagen war Misogynie an der Tagesordnung und die einzige Maxime war, extremer und brutaler als der andere zu sein. Heutzutage distanzieren sich Bands von früheren Sängern und Texten und geben dem gesellschaftlichen Druck nach. Was hältst Du davon?

Ich persönlich habe mich nie dafür interessiert, was auch immer das „Thema“ einer Band ist. Von mir aus könnten sie über das Hüpfen in einem Blumenfeld singen. Solange die Musik brutal ist, bin ich dabei!

Ihr habt in letzter Zeit eine Menge Shows in den USA gespielt – gibt es Pläne, über den Ozean zu kommen?

Es gibt natürlich Pläne, aber ich kann noch nichts mit Sicherheit bestätigen.

Während die Veröffentlichung und Promotion von „Extirpated Mortal Process“ im Moment Priorität hat, gibt es schon Pläne für die Zukunft?

Ja, aber nichts worüber ich jetzt schon sprechen kann.

Vielen Dank für Deine Zeit und alles Gute für das Album und für Dich persönlich. Magst Du noch etwas hinzufügen?

Ich möchte mich einfach bei allen bedanken, die diese Band von Anfang an begleitet haben, und bei all den neuen Fans, die wir im letzten Jahr gewonnen haben. Es war ein wilder Ritt bisher und wir fangen gerade erst an. Prost!

Quelle: STABBING, IMPERATIVE PR, COMATOSE MUSIC
18.12.2022

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