Walkways
und der Weg zurück zu sich selbst!

Interview

Das Album wechselt ständig zwischen Zerbrechlichkeit und schierer Härte. Wie wichtig war dieser Kontrast für das Gesamtkonzept des Albums?

[Bar]: Er ist essenziell, aber es war nichts, was wir geplant hätten. Es entspricht einfach unserer tatsächlichen Art, Emotionen zu erleben. Wir alle bewegen uns durch Wellen aus Freude, Schmerz und Frustration, fühlen uns überwältigt von Glück oder Wut, von Liebe, Verzweiflung und Zorn.

Wenn wir nur schwere Parts schreiben würden, würden wir das Zerbrechliche darunter verbergen. Wenn wir nur ruhige Parts schreiben würden, würden wir die Wut unterdrücken. Unter der Aggression steckt fast immer etwas Zerbrechliches, das darauf gewartet hat, dringend wahrgenommen zu werden.

Was unseren Prozess betrifft, wissen wir nicht immer im Voraus, in welche Richtung ein Song gehen muss. Wir experimentieren. Manchmal können Worte, die in Wut geschrieben wurden, in Kombination mit einem sanften Arrangement verheerend wirken. Manchmal treffen dieselben Worte aber auch dann am härtesten, wenn man sie einfach für sich stehen lässt und mit der brutalsten Musik versieht, die wir schreiben können.

Es ist ein Prozess von Versuch und Irrtum, bis jemand es auf die richtige Weise fühlt.

„A F*k You, A Thank You“ klingt wütend, roh und vollkommen ungefiltert. Was steckt hinter dieser Wut?

[Ran]: Eigentlich handelt es sich um eine Mischung aus Wut und Befreiung, die in der Akzeptanz und Dankbarkeit für all den Scheiß verwurzelt ist, den ich in meinem Leben durchgemacht habe. Es geht darum, diese Wut als Antrieb zu nutzen, um die eigene Perspektive zu verändern und zu erkennen, was Gutes aus vergangenen Schwierigkeiten entstehen kann. Gleichzeitig ist es ein unterhaltsames, kathartisches Ventil, um einfach zu all dem „F*ck you“ zu sagen.

Es geht nicht darum, den Schmerz zu verleugnen, sondern darum zu akzeptieren, dass diese Erfahrungen dazu beigetragen haben, mich zu dem Menschen zu machen, der ich heute bin, und einen Weg zu finden, daraus etwas Sinnvolles zu machen.

Walkways

„A Virus. Prove Me Wrong“ verbindet Shouts, Spoken-Word-Passagen und vom Rap beeinflussten Gesang. Wie entscheidet ihr, welchen vokalen Ansatz ein bestimmter Song benötigt?

[Ran]: Ich versuche zu spüren, wie sich der Subtext und die Essenz der Lyrics möglichst authentisch vermitteln lassen. In „A Virus. Prove Me Wrong“ verbinden die Strophen beispielsweise Rap mit Growls und Shouts, um dieses Gefühl von Gier, Dringlichkeit, dem ständigen Verlangen nach mehr und dem Wunsch, Dominanz auszuüben, zu erzeugen.

Die Lyrics im Bridge-Part wirken dagegen beinahe wie eine Predigt oder eine Rede, die sich sowohl an die Menschheit als Ganzes als auch an mich selbst richtet. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, sie als gesprochene Worte vorzutragen – irgendwo zwischen persönlichen Gedanken und einer Ansprache an die Welt.

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Quelle: Walkways
03.09.2026

It`s all about the he said, she said bullshit.

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