Black Tusk
European Tour

Konzertbericht

Billing: Black Tusk
Konzert vom 23.09.2013 | Feierwerk, München

Black Tusk

Manche Bands machen live ja definitiv mehr Laune als auf Platte. So auch die Südstaaten-Sludger von BLACK TUSK, deren letzte Veröffentlichungen das Genre nicht gerade neu erfanden und deren Musik oft gerne ein wenig …schneller auf den Punkt kommt, als bei anderen vergleichbaren Bands. Insofern löst die Ankündigung eines BLACK TUSK-Konzerts nicht unbedingt Begeisterungsstürme aus, aber eine Show im Sunny Red des Feierwerks in München ist dann doch ein Grund, sich von den Jungs mal wieder was um die Ohren hauen zu lassen. Der kleine Kellerclub fasst keine 100 Leute und hat den nötigen Siff, den solch eine Musik einfach braucht, um entsprechend wahrgenommen zu werden.

Im Gepäck haben BLACK TUSK die Band FIGHT AMP, die musikalisch ähnlich verortet ist, mir bis dato aber nichts sagt. Na denn, mal sehen. Bei Ankunft ist das Sunny Red mit geschätzten 20 anwesenden Personen, Bandmitglieder ausgenommen, nicht gerade überfüllt. Es scheint leider, als bekämen BLACK TUSK auch einen so kleinen Schuppen nicht mehr voll. Mann Mann, ne steile Karriere sieht anders aus. Als dann FIGHT AMP irgendwann hinter ihren Instrumenten Aufstellung nehmen, sind aber doch so um die 40-50 Mann da, so dass der Laden angenehm gefüllt ist. Na geht doch.

Black Tusk

Musikalisch sind FIGHT AMP – zumindest momentan noch – ein zweischneidiges Schwert. Stilistisch schwer an frühe KYLESA erinnernd, ist der instrumentale Part teilweise wirklich treibend. Die Band (gerade der Drummer gibt Vollgas) ist mit Feuereifer bei der Sache und würzt die sonst gewohnt doomig-krachigen Songs mit einigen netten Ideen. Was allerdings nicht wirklich Laune macht, ist der Gesang. Bassist und Gitarrist teilen sich diesen und während der Mann am Bass noch ganz angenehm fies klingt, ist die Stimme des Herren an der Gitarre oft leider zu dünn, um dem instrumentalen Bollern entsprechend entgegenzuwirken. Ein bisschen schade ist das schon, denn so finde ich die Jungs am Ende zwar ganz OK, aber wirklich gekriegt haben sie mich nicht. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Band noch sehr jung ist und es hier auf jeden Fall noch eine Menge Luft nach oben gibt. Potenzial ist definitiv vorhanden. Sollte man im Auge behalten.

Für’s Auge sind BLACK TUSK natürlich sowieso etwas. Live ist es schon immer wieder echt nett mit anzusehen, wie sich Gitarrist Andrew und Bassist und Zauselbartträger Athon gegenseitig abfeiern. Da wird im Minutentakt ein Instrument in die Luft gereckt, sich gegenübestehend duelliert und gerade Athon ist in einer Tour am Grinsen, was in ständigem Kontrast zum sumpfig-dreckigen Sound der Band steht. Aber natürlich machen BLACK TUSK einfach auch Spaß. Alle drei Bandmitglieder teilen sich den Gesang/das Gegröle, was der Show eine gewisse Dynamik verleiht. Auf musikalische Experimente wird sonst zugunsten maximaler Zweckdienlichkeit verzichtet. Zwar werden die Songs im Laufe des Sets etwas gleichförmig, aber wir sind hier ja schließlich auf keiner Progrock Show. Also Butter bei die Fische. Lieber schnell noch ein Bier holen und einfach die nächste Riffwalze feiern.

Black Tusk

Das Publikum sieht das ähnlich, ist zwar nicht restlos begeistert, aber angenehm angetan und beim Quasi-Hit „Embrace The Madness“ kommt doch tatsächlich etwas Schwung in die sonst genretypisch kopfnickende Menge. Nach gut 40 Minuten ohne nennenswerte Ausfälle (allerdings auch ohne erkennbare Spitzen) ist dann Schluss. Schnell noch bei Athon, der natürlich zwei Minuten nach Set-Ende schon wieder hinter dem Merch-Stand steht, für die Show bedanken, ein Shirt krallen und mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man beim nächsten Mal guten Gewissens wieder kommen kann, wenn BLACK TUSK vorbei schauen, um für einen Abend ein bisschen Schlamm in unsere Ohren zu kippen.

text: struch

fotos: haslauer

16.10.2013

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