Black Tusk - Pillars Of Ash

Review

Savannah, Georgia zeichnet sich bekanntlich durch eine erstaunlich hohe Dichte namhafter Sludge-Kapellen aus. KYLESIA, BARONESS und die im Folgenden thematisierten BLACK TUSK kommen allesamt auf noch nicht einmal 200.000 Einwohner und machen das beschauliche Südstaatenstädtchen damit zur ernsthaften Konkurrenz für das Sumpf-Metal-Mekka New Orleans im benachbarten Louisiana.

BLACK TUSK haben sich ihren Szene-Status zweifelsfrei hart erarbeitet. Seit 2005 veröffentlicht die Gruppe fleißig Alben und befindet sich nahezu immer irgendwo auf Tour. Das Jahr 2014 hielt dann aber mit dem Tod von Gründungsmitglied und Bassist Jonathan Athon einen harten Schicksalsschlag bereit.  Studiowerk Nummer fünf „Pillars of Ash“ ist nun das letzte Album auf dem Athon zu hören ist und damit gleichzeitig Huldigung und Zukunftsansage. Es überzeugt über weite Strecken durchaus, nach wie vor fehlen aber die Brillanz in Sachen Songwriting und der Abwechslungsreichtum mit denen sowohl KYLESIA als auch BARONESS auf ihren zuletzt erschienenen Platten überzeugen konnten.

Das Album startet mit dem Hardcore-lastigen Doppel „God’s On Vacation“ und „Desolation Of Endless Times“. Das Riffing gerät hier etwas arg stumpf und die Songs erinnern an die frühen CANCER BATS – mit weniger charismatischen Vocals. Warum gerade zwei eher mittelmäßige Nummern das Album einleiten müssen, erschließt sich nicht ganz. „Bleed On Your Knees“ baut mit seinem ausgedehnten Intro eindeutig mehr Spannung auf und auch der restliche Song geht wesentlich besser rein. Richtig eingängig wird’s mit „Born Of Strife“, das von einem harmonischen Tremolo-Part durchzogen wird. Das Ergebnis ist einer der melodischen Songs des Albums, aber auch der mit den wenigsten klassischen Sludge-Anleihen.

In Richtung Albummitte geht es dann qualitativ weiter bergauf. „Damned In The Ground“ erfreut mit ordentlich Groove und „Beyond The Divide“ mit düsterer Grundstimmung und passenden Lead-Gitarren. „Black Tide“, „Still Not Well“ und „Walk Among The Sky“ lassen nicht weiter aufhorchen, fallen aber auch nicht ab. Was aber auch daran liegt, dass vieles einfach sehr ähnlich klingt. „Punk Out“ ist gegen Ende genau das. Könnte von SICK OF IT ALL stammen, Bass-Break inklusive. „Leveling“ startet mit sägend-schiefen SLAYER- Gitarren und geht im letzten Drittel unvermittelt in einen gruselig-verhallten Klavierpart über. Und dann ist „Pillars Of Ash“ auch schon vorbei.

BLACK TUSK sind nach wie vor der bei weitem punkigste Vertreter des Savannah-Dreigestirns und auch die walzenden Doom-Elemente, die im New-Orleans-Sound von DOWN und EYEHATEGOD omnipräsent sind, finden sich hier nicht wieder. Diese eigene Sludge-Interpretation verschafft der Band ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, ist aber auf Platte auch nicht immer sonderlich abwechslungsreich. Auf „Pillars Of Ash“ wird bekanntes gekonnt durchexerziert, ohne dabei viele Höhepunkte, dafür aber trotz der moderaten Spielzeit die ein oder andere Länge zu schaffen. Soundtechnisch und atmosphärisch stimmt das alles, beim Songwriting wäre dieses Mal aber noch Luft nach oben gewesen.

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21.01.2016

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