Crypta
Shades Of Sorrow: Final Rites

Konzertbericht

Billing: Crypta
Konzert vom 23.06.2026 | Cadillac, Oldenburg

Konzerte unter der Woche sind für die arbeitende Bevölkerung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bieten sie einen Ausgleich zum stressigen Alltag und eine schöne Möglichkeit, den Feierabend zu verbringen. Andererseits hat nicht jede:r nach einem Vollzeittag noch die Energie, abends das Sofa zu verlassen – insbesondere, wenn der Gig nicht in der Heimatstadt stattfindet. Wir haben uns dennoch ins Auto gesetzt und die 55 Kilometer von Bremen nach Oldenburg zurückgelegt, um CRYPTA auf dem letzten Tourabschnitt zu „Shades Of Sorrow“ zu besuchen.

CRYPTA liefern das perfekte Feierabendkonzert

Normalerweise ist es schön, wenn ein lokaler Support den Abend eröffnet, da man so die Gelegenheit hat, unbekannteren Bands eine größere Bühne zu geben. Heute hat sich jedoch niemand gefunden und das Cadillac weist augenzwinkernd darauf hin, dass dies allen Arbeitenden in die Hände spielt: Das Konzert beginnt bereits um 19:30 Uhr, sodass alle rechtzeitig wieder zu Hause sind. Das Publikum scheint es ähnlich zu sehen und zeigt sich motiviert – die Spielstätte meldet vor Konzertbeginn „sold out“.

Der Club ist bis in die hinteren Reihen gefüllt, doch wie für das Cadillac üblich, hat dennoch jede:r genug Platz. Als die Truppe um Sängerin und Bassistin Fernanda Lira die Bühne betritt, erreicht der Innenraum sofort Betriebstemperatur. Man könnte meinen, dass die Brasilianerinnen bei lediglich zwei veröffentlichten Alben einfach beide durchspielen. Tatsächlich reicht es aber „nur“ für zwölf Songs – sieben Nummern der aktuellen Platte, drei vom Debüt sowie die Single „I Resign“.

Das macht nichts, denn der Abriss dauert 65 Minuten und lässt keinen Raum für Füllmaterial. Beeindruckend ist zudem, dass CRYPTA heute mit einer Session-Schlagzeugerin auftreten, da Luana Dametto aus privaten Gründen vorzeitig heimfliegen musste. Cierra White spielt die Stücke, als hätte sie nie etwas anderes getan, und erntet dafür verdienten Applaus.

Als das Set mit „From The Ashes“ endet, ist es gerade einmal 20:45 Uhr. Das kommt uns entgegen, denn nach dem obligatorischen Shirtkauf sind wir bereits um 21:30 Uhr wieder zu Hause und können rechtzeitig in die Federn. Solche Konzerte unter der Woche wissen wir zu schätzen und kommen gerne wieder.

12.07.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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