
Foo Fighters
Take Cover Tour 2026 in Berlin
Konzertbericht
Ein bisschen Drama gehört bei einer Stadionproduktion dieser Größenordnung offenbar dazu. Beim Berlin-Stopp der „Take Cover“-Tour liefern die FOO FIGHTERS nicht nur ein fast dreistündiges Hitfeuerwerk, sondern geraten bereits vor ihrem Auftritt in eine wetterbedingte Zwangspause – die sich im Nachhinein als kaum der Rede wert erweist.
Starker Auftakt – und eine kurze Unterbrechung
Der Konzertabend beginnt früh: Bereits um 16:30 Uhr eröffnen FAT DOG, gefolgt von den IDLES um 17:30 Uhr. Letztere treiben die Stimmung im gut gefüllten Olympiastadion auf ein erstes Hoch – doch direkt im Anschluss folgt die Unterbrechung. Wegen eines aufziehenden Gewitters wird der Innenraum des Olympiastadions geräumt.

Foo Fighters – wegen Unwetter evakuierter Innenraum des Berliner Olympiastadions
Letztendlich bleibt es bei Regen statt Unwetter, und schon kurze Zeit später strömt das Publikum, das auf die Ränge evakuiert wurde, zurück auf die Fläche. Insbesondere im Golden Circle rennen viele Fans, um wieder (oder endlich) Plätze in den ersten Reihen zu ergattern.
Verspäteter Start – maximale Wirkung
Gegen 19:40 Uhr – 40 Minuten später als geplant – betreten die FOO FIGHTERS schließlich die Bühne. Der Einstieg gelingt spektakulär: Zu den ersten Takten von „All My Life“ hüllt roter Nebel das gesamte Stadion in ein surreales Licht. Es ist die visuelle Entsprechung dessen, was musikalisch folgt: Druck, Energie und keine Atempause.
Mit „The Pretender“, „Times Like These“ und „My Hero“ reiht sich Hit an Hit. Das Publikum, besonders im Innenraum, feiert von Beginn an jeden Song frenetisch. Ein Set, das früh deutlich macht: Selbst wer die FOO FIGHTERS bisher nur aus dem Radio kennt, wird erstaunt sein, wie viele Songs er/sie kennt und mitsingen kann.
Dave Grohl: Entertainer mit Haltung
Frontmann Dave Grohl zeigt sich gewohnt nahbar. Er entschuldigt sich für die Verspätung und betont, dass das Konzert in Berlin das größte ist, das die FOO FIGHTERS bislang in Deutschland gespielt haben. Ein Großteil des Publikums scheint die Band nicht zum ersten Mal zu sehen – was den kollektiven Enthusiasmus eher steigert als dämpft. Ein paar Hände gehen aber auch in die Höhe, als Grohl fragt, wer die FOO FIGHTERS heute zum ersten Mal live erlebt.
„Some shit for the old school people, some shit for the new school people“, kündigt Grohl an – und liefert mit „This Is A Call“ einen Höhepunkt für die langjährigen Fans der Band.
Intimität im Stadionformat
Ein dramaturgischer Bruch gelingt beim Wechsel auf die kleine Bühne, die der Hauptbühne vorgelagert ist. „Now I can see you up close“, kommentiert Grohl den Perspektivwechsel – nur um im nächsten Moment festzustellen, wie weit entfernt die Fans am anderen Ende des Innenraums sind.
Musikalisch wird es hier ruhiger: „Wheels“, „Marigold“ und „Big Me“ entfalten eine ungewohnt entspannte Atmosphäre. Letzteren Song spielen die FOO FIGHTERS laut Grohl inzwischen wieder häufiger – auch, weil niemand mehr Mentos auf die Bühne wirft. Ein kleiner, humorvoller Verweis auf die Bandhistorie.
Zurück zur Wucht – und ein ungewöhnliches Lehrstück
Mit der Rückkehr auf die Hauptbühne nimmt die Show wieder Fahrt auf. Songs wie „La Dee Da“, „Run“ oder „No Son Of Mine“ bringen die rohe Energie zurück ins Stadion.
Ein besonderer Moment folgt mit dem ausführlichen Band-Intro-Medley: Die FOO FIGHTERS präsentieren musikalisch die jeweiligen früheren Stationen ihrer Mitglieder – begleitet von eingeblendeten Bandfotos auf den Leinwänden. Von NO USE FOR A NAME über SUNNY DAY REAL ESTATE bis hin zu THE GERMS ergibt sich ein ebenso unterhaltsamer wie ungewöhnlich lehrreicher Abriss durch die musikalischen Biografien der Bandmitglieder. Zwar werden NIRVANA in diesem musikalischen Rückblick ausgelassen, aber Dave Grohl wechselt für den Song „Tap Dancing In A Minefield“ von Schlagzeuger Ilan Rubin die Instrumente mit diesem.
Finale mit maximaler Wirkung
Im letzten Drittel steigert sich das Konzert noch einmal spürbar. „Best Of You“ wird zum kollektiven Ausbruch, bevor mit „The Teacher“ ein epischer, emotional dichter Moment folgt. Den Abschluss bildet – wie erwartet und dennoch wirkungsvoll – „Everlong“, das das Olympiastadion ein letztes Mal in einen singenden Klangkörper verwandelt bevor das Konzert mit einem Feuerwerk ein fulminantes Ende findet.
Die FOO FIGHTERS liefern in Berlin ein Lehrstück in Sachen Stadionrock: groß, laut und durchzogen von einer spürbaren Spielfreude. Die kurzfristige Gewitterunterbrechung gerät dabei schnell zur Randnotiz, da die Band trotz des verspäteten Beginns fast drei Stunden durchspielt.
Was bleibt, ist ein Abend, der weniger durch Überraschungen überzeugt als durch Konsequenz – und durch eine Band, die auch nach drei Jahrzehnten noch genau weiß, wie man ein Stadion zum Beben bringt.
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Andrea Friedrich
































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