
Sarcasm
KI in der Musik? Scheiß drauf!
Interview
SARCASM sind eine besondere Band. Erst passiert gefühlt jahrzehntelang so gut wie nichts, und nun ein Knaller nach dem anderen. Der neueste lautet auf den Titel „Lifeforce Omnibound“. Wir sprachen darüber im Interview mit Sänger Heval Bozarslan.

Cover Artwork von SARCASM – „Lifeforce Omnibound“
Ihr habt ein neues Album mit dem Titel „Lifeforce Omnibound“ veröffentlicht. Der Titel klingt ziemlich metaphysisch/kosmisch. Was ist die Bedeutung/Botschaft des Titels und in welchem Zusammenhang steht er mit den Texten? Worum geht es in den Texten und handelt es sich um ein Konzeptalbum?
Ich habe mir diesen Titel ausgedacht, um den Inhalt des Albums zu beschreiben – es ist das übergreifende Thema, dass die Lebenskraft alles verbindet, was ist, und dass die schöpferische Energie mit allem in unserer Welt und im Universum verbunden ist. Und ja, es handelt sich um metaphysische/philosophische Inhalte, erzählt aus der Perspektive des nicht-physischen Bereichs. Es gibt viele Fragen, die ich dem Universum schon seit Ewigkeiten stelle, und die Antworten kommen zu mir, und ich verwandle sie in Songtexte.
Im Grunde geht es auf dem Album darum, unsere eigene Realität zu erschaffen, und darum, wie sich dieser Prozess verlangsamt, wenn man sich auf das Unerwünschte konzentriert. Jeder Song handelt von etwas, das mit unserer physischen Welt zu tun hat. Identität, Erziehung, Ungerechtigkeit, Krankheit, Krieg, Führer, Evolution und Tod. Es ist eher ein thematisches Album als ein Konzeptalbum, eher wie Informationen, die aus derselben Quelle stammen. So arbeite ich derzeit in dieser Band. Du siehst also, dass SARCASM kein typischer Horror- und Gore-Death-Metal ist.
Welche Idee steckt hinter dem Cover-Artwork und in welchem Zusammenhang steht es mit den Themen der Texte?
Dieses Mal wollte ich, dass unser Maskottchen „Sarcor“ – das eine Art „Führungsgeist“ oder das „innere Wesen“ symbolisiert – im Mittelpunkt beider Landschaften steht: Während er auf die angenehmere Seite zeigt und in der anderen, der weniger angenehmen Seite, eine Sanduhr hält, lautet das Konzept, dass für die Schöpfung ein Kontrast notwendig ist, den wir alle durchleben. Und die Sanduhr symbolisiert, dass uns nur begrenzte Zeit bleibt, bevor wir uns wieder mit der Urenergie verbinden.
Das neue Album „Lifeforce Omnibound“ ist wieder eine starke Mischung aus Melodic Death Metal und Black Metal. Für mich klingt das neue Album etwas komplexer und progressiver als eure früheren Werke. Wie beurteilst du das neue Album, eure musikalische Entwicklung?
Ich denke, mit dem neuen Album erkunden wir neue Gebiete. Es ist etwas komplexer als die vorherigen Alben, aber die Atmosphäre und die Rohheit sind nach wie vor vorhanden, ebenso wie die Melodien – wenn auch vielleicht nicht ganz so häufig wie zuvor. Wir achten sehr darauf, unsere Vergangenheit nicht zu vergessen, wenn wir ein neues Album schreiben – die Essenz muss immer da sein, aber dabei neue Elemente hinzuzufügen, ist unsere Philosophie. Die Musik ist zwar etwas ausgefeilter, ja, aber wir wollen es mit der Komplexität auch nicht übertreiben. Das Wichtigste ist, einprägsame Songs zu schreiben und ihnen einfach neue Wendungen zu geben.
Wie sind die neuen Songs entstanden? Hat sich der Entstehungsprozess in SARCASM verändert? Wie haben sich die Songs im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt?
Wie bei all unseren bisherigen Alben schreibt Peter (Laitinen, Gitarrist, Anmerk. d. Verf.) die gesamte Musik und ich alle Texte. Wir schicken uns keine Riffs hin und her, tauschen sie nicht aus und proben auch nicht zusammen oder so. Peter komponiert alles zu Hause und schickt mir dann alles, damit ich die Texte schreiben kann. Ich entwickle ein Konzept oder ein Thema, wenn ich mir alle Songs ein paar Mal angehört habe. Bevor ich mit dem Schreiben beginne, ordne ich die Titel in der Reihenfolge an, in der ich sie auf dem Album haben möchte. Wir haben immer acht Songs auf jedem Album; wir mögen keine überlangen Alben, etwa 40 Minuten reichen aus. Der gesamte Prozess dauert in der Regel etwa sechs Monate, manchmal auch länger.
Gitarrist Anders Eriksson ist nicht mehr bei SARCASM, richtig? Was sind die Gründe dafür? Welche Auswirkungen wird das auf die Musik von SARCASM haben?
Überhaupt keine Auswirkungen, da Peter die gesamte Musik macht. Anders ist wirklich sehr beschäftigt, und wenn er ins Studio gehen und seine Parts einspielen würde, würde das erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen – darauf können wir nicht warten. Wir wollen alle zwei Jahre ein Album veröffentlichen und dieses Tempo, das wir seit zehn Jahren beibehalten haben, nicht verlieren. Aber Anders ist weiterhin Teil der Band, allerdings nur bei Live-Auftritten. Das ist eher seine Entscheidung als unsere, und alle haben das akzeptiert.
Ihr habt das harte und zugleich melodische „Plunged Into A Paradox“ als eine der Singles des Albums ausgewählt. Warum habt ihr gerade diesen Titel ausgewählt, um das Album zu repräsentieren?
Ja, wir hatten vor diesem Titel noch zwei andere Singles, aber „Plunged Into A Paradox“ repräsentiert die Band meiner Meinung nach perfekt. Dieser Song hat alles, wofür diese Band steht: Melodien, Tempo, Härte, Komplexität, Eingängigkeit usw. Es ist ein ganz besonderer Song, und das Thema des Songs ist Krieg, das Paradoxon des Krieges.
Ihr habt ein Cover von DAMIENs „Onslaught Without Mercy“ aufgenommen. Warum habt ihr euch für diese Band und diesen Song entschieden?
Peter und ich sind riesige Fans von DAMIEN. Als wir über Bonussongs für dieses Album sprachen und darüber, ob einer davon ein Cover sein sollte, dachte ich an DAMIEN und den Song „Onslaught Without Mercy“, weil er so episch und dynamisch ist. Außerhalb Schwedens ist diese Band kaum bekannt, und umso wichtiger ist es, ihr durch dieses Cover zusätzliche Aufmerksamkeit zu schenken. Wir würden niemals ein Cover einer bekannten Band spielen – das wäre sinnlos. Wir mögen auch keine Cover-Songs auf Alben, aber da es sich hier um einen Bonussong handelt, ist das in Ordnung. Außerdem stammt er von einer Band, die noch nie ein Album in voller Länge veröffentlicht hat, was ihn in dieser Hinsicht zu etwas ganz Besonderem macht.
Was waren eure Ziele, als ihr mit der Arbeit an „Lifeforce Omnibound“ begonnen habt?
Wir wollten versuchen, uns weiterzuentwickeln und uns nicht zu wiederholen, den alten Sound beizubehalten und dabei neue Elemente hinzuzufügen, und ich denke, das haben wir erreicht.
Inwieweit strebst du als Musiker nach Perfektion bei dem, was du schaffst? Wie perfekt ist für dich in diesem Zusammenhang „Lifeforce Omnibound“?
Das hängt davon ab, was „perfekt“ bedeutet. Wenn perfekt bedeutet, dass etwas so geworden ist, wie man es sich in diesem Moment gewünscht hat, dann könnte man sagen, es sei perfekt. Aber wenn ein Album älter wird, gibt es immer Dinge, die man gerne noch angepasst hätte. Ich glaube nicht, dass man mit einem Album zu 100 % zufrieden sein kann.
Was kannst du uns über die Aufnahmen zum neuen Album erzählen? Was waren die Herausforderungen und was habt ihr bei dieser Produktion gelernt?
Die Aufnahmen verliefen wie bei unseren anderen Alben wirklich reibungslos; wir nehmen uns normalerweise viel Zeit beim Aufnehmen. Philip (Borg, Bassist, Anmerk. d. Verf.) hat sein eigenes Studio, daher gibt es keinen Druck und keine Deadlines. Es gab für niemanden irgendwelche Herausforderungen.
Ihr setzt eure Reise mit Hammerheart Records fort. Wie hat deren Unterstützung die Produktivität der Band beeinflusst, sodass schon so kurz nach „Mourninghoul“ diese neue Veröffentlichung entstanden ist?
Ihre Unterstützung ist unverändert – sie sind große Fans unserer Musik, und wenn wir ein neues Album aufnehmen und es ihnen schicken, ist ihre Reaktion immer dieselbe: Es gefällt ihnen und sie wollen es veröffentlichen. Wir haben keinen Vertrag über zehn Alben oder Ähnliches unterschrieben. Es läuft von Album zu Album. Es liegt also an uns, kein schlechtes Album aufzunehmen, denke ich. Unsere Produktivität wäre dieselbe gewesen, wenn wir bei einem anderen Label wären – der Prozess des Songschreibens hängt nicht davon ab, bei welchem Label wir sind.
Künstliche Intelligenz in der Musik erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wie ist deine Meinung und deine Eindrücke, insbesondere in Bezug auf ihre Möglichkeiten und ihre Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir Musik machen, produzieren und vertreiben?
Künstliche Intelligenz in Musik und Kunst ist meiner Meinung nach völliger Blödsinn und sollte vermieden und komplett verboten werden. KI ist wahrscheinlich in anderen Bereichen unserer Welt gut, aber in der Musik? Scheiß drauf!
Wie bist du überhaupt zum Death Metal gekommen? Wer waren einige deiner frühen Einflüsse?
Nun, wie bei vielen meiner Generation kam VENOM Anfang der 80er in mein Leben. Meiner Meinung nach sind sie für jedes extreme Metal-Genre verantwortlich, das danach kam – sie haben sozusagen den Stein ins Rollen gebracht, und danach kam logischerweise alles Extremere in mein Leben: SLAYER, BATHORY, HELLHAMMER, POSSESSED usw., ganz in dieser Reihenfolge. Und das hat sich dann in den 80ern einfach weiter ausgeweitet. Ich habe alles verschlungen, was mit Death/Black/Thrash/Crossover zu tun hatte.
Die Einflüsse von SARCASM lagen anfangs sehr stark bei diesen 80er-Jahre-Death-Metal-Bands wie AUTOPSY, DEATH, NIHILIST usw. Die Einflüsse haben sich natürlich mit der Zeit erweitert, aber mittlerweile haben wir unseren ganz eigenen Stil entwickelt.
Was hält das Feuer in dir am Brennen?
Ich weiß nicht, Alkohol vielleicht, ja, das ist mein Treibstoff. Und deutscher Speed Metal von 1984 bis 1989.
Was habt ihr für die nahe Zukunft geplant?
Wir schreiben gerade neues Material, das nächste SARCASM-Album ist bereits geplant, also haltet die Augen offen!
Viele Grüße an euch alle, und hört euch unser neues Album an, falls ihr das noch nicht getan habt!
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Death Metal, Melodic Black Metal, Melodic Death Metal |
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Markus Endres



















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