
Death Metal Scourge Bremen III
Der Untergrund lebt
Konzertbericht
FINAL PLAGUE veranstalten regelmäßig die Death Metal Scourge Bremen. Im vergangenen Jahr standen sie selbst auf der Bühne und brachten drei weitere Bands mit. Dieses Mal fungiert die Death-Metal-Truppe, deren Debütalbum „Downwards“ am 26. Juni erscheint, als Veranstalter und lud mit DEATH ATLAS, WRITTEN IN BLOOD, TEMPLE OF DREAD und FOETAL JUICE vier unterschiedliche Todesblei-Vertreter in die Zollkantine ein. Als Präsentatoren ließen wir es uns nicht nehmen, die Sause zu besuchen.
DEATH ATLAS – Elchtod aus Nienburg
Mit DEATH ATLAS eröffnet eine Band aus dem nahe gelegenen Nienburg die Death Metal Scourge. Ihr Sound ist jedoch weiter nördlich verortet – Stockholm stand deutlich Pate. Der HM2-Sound der Gitarren sägt fröhlich vor sich hin, und Sänger Thomas Bremer steuert starke Growls bei.
Die junge Band veröffentlichte im vergangenen Jahr ihre Debüt-EP „Wrath Unleashed“. Wenn die heutige Livequalität Rückschlüsse auf künftige Veröffentlichungen zulässt, dürfte es bis zum Debütalbum nicht mehr lange dauern. Wir sind jedenfalls schnell in Stimmung und feiern den Auftritt der Gruppe. Die gut 100 anwesenden Gäste tun es uns gleich.
WRITTEN IN BLOOD – Ex-Mitglieder und Sound von GOD DETHRONED
Ende 2022 veröffentlichten WRITTEN IN BLOOD ihr Debütalbum, doch die Bandmitglieder sind keine Unbekannten. Sänger und Bassist Bert „Beef“ Hoving spielte einige der besten GOD-DETHRONED-Alben mit ein. In seiner neuen Band greift er diese Einflüsse auf und spielt Todesblei niederländischer Prägung, der stark an seine ehemalige Band erinnert. Selbst sein Gesang weist Parallelen zu Henri Sattler auf.
Die Gruppe ist hoch motiviert und zerlegt die Zollkantine regelrecht, was die Anwesenden mit Moshpits und qualitativ hochwertigen Zwischenrufen („Das war ein gutes Lied!“) quittieren. Da die meisten Niederländer ein wenig Deutsch sprechen, dürfte das Lob angekommen sein. Wir hatten uns im Vorfeld nicht mit der Band beschäftigt und werden daher gleichermaßen überrascht wie überzeugt. Hoffentlich war der Auftritt auf der diesjährigen Death Metal Scourge nicht der letzte in Bremen.
TEMPLE OF DREAD – von der Insel zur Death Metal Scourge
TEMPLE OF DREAD sind vermutlich die einzige Death-Metal-Band von der Nordseeinsel Spiekeroog. Offiziell lebt nur Gitarrist und Bandgründer Markus Bünnemeyer dort, doch das reicht für einen gewissen Exotenbonus.
Die übrigen Mitglieder sind keine Unbekannten: Sänger Jens Finger bearbeitet bei SLAUGHTERDAY die Saiten, und Schlagzeuger Jörg Uken veredelt zahlreiche Bands in seinem Soundlodge Studio. Apropos Sound: Der ist bei TEMPLE OF DREAD ebenso exzellent wie bei den anderen Bands des Abends.
Die Old-School-Deather ballern sich durch ihr Set, das neben Klassikern und Songs des aktuellen Werks „God Of The Godless“ auch einen Vorgeschmack auf die kommende Scheibe „Dreadspawn Dominion“ bietet. Einige Hardcore-Fans sind vor Ort, moshen fleißig mit und erkennen jedes Stück sofort. Kein Wunder, denn es ist der erste Gig der Band in der Hansestadt. Da die Gruppe mächtig abliefert, hoffen wir auf eine zeitnahe Rückkehr mit dem neuen Album. Der Auftritt ist heute Abend eine Machtdemonstration – trotz geprellter Rippe des Frontmanns.
FOETAL JUICE sind der rotzige Headliner der Death Metal Scourge
Aus Großbritannien kommen FOETAL JUICE nach Bremen und legen hier einen Stopp ein, bevor es morgen nach Berlin weitergeht. Von den vier Death-Metal-Bands des Abends treten sie am ungezügeltesten auf. Der Mix aus Brutal Death und Grindcore kommt bei den verbliebenen Gästen gut an. Leider haben einige nach TEMPLE OF DREAD die Segel gestrichen. Wir fanden die Vorgänger zwar ebenfalls stärker, doch wenn eine Band den weiten Weg für einen Gig in der Zollkantine auf sich nimmt, bleiben wir natürlich bis zum Schluss.
Die gut beleibten Musiker beziehen ihre Körperfülle in die Performance ein und entledigen sich zwischendurch gerne ihrer T-Shirts. Als ein Schild mit der Aufschrift „Ballern!“ auf der Bühne landet, verstehen sogar die Briten, worum es geht, und brüllen das Wort vor den Blast-Passagen immer wieder ins Mikrofon.
Insgesamt wirkt der Gig von FOETAL JUICE angenehm anarchisch und macht gerade deshalb Spaß. Als die Gruppe fertig ist, sind wir verschwitzt und müde. Zeit für den Heimweg. Wir freuen uns auf die vierte Ausgabe der Death Metal Scourge.
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38528 Reviews und lass Dich inspirieren!
Temple Of Dread auf Tour
| 06.08. - 08.08.26 | metal.de präsentiertParty.San Metal Open Air 2026 (Festival)Testament, Amorphis, Hypocrisy, Firespawn, Deceased, Desaster, Jungle Rot, Wolfbrigade, In The Woods..., Sorcerer, Hexvessel, Fleshcrawl, Tulus, Sunken, Sarcator, Baxaxaxa, Crawl, Temple Of Dread, Endonomos, Rats Of Gomorrah, Murder Squad, Sear Bliss, Guttural Slug, A Canorous Quintet, Wormed, Gates Of Ishtar, Sadistic Intent, Dark Funeral, Devourment, Sacred Reich, Wolves In The Throne Room, Misery Index, Asagraum, Groza, Internal Bleeding, Begging For Incest, 200 Stab Wounds, Bloody Vengeance, Messticator, Evoken, Lucifer's Child, TodoMal, Impurity, Morbus Dei, Sventevith, Moonspell, Alcest, Marduk, Iotunn, Schirenc Plays Pungent Stench, Panzerfaust, Gut, Nail By Nail, Celeste, Death Worship und For VictoryParty.San Open Air, Obermehler |
| 17.10.26 | metal.de präsentiertNordhorn Deathfest 2026 (Festival)Temple Of Dread, HateDotCom, Keitzer, Phantom Corporation, Nightbearer, Pentacle, Carnal Tomb, Caedere, The Heritance und BenedictionAlte Weberei, Nordhorn |
Jannik Kleemann
































Kommentare
Sag Deine Meinung!