
Metal Lake Festival 2026
Schwermetall am See
Konzertbericht
Der Vörder See in Bremervörde ist ein schönes Naherholungsgebiet. Am 18. Juli 2026 verwandelt er sich für fast 2.000 Besucher:innen in ein metallisches Naherholungsgebiet: Das erste Metal Lake Festival feiert Premiere auf der Seebühne. Mit dabei sind mehrere exzellente lokale und internationale Bands, ein gutes Rahmenprogramm und eine malerische Kulisse.
Lokalhelden eröffnen das Metal Lake
Nachdem sich der Einlass aufgrund einer verspätet angelieferten Backline und eines langen Soundchecks des Headliners verzögert, startet das Metal Lake mit knapp einer Stunde Verspätung. Die Running Order ist damit hinfällig, doch das bleibt der einzige Kritikpunkt des Tages.
Bevor DISHONOR die Bühne entern, sind die Bremervörder Hafensänger an der Reihe. Der Shantychor stimmt mit bekannten Liedern auf das Festival ein und das Publikum feiert die Darbietung so sehr, dass sogar eine Zugabe nötig wird. Danach lösen die einen Einheimischen die anderen ab, und DISHONOR liefern den härtesten Sound des Tages. Die Band freut sich, dass ihre Heimatstadt an sie gedacht hat und ein Blick auf die zahlreichen Bandshirts im Publikum zeigt, dass die Lokalmatadoren ihre Anhängerschaft mobilisiert haben.
Doch auch für Zugereiste liefert die Gruppe mächtig ab, wenngleich der klare Gesang des Gitarristen über weite Strecken kaum zu hören ist. Zum Abschluss sorgt das SLIPKNOT-Cover „Psychosocial“ für einen fetten Circle Pit. So darf ein Festival beginnen!
Mit MOTÖRHELL aus Italien steht eine MOTÖRHEAD-Coverband auf der Bühne. Den Auftritt hätten wir eher im After-Headliner-Slot gesehen, um noch einmal alle Kraftreserven zu mobilisieren, doch auch zu früher Stunde funktionieren die Klassiker der Briten. Über die Songauswahl müssen wir keine Worte verlieren und die Performance ist nah am Original – inklusive Outfits, Stimmfarbe und Bart.
ANCIENT CURSE präsentieren die Metal-Lake-Hymne
ANCIENT CURSE haben als Bremer ebenfalls keinen weiten Anfahrtsweg, aber eine besondere Verbindung zum Festival, denn sie schrieben eigens eine Hymne dafür. Bevor sie diese zum Besten geben, gibt es einen gelungenen Mix ihrer beiden Alben „The New Prophecy“ und „Dimension 5“ zu hören. Highlights sind der Titelsong der aktuellen Platte, „Fire & Ice“, das mit jedem Durchlauf wachsende Instrumental „Tunnel Vision“ und natürlich das grandiose „Men Of The Storm“. Den Abschluss bilden die Metal-Lake-Hymne sowie der kubanische Nummer-eins-Hit „Plastic Tears“ von 1996, der eine Neuveröffentlichung samt Video erhalten soll.
VICTORY um Gitarrist Herman Frank liefern erdigen Hard Rock, der vor allem die älteren Semester im Publikum anspricht. Sound und Gastsänger Dyan Mair überzeugen. Der Fronter sucht die direkte Nähe zum Publikum und belebt die Performance zusätzlich.
FREEDOM CALL springen kurzfristig für RAGE ein, da Peavy Wagner krankheitsbedingt ausfällt. Die Happy-Metaller verbreiten beste Laune, und Grinsebacke Chris Bay ist bestens aufgelegt, seine „Silver Romance“ zu verbreiten. Da der Slot mit 90 Minuten großzügig bemessen ist, können FREEDOM CALL nahezu ein Headliner-Set spielen und führen uns durch ihre komplette Karriere – von frühen 2000er-Jahre-Stücken wie „The Quest“ bis zur aktuellen Single „Heavy Metal Happycore“.
Danach geben WARLORD noch einmal alles. Der Auftritt ist der einzige der Band in Deutschland in diesem Jahr, und entsprechend liegt der Fokus auf den Klassikern der 80er-Jahre. Zwar ist von der Originalbesetzung nur noch Drummer Mark Zonder übrig geblieben, doch die Musiker um ihn herum liefern solide ab. Insbesondere Sänger Giles Lavery macht eine gute Figur, sodass bis zum Hit „Child Of The Damned“ viele Besucher:innen vor der Bühne ausharren – trotz gelegentlichen Regens und sinkender Temperaturen.
Gelungener Einstand
Die erste Ausgabe des Metal Lake Festivals hat viel richtig gemacht: faire Preise, eine tolle Location, guten Sound, starke Bands und eine sehr gute Organisation. Entsprechend steht fest, dass 2027 eine Fortsetzung folgt. Am 10. Juli geht es weiter, und mit GRAVE DIGGER ist bereits ein Act bestätigt. Leider findet das Festival parallel zum Rockharz statt, sodass dieser Schreiberling verhindert ist. Dieses kleine Juwel bleibt dennoch fest für die kommenden Jahre im Gedächtnis.
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38625 Reviews und lass Dich inspirieren!
Jannik Kleemann































Kommentare
Sag Deine Meinung!