A Life Divided - Human

Review

Galerie mit 10 Bildern: A Life Divided - Hope Is Human Tour 2017 in Bochum

Die sympathischen Bayern von A LIFE DIVIDED bringen bereits ihr fünftes Album auf den Markt. Die Frage, ob „Human“ sich in die bisherige Schaffensreihe eingliedern kann, ist schnell beantwortet: Problemlos! Aber kann es auch für sich allein stehen?

Nun, „Human“ ist abermals ein A LIFE DIVIDED-typisches Machwerk: Elektronischer Gothic Rock, hörbare, aber nicht Überhand nehmende Pop-Anleihen, fetziger Rock’n’Roll – immer mit härteren Elementen gespickt, die den Sound ergänzen, als wäre es völlig natürlich, dass diese Mischung auch ganz ohne Kitsch funktionieren kann.

Zwar sucht man vergebens überraschende Tempowechsel oder ausgefeilte Wendungen innerhalb eines Tracks, aber A LIFE DIVIDED haben andere Stärken: Die kernigen Gitarrenriffs treiben voran, die Synthie-Elemente und Samples werden passend und schmeichelnd eingesetzt und nehmen vielleicht sogar an genau den richtigen Stellen die „Härte“ wieder etwas heraus. Das Schlagzeug dröhnt mit ordentlicher Kraft und aus den Boxen klingt eine ausgefüllte, aber nicht überladene Soundwand, die kurzum Spaß macht. Ein ganz großer Pluspunkt: A LIFE DIVIDEDs eigener und unverkennbarer Stil – und damit wird nicht gegeizt. Der rote Faden zieht sich durch das gesamte Album, jeder Song ist der Band zuzuordnen – ohne allerdings in seiner Machart vorhersehbar zu sein – und der unverkennbare Sound hat sich seit „Passenger“ noch einmal deutlich gefestigt, wenn nicht sogar gebessert. Der gebotene Stilmix ist zudem wirklich bemerkenswert: Nachdenkliche und balladesk anmutende Songs gehen Hand in Hand mit härteren Einflüssen, tanzbaren Tönen und Erinnerungen an so manche 80er-Klänge. Auch stimmungstechnische Abwechslung ist bei A LIFE DIVIDED Ehrensache: Frontmann Jürgen Plangger kann sowohl harsch als auch sehr gefühlvoll singen und bringt die lebensnahen Texte überzeugend auf den Punkt.

Ein unverkennbares Highlight der Platte ist der Opener „Burst“, der durch die Riffs und Shouts nicht nur musikalisch das härteste Stück der Platte darstellt, sondern auch hinsichtlich des Textes eine bisher eher ungewohnte Aggressivität aufweist. Sonst herrscht Abwechslung und damit Laune pur: „Just Nothing“ ist sehr rockig, „Could You“ klingt wie eine ROXETTEsche „She’s Got The Look“-Hommage, gepaart mit altbewährten Stilelementen von A LIFE DIVIDED, und „My Apology“ schreit förmlich nach den 80ern und könnte sicherlich die eine oder andere Gothic-Party stürmen – wobei der Mitsing-Faktor da eher zum Problem werden könnte, denn der ist generell enorm hoch.

Beweise?

Kann das Album nun also für sich allein stehen? – Sogar mehr als das. Es ist vielleicht sogar das ausgereifteste Album, welches A LIFE DIVIDED bisher veröffentlicht haben. Gegenüber dem direkten Vorgänger klingt „Human“ wieder etwas jünger, rockiger und die Gitarren stehen wieder mehr im Vordergrund, aber diese musikalische Ode an die Selbstreflexion hat durch ihre stark elektronischen Melodien für den handelsüblichen Mattenschwinger auch ihre Tücken, denn: A LIFE DIVIDED spielen nun einmal Gothic Rock. Melodisch, elektronisch, poppig, metallisch – aber das steht ihnen außerordentlich gut zu Gesicht. „Human“ zeigt, warum mit den Herren auch noch in vielen Jahren zu rechnen sein wird.

12.06.2015

The world is indeed comic, but the joke is on mankind.

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