



AMPEX haben wie so viele junge deutschsprachige Rockbands im Stall von Rookies & Kings angefangen und – ebenfalls wie viele Kollegen – den Sprung zum Indie-Label gemacht. Ihr viertes Album „Kein Weg Zu Weit“ erscheint im Quasi-Selbstvertrieb über das von der Gruppe neu gegründete Label D.M.M.S. Records. Hat sich sonst noch etwas geändert oder bekommen wir weiterhin den gleichen, kernigen Sound geboten?
AMPEX ist kein Weg zu weit
Den Titeltrack verwendet die Band aus Nordrhein-Westfalen gleich als Opener und liefert direkt einen Hit. Im Gegensatz zu den oft kratzigen und tabakgeprägten Stimmen der Kollegen ist das Organ von Sänger und Gitarrist Moritz Homrighausen sehr smooth und trotzdem eigenständig. Der Sound von AMPEX ist näher an Pop-Punk-Bands wie frühen DONOTS oder SUM 41 als an UNANTASTBAR oder ARTEFUCKT. Das vermittelt trotz der teils kritischen Texte eine positive Stimmung, und bei den Klängen bekommt man automatisch gute Laune und Lust, mitzusingen.
Auch die weiteren Stücke behandeln von Freundschaft und Fußball bis hin zu Einzelschicksalen viele interessante Themen und halten musikalisch das Tempo hoch. Erst mit „Würde Sich Was Ändern“ gibt es ein Akustikstück, das mit seinem leicht theatralischen Ansatz überzeugt. Auch der Text geht in Ordnung – keine Selbstverständlichkeit in einem Genre, das gerne in diverse Pathos-Fettnäpfchen tritt.
Gegen Ende geht „Kein Weg Zu Weit“ etwas die Luft aus. Songs wie „Hoch Die Gläser“ haben wir an anderer Stelle schon überzeugender gehört. Dafür gibt es mit den Blasinstrumenten beim Rausschmeißer „Das Kind In Dir“ noch einen leichten Ska-Einschlag, der gut klingt.
„Kein Weg Zu Weit“ gibt die Marschrichtung vor
Eigenvertrieb, abwechslungsreiche Lieder, vielleicht noch ein oder zwei Ohrwürmer mehr – dann wäre „Kein Weg Zu Weit“ ganz klar Oberliga. Doch auch in der aktuellen Form überzeugen AMPEX mit ihrem vierten Album und zeigen, dass sie viel kreatives Potenzial haben. Wenn die Band das hoffentlich generierte Momentum nutzt, ist die Erwartungshaltung an die nächsten Outputs hoch.

Jannik Kleemann































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