Artillery - When Death Comes

Review

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Oje, schon wieder so eine Band, die irgendwann in grauer Vorzeit eine relativ hohe Hausnummer war, den Durchbruch auf großer Fläche dann aber doch nicht geschafft hat. Nimmt man jetzt noch den nicht wirklich geglückten Reunion-Versuch von vor zehn Jahren (trotz sehr guter Platte) hinzu, grübelt man schon vor sich hin, warum die Stützer-Brüder jetzt erneut einen Versuch wagen ARTILLERY ins Gedächtnis der Fans zurück zu bringen. Ein Schelm, der denkt, das Thrash-Metal-Revival fördert zuweilen kuriose Blüten zutage.

Ein Grund, warum es damals nicht zum richtigen Durchbruch gereicht hat, dürfte sicherlich die ständig kriselnde Bandsituation sein, die die Band immer wieder zurückwarf. So haben sich die Dänen bei der neuen Platte “When Death Comes“ entschlossen auf die Dienste ihres ehemaligen Shouters Flemming Ronsdorf zu verzichten. Ob der neue Mann sich besser im Bandgefüge zu Recht findet als der alte Sänger, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist aber, dass Sören Adamsen sich mit seiner Leistung keineswegs hinter Ronsdorf verstecken braucht. Damit hätten wir auch schon den größten Unterschied zu den bisherigen Alben der Band geklärt. Die wesentlichen Merkmale, die ARTILLERY bis dahin auf ihren Veröffentlichungen ausmachten, sind natürlich auch auf “When Death Comes“ an allen Ecken und Enden heraus zu hören.

Die typischen Trademarks sind also nach wie vor vorhanden und dürften nicht nur Fans des europäischen Thrash-Metal ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubern, sondern auch all jenen, die seit zwanzig Jahren nichts mehr mit der Band, die den Blitz geritten hat, anfangen können. Die Mischung aus knackigen, harten Riffs und einem hohem Melodieanteil ist beinahe perfekt ausgewogen. Michael und Morten Stützer riffen sich durch Nummern wie den Titeltrack, “Damned Religion“ oder “Not A Nightmare“, dass es eine wahre Freude ist. Dabei wurde bei den Kompositionen darauf geachtet, dass jedes Element der Band genügend Platz hat sich zu entfalten. Die Rhythmusgruppe weiß durch interessante gestaltete Breaks zu punkten und zieht immer an der richtigen Stelle das Tempo wieder an oder bremst entsprechend des Songfragments hier und da auch wieder ab. Dadurch wirken die Stücke extrem abwechslungsreich, aber niemals überladen oder konstruiert. So in etwa gilt das auch für Sören Adamsen. Er weiß genau, wo er seine Stimme melodisch und an welchen Stellen aggressiv einzusetzen hat. Nachzuhören beim dem genialen “Sandbox Philosophy“, welches gleichermaßen brutal wie melodisch ist.

Dass die Band nicht auf Nummer sicher geht, beweist der Song “Delusions Of Grandeure“. Immer wiederkehrende akustische Gitarren treffen auf Up-Tempo-Passagen und (sehr) dezente moderne Elemente. Die Nummer ist sicherlich die ungewöhnlichste auf “When Death Comes“, aber definitiv auch ein Highlight der Scheibe. Man könnte den Song stellvertretend (wie aber auch alle anderen) für die Frische und den Biss, den ARTILLERY nach all den Jahren immer noch haben, anführen. Die Band klingt absolut nicht altbacken, hat es geschafft ihren typischen Sound zu bereichern und Songs auf die Platte zu stellen, bei denen den Hörer die Spielfreude des Quintetts quasi aus den Boxen anzuspringen scheint. Ein derart starkes Comeback habe ich der Band in keinster Weise zugetraut und ich ziehe meinen Hut vor einer Scheibe, die einfach nur Spaß macht. Hierfür habe sich die Dänen fette neun Punkte verdient. Dafür und weil auf der Platte kein Ausfall zu erkennen ist.

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09.06.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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