Artrosis - Fetish

Review

Beim Bandnamen Artrosis denkt man zwangsläufig zuerst an eine unangenehme Gelenkskrankheit. Dabei haben die Polen um Frontfrau Medeah ihre bisher 7-jährige Geschichte mit wohlig warmen, romantischen Gothic Metal im Stile von Theatre of Tragedy bzw. Trail of Tears begonnen. Überrascht hat nun schon der letzte Longplayer, auf dem die Band den metallischen Einfluss um eine ganze Stufe zurückgeschraubt und dafür ihr Werk um Anleihen aus der elektronischen Musik bereichert hat. Diese Entwicklung wird auch auf dem nun vierten Output (die englischen Versionen der vorhergehenden Alben nicht mitgerechnet) „Fetish“ konsequent fortgesetzt. Von Metal kann man hierbei eigentlich gar nicht mehr sprechen, so sporadisch und rezessiv werden die Gitarren eingesetzt. Auch der Drumcomputer klingt (beabsichtig) oft sehr synthetisch, wie es beim Dark Wave üblich ist. Das Keyboard bildet neben Medeahs Gesang das Grundgerüst für Artrosis´ Musik und spielt neben „traditionellen“ Gothic-Tönen auch desöfteren maschinelle Klänge, wie z.B. stampfende Maschinen oder klirrendes Metall, die dem ganzen einen Industrial-Touch verleihen. Dadurch wird teilweise eine recht kalte und sterile Stimmung erzeugt, was man von Artrosis so gar nicht gewohnt ist. Sobald Medeah aber das Micro in die Hand nimmt schlägt diese Stimmung in eine verträumte um, und man fühlt sich wieder an das Vorgänger-Werk erinnert. Neu ist, dass die Sängerin nicht mehr nur beim Gesang bleibt, etliche Passagen der polnischen Lyrics werden nun auch gesprochen, wirken teilweise etwas wehleidig, teils irgendwie fies oder auch hypnotisch, was recht gut mit dem elektronischen Gesamtsound harmoniert. In dieses Bild reiht sich auch das sehr schöne Artwork ein, das in seinen Brauntönen wirklich gut zu der Atmosphäre des Albums passt. Anfangs wollte mir das Album einfach nicht gefallen, zu eintönig, zu elektronisch schien es. Nach mehreren Durchläufen entfaltet es aber seine Wirkung, mal ist es verträumt, mal steril und kalt, aber auch beides gemischt, was mich irgendwie überrascht hat. Wem der Vorgänger gefallen hat, der sollte auf jedem Fall ein Ohr riskieren, aber auch alle, die Interesse an Gothic Metal/Rock mit Elementen aus dem Industrial und Dark Wave verspüren, sollten mal reinhören. Ob es auch diesmal eine Version mit englischen Lyrics geben wird, weiss ich leider nicht, ich persönlich finde aber, dass die Intensität der polnischen Originale dadurch etwas verloren geht und erfreue mich an der mir vorliegenden Version. (Link)

22.11.2001

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