
Soundcheck August 2026# 14
AXTY aus Brasilien sind neu im Roster von Napalm Records und spielen eine Mischung aus Metalcore und Deathcore, angereichert mit Passagen aus Djent und Nu Metal. Damit reiten die drei Musiker auf dem aktuellen Zeitgeist mit und verbinden Aggression mit Melodie, Hoffnung mit Brutalität und Breakdowns mit Turntables. Nach der EP „Unbreakable“ und dem Album „Helpless“ liegt mit „The Pain Made Me Who I Am“ das zweite Full-Length vor.
AXTY wirken auf den ersten Blick unnahbar und düster
Dass AXTY Musik machen, die von einer Generation gehört wird, die Songs nicht mehr im Albumkontext, sondern aus Playlists konsumiert, ist bekannt. Dennoch hat sich die Band beim Zusammenstellen ihrer Platte etwas gedacht: Die ersten beiden Lieder gehören zusammen und stellen den Albumtitel dar. Dabei ist das Intro „Pain Made Me“ sehr dissonant und sperrig, was zunächst abschrecken kann. Doch schon hier fallen die Nu-Metal-Scratches auf, die dem Sound eine interessante Note verleihen. Der Opener „Who I Am“ spielt weiter mit Genregrenzen und vermischt Metalcore-Strophen und -Refrains mit einem heftigen Deathcore-Breakdown und Rap-Elementen.
Genau dieses Fundament bauen AXTY weiter aus. Gerade die melodischen Auflockerungen tun dem harten Stakkato-Deathcore gut. Manche Alben des Genres überladen einen mit Soundwänden, ohne die nötige technische Finesse zu besitzen. Wenn man nicht so filigran vorgeht wie LORNA SHORE, wirkt das schnell erschlagend. Mit den klar gesungenen Refrains – die Stimme von Sänger Felipe Hervoso ist kraftvoll und emotional – gibt es Momente zum Durchatmen. Fans, die sich gerne in Moshpits prügeln, finden trotzdem genug Gelegenheiten – rülpsende Breakdowns und tief gestimmte Bassläufe inklusive.
„The Pain Made Me Who I Am“ verbindet gelungen verschiedene Strömungen
Manche Metalcore-Alben haben das Problem, zu poppig und beliebig zu sein. Manche Deathcore-Alben sind zu überladen und sperrig. AXTY vermischen die beiden Stile und erschaffen so eine Melange, die mehr gute als schlechte Seiten beider Genres vereint. Nur die eingangs erwähnten Nu-Metal- und Djent-Elemente verschwinden im Laufe des Albums zunehmend. Davon hätten wir gerne mehr gehört. Trotzdem sollte man die Gruppe auf dem Radar behalten.

Jannik Kleemann






























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