Disillusion
Ein Abend voller Illusionen

Konzertbericht

Billing: Disillusion und An Abstract Illusion
Konzert vom 09.05.2026 | Betty, Hamburg

Wenn DISILLUSION zum Tanz laden, kommen wir gerne. Zwar ist noch kein neues Album erschienen und „Ayam“ bleibt der aktuelle Longplayer, doch „Gloria“ wird dieses Jahr 20. Außerdem kann man die Prog-Legende aus Leipzig ohnehin immer live sehen. Mit AN ABSTRACT ILLUSION ist zudem eine weitere Illusion-Band dabei, die musikalisch und vom Anspruch her hervorragend zu den Headlinern passt. Da das Betty in Hamburg mal wieder doppelt belegt ist, geht es pünktlich um 20 Uhr los.

AN ABSTRACT ILLUSION passen perfekt zum Headliner

Vorab haben wir in AN ABSTRACT ILLUSIONs aktuelles Album „The Sleeping City“ reingehört, um einen Eindruck vom Sound zu bekommen. Was uns in den folgenden 60 Minuten erwartet, hätten wir dennoch nicht vorhergesagt. Die schwedische Progressive-Death- und Black-Metal-Band feuert ein Meisterwerk aus Riffs und Klanglandschaften ab, das seinesgleichen sucht. Die weit mehr als sechs Saiten des Leadgitarristen Karl Westerlund sind dabei nicht nur Show – er nutzt sie voll aus. Christian Berglönns Screams sind kraftvoll und emotional, die gelegentlichen klaren Vocals von Lukas Backeström runden das Bild ab.

Die Band stellt sich mit den Worten „We are AN ABSTRACT ILLUSION and we like long songs!“ vor – und das stimmt. 60 Minuten und fünf Songs sind eine Ansage. Dass viele Stücke jenseits der Zehn-Minuten-Marke liegen – darunter das großartige „Emmett“ und der Rausschmeißer „In The Heavens Above, You Will Become A Monster“ –, fällt dank der hohen Abwechslung kaum auf. Dazu kommt ein sehr guter Sound – keine Selbstverständlichkeit im Betty.

Als AN ABSTRACT ILLUSION sich verabschieden, bleiben zwei Gedanken: „Boah, war das geil!“ und „Hoffentlich gehen die wieder gemeinsam mit DISILLUSION auf Tour!“.

DISILLUSION feiern 20 Jahre „Gloria“

Eine Full-Album-Show wie zu „Back To Times Of Splendor“ vor zwei Jahren gibt es heute zwar nicht, dafür spielen DISILLUSION einige lange nicht gehörte Songs. Neben den Klassikern „The Black Sea“ und „Don’t Go Any Further“ – heute der Opener – bekommen wir auch „Save The Past“ und den grandiosen Titelsong „Gloria“ zu hören. Auf „The Hole We Are In“ müssen wir zwar weiter warten, doch einige Haken auf unserer Live-Checkliste konnten wir heute setzen.

Ebenfalls spannend ist die 7″-Single „Between“, die ein Jahr nach „The Liberation“ erschien und deshalb etwas unterging. Das ursprünglich Patreon-exklusive Stück ist ruhig und fügt sich erwartungsgemäß gut in den Sound ein.

Ganz und gar nicht ruhig ist dagegen der neue, noch unbetitelte Song des kommenden Albums. Für DISILLUSION-Verhältnisse ist das Stück kurz, knallt aber wie „Alone I Stand In Fires“ oder „Torment“. Wenn das ein Indikator für die Marschrichtung der kommenden Scheibe ist, steht uns ein weiteres Meisterwerk bevor.

Natürlich kommen auch Fan-Favoriten wie „Alea“ oder „And The Mirror Cracked“ nicht zu kurz – nur der Titeltrack des Jahrhundert-Debüts fehlt heute. Darüber sehen wir aber gern hinweg, denn dafür hat viel selten Gespieltes seinen Weg in unsere Ohren gefunden.

Das Betty ist gut gefüllt und DISILLUSION freuen sich über den großen Zuspruch. Die Tour endet heute Abend mit einem gemeinsamen Foto beider Bands und wir hoffen, dass DISILLUSION bald zur nächsten Reise aufbrechen. Wir werden dabei sein.

18.05.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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