Evergrey
Prog-Power-Abend bei 40° im Schatten

Konzertbericht

Billing: Evergrey und Ancient Curse
Konzert vom 19.06.2026 | Gulfhaus, Vechta

Am Freitagabend sind in Vechta über 30 Grad im Schatten – beste Voraussetzungen für ein Indoor-Konzert in einem verhältnismäßig kleinen Laden. EVERGREY machen im Gulfhaus Halt, als Support sind ANCIENT CURSE aus Bremen dabei, die genretechnisch hervorragend zum Headliner passen. Um kurz vor 20 Uhr fällt der Vorhang und die Quasi-Lokalmatadoren legen los.

ANCIENT CURSE nutzen die Aufmerksamkeit

Mit ihrem progressiven Power Metal passen die Bremer ANCIENT CURSE sehr gut ins Line-up. 45 Minuten haben sie Zeit, die Menge anzuheizen. Zwar sind beim Betreten des Ladens bereits alle auf Betriebstemperatur, doch davon lässt sich das Quartett nicht beeindrucken.

ANCIENT CURSE spielen einen Mix aus ihren beiden aktuellen Alben „The New Prophecy“ und „Dimension 5“. Die Stücke sind dem Publikum teilweise bekannt – im Publikum sind auch einige Shirts der Gruppe zu sehen.

Es ist egal, wie oft man die Gruppe im Jahr sieht – wir waren immerhin schon im Januar in der Zollkantine und im April beim Benefizkonzert für Hot Shot Records dabei. Es macht immer Spaß. Auch heute gehen Lieder wie „Forevermore“, „Dimension 5“ oder das großartige „Men Of The Storm“ runter wie Öl. Die 45 Minuten vergehen wie im Flug, und mit dem düsteren „Deny & Destroy“ verlassen ANCIENT CURSE die Bühne. Zum Glück sehen wir uns schon bald auf dem Metal Lake Festival wieder.

EVERGREY präsentieren ihr neues Album

Mit „Architects Of A New Weave“ haben EVERGREY im Mai beeindruckenderweise ihr 15. Album veröffentlicht. Dementsprechend finden sich gleich fünf Songs daraus in der Setlist. Das ist schön, weil die Platte wirklich Spaß macht, aber auch schade, da bei insgesamt 16 Songs mehrere Alben gar nicht berücksichtigt werden.

Trotzdem ist die Hitdichte hoch. Tom S. Englund erzählt, sie hätten einen Haufen Songs mitgebracht. Deshalb sollten alle nach jedem Lied nur zweimal klatschen, damit wir bis zum Ende durchhalten. Daran hält sich natürlich niemand und gerade in den vorderen Reihen wird fleißig mitgesungen und getanzt.

Neben dem neuen Album sind vor allem die Vorgängeralben „Theories Of Emptiness“, „A Heartless Portrait“, „Escape Of The Phoenix“ und „The Atlantic“ vertreten. Lediglich „A Touch Of Blessing“ von „The Inner Circle“ ist bereits über 20 Jahre alt.

Gegen Ende des Sets folgt nach einem kurzen Piano-Part noch ein Oldie: „Words Mean Nothing“ und „I’m Sorry“ präsentieren EVERGREY heute in einer zerbrechlichen Akustikversion, die eindringlich wirkt.

Dass Englund und seine Mannen mit „Oxygen!“ den passenden Song für das Ende gewählt haben, wirkt beinahe wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Zwar lüften die Mitarbeiter:innen des Gulfhauses fleißig, doch die Temperaturen bleiben bis zum Konzertende hoch. Sympathisch: EVERGREY kommen kurz nach dem Gig noch für Gespräche, Fotos und Autogramme zum Merchstand.

24.06.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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