Azmaveth - Strong As Death

Review

FAST wäre ich dem Promozettel auf den Leim gegangen. Ein Blick in das Booklet des zweiten Albums der Puertoricaner AZMAVETH bewahrte mich dann doch glücklicherweise vor einem kleinen Desaster. Denn im Gegenzug zum Werbetext dreht es sich bei “Strong As Death” keineswegs um eine Platte, die Anhänger des Black Metal ansprechen sollte. Wieso? Darum: Bei AZMAVETH handelt es sich um eine so genannte White-Metal-Band, welche sich ihrem Herren Jesus Christus mit Leib und Seele verschrieben hat. Gut, inwieweit sich die gute oder die böse Seite der Macht im Endeffekt daran stört bleibt jedem selbst überlassen. Nichtsdestotrotz bin ich über das Aufgeklärte Missverständnis recht froh, denn auch musikalisch gibt “Strong As Death” leider nur halbgare Informationen über die seelische Herkunft des Gebotenen.

Der Kern des Ganzen liegt jedenfalls im äußerst melodischen, keyboardlastigen Endneunziger-Black Metal (man verzeihe…).Soll heißen, dass die recht dominanten Tastentöne den melodischen Part der Musik vorgeben, während die Gitarrenfraktion eher unterstützend wirkt, was dem Ganzen für meine Geschmack schon einmal von Grund auf einen eher kitschig wirkenden Anstricht verpasst. Auch gesanglich setzt man auf genrebekannte Wechsel zwischen Death-Metal-Grunts und extrem schrill kreischender Black-Metal-Keife. GRAVEWORM lässt also die Eltern lieb grüßen, und das nicht nur von stimmlicher Seite her. Ansonsten bewegt man sich verdächtig oft in einer Schnittmenge zwischen schnellerem Bombast-Gothic-Metal und traditionellen Heavy-Metal-Parts. Das ist zwar sicherlich eine grundsolide Mischung, die seinerzeit gut funktioniert haben mag. Mich persönlich jedoch kann das Ganze nicht mehr im Geringsten beeindrucken. Im Gegenteil, mit zunehmender Spielzeit fühlt man sich von “Strong As Death” aufgrund der durchschnittlichen Vorhersehbarkeit und der erzielten Punktzahl auf der Kitsch-Skala eher genervt anstatt ins Verzücken zu geraten.

Ferner wurde die seelenlose, fette Produktion zusätzlich mit einem derart getriggerten Schlagzeug versehen, dass es sich beim Ertönen von Bassdrum und Snare genauso gut um eine 80er-Pop-Aufnahme handeln könnte. Ich muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnen, wie sich das Ganze bei den spärlich gesäten Blastbeat-Passagen anhört. Die eigentlich gut gemeinten Akustikeinschübe, die offenbar als Bindeglieder zwischen den einzelnen Tracks gedacht sind, wirken im Gesamtbild leider ebenfalls eher Fehl am Platz. Sei es aufgrund der jeweiligen extrem kurzen Dauer der Stücke oder den streckenweise doch eher unpassend wirkenden Melodien, die da aus dem Hut gezaubert werden.

AZMAVETH haben es mit “Strong As Death” zwar vermutlich wirklich gut gemeint (und zwar im doppelten Sinne, höhö) und sich spielerisch recht ins Zeug gelegt. Nichtsdestotrotz ist in meinen Augen die Zeit derartiger Musik einfach abgelaufen, und der kitschige “Bombast” des Ganzen, macht die Sache leider auch kaum besser. Im Gegenteil…

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19.11.2008

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