Canaan - Contro.Luce

Review

CANAAN zählen mit zu den wichtigsten Adressen, wenn von dunkler, düsterer Musik aus Italien die Rede ist, keine Frage. Und selbst wenn sich Mastermind Mauro Berchi in den letzten Jahren in erster Linie um sein zweites Projekt NERONIA gekümmert hat, galt das Unternehmen CANAAN niemals als beendet, wie man auch davon ausgehen kann, dass momentan zwar die Priorität erneut anders gelagert zu sein scheint, wir aber doch auch wieder neues Futter von NERONIA verabreicht bekommen werden.

Mit „Contro.Luce“ (dt. „Gegenlicht“) präsentiert uns die Formation ein für alle Dunkelheimer wohl überaus spannendes Werk, das nicht nur durch die Tatsache aus der Veröffentlichungsflut herausragt, dass die Texte allesamt in italienischer Sprache vorgetragen werden, sondern auch, weil man die insgesamt 21 Kompositionen (inklusive zahlreicher, zum Teil namenloser Interludien) zu einem wahrlich packenden Gesamtkonzept zusammengefügt hat.

Zwar wird sich der hart rockende, headbangende Teil der Leserschaft nicht wirklich von CANAAN angesprochen fühlen, weil man diesbezüglich hier definitiv an der falschen Adresse ist, wem es jedoch nach einer phasenweise regelrecht skurril anmutenden Melange aus Dark Wave, Ambient und World Music gelüstet, der ist hier absolut richtig.

Vom Aufbau her ist es interessant mitzuverfolgen, dass zumeist ein titelloses Stück im Anschluss an eines mit Titel folgt, so als ob die Künstler ihren schöpferischen Drang innerhalb der Kompositionen selbst nicht vollständig ausleben konnten und wahlweise einen „Abklang“ (oder auch ein Vorspiel zum nächsten Track) hinzufügen mussten. In wie fern das als Teil eines Konzepts zu verstehen ist, vermag ich nicht wirklich zu beurteilen, jedenfalls passt diese Vorgehensweise gut zum Gesamtbild.

Auch wenn manche Kompositionen noch nicht einmal im Ansatz etwas mit „Rockmusik“ im eigentlichen Sinne zu tun haben, muss selbst meine Wenigkeit CANAAN attestieren, ein überaus imposantes Werk abgeliefert zu haben, das mit ungemein vielen Spannungsmomenten und Überraschungen aufwarten kann.

Die Palette reicht dabei von ethnischen Klänge, wie in „4“, das den Zuhörer schnurstracks auf eine Reise gen Nahen Osten entführt und orientalisches Flair versprüht, bis hin zur beklemmenden Atmosphäre von „Lascivia“, das zunächst mit Melodien eines Schlangenbeschwörers aufwartet, ehe uns dunkelste Klänge im Sinne früher FIELDS OF THE NEPHILIM kredenzt werden, die durch die italienischen Lyrics noch ein wenig geheimnisvoller wirken.

Zugegeben, „Contro.Luce“ ist auf Dauer nicht unbedingt einfach zu ertragen und auch alles andere als ein Album um in einen Tag zu starten, wer sich jedoch ganz gerne mal absolut ungewöhnliches Liedgut zu Gemüte führt, liegt hier richtig, denn dieses Album macht sich als dunkler Farbtupfer mit Sicherheit in jeder Kollektion ganz gut.

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20.12.2010

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