Circus Of Fools - REX

Review

Melo Death trifft Gothic Metal im Zirkus ?!

Obwohl es CIRCUS OF FOOLS bereits seit 2012 gibt, erreichten sie erst durch ihren Sieg beim Newcomer-Wettbewerb des M’ERA LUNA Festivals 2017 ein breiteres Publikum. Nun ist es 2018 also an der Zeit das zweite Album zu veröffentlichen. “REX“ heißt die Platte, welche wohl am besten als spannende Melange aus Gothic Metal, Melodic Death Metal und Zirkusmusik beschrieben werden kann.

Die Kombination aus scheinbar unvereinbaren Stilen steht CIRCUS OF FOOLS erstaunlich gut. Bereits der Opener “Testimony Of An Ignorant Prick“ zeigt, wie gut dieser teilweise experimentelle Sound gelingen. Nach einem Intro aus verspielten, sphärischen Klängen lösen donnernde Gitarren den tranceartigen Zustand auf. Die Bratsche spielt darauf in scheinbarem Kontrast ein melancholisches Thema und leitet in einen Song über, in dem Growls und der Klargesang von Sängerin Carolin Saia harmonisch ineinandergreifen. Rhythmische Passagen sorgen für zusätzliche Dynamik und hinterlassen einen gewaltigen ersten Eindruck. So darf es weitergehen.

Zwischen „Gut“ und „Sehr Gut“ wird hier viel geboten

CIRCUS OF FOOLS erfüllen diese Bitte offensichtlich nur allzu gern. “Caligula“, “Styx 2.0“ oder “Smile Baby, Chelsea Smile“ – die Liste an packenden Nummern mit abwechslungsreichem Klangbild ist lang. “REX“ spielt mit unterschiedlichen Genres, die mal in Hedabanger-Riffs, mal in tanzbarem Groove oder gar in Elektro-Swing enden. Letzteres findet sich im Song “Drag Me Onto Your Orbit“, einer Nummer, die stellvertretend für die musikalische Vielfalt steht, die uns CIRCUS OF FOOLS anbieten. Auch ein Ausflug in die deutsche Sprache wird gewagt. “Sideshow: Das letzte Sandkorn fällt“ bedient zwar ein gängiges textliches Bild melancholischer Musik (Clowns, deren Äußeres lediglich Fassade ist), schafft es jedoch unerklärlicherweise nicht klischeeüberladen zu klingen. Vermutlich liegt das am Geschick der Gasttexterin Veronika Carver, ihres Zeichens Fantasy-Autorin.

Die Texte sind ohnehin ein erwähnenswerter Punkt. CIRCUS OF FOOLS machen sich offensichtlich jede Menge Gedanken über die Welt, die sie umgibt und halten die Denkergebnisse lyrisch fest. Inhaltlich bewegt es sich von den Gefahren moderner Kommunikation (“Smile Baby, Chelsea Smile“, aber auch „Watch Me“) bis hin zur Weltpolitik („Caligula“) oder die Wertschätzung des Planeten Erde („Fallen Paradise“). Die meisten Texte sind dabei anspruchsvoll, nur wenige Ausnahmen klingen ein wenig holprig. Wer sich für die Botschaften interessiert, dem sei das Booklet wärmstens empfohlen, denn dort steht zu jedem Song ein kurzes Statement geschrieben.

Bis zum Schluss der Platte hielt ich im Übrigen “Fallen Paradise“ für das unanfechtbare Highlight. Die Tragik, die der Melodie innewohnt und der eingängige Refrain vereinen Tanzbarkeit und Härte in Perfektion. Doch mit der letzten Nummer “From Dusk Till Dawn“ setzen CIRCUS OF FOOLS noch einen drauf. Sowohl filmische als auch elektronische Elemente garnieren epischen Metal mit brisantem Text, der leider zur gegenwärtigen politischen Situation nur allzu gut passt.

„REX“ besticht durch Abwechslung!

Nicht alle Songs auf “REX“ zünden sofort oder bleiben direkt im Ohr, doch CIRCUS OF FOOLS kreieren einen eigenen abwechslungsreichen Stil, der harte Gitarren und melodische Keyboards mit einer herrlich wehklagenden Bratsche verschmelzen lässt und somit wohl Melodic-Death-Metaller wie Gothics ansprechen wird. Mit dieser Band werden wir in Zukunft rechnen dürfen.

15.09.2018

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