Coalest - Stiltwalkers

Review

Nanu, wer spielt denn da noch waschechten Nu-Metal? Was vor wenigen Jahren noch so angesagt war wie heutzutage Metalcore ist mittlerweile wieder völlig aus der Mode gekommen und von den einstigen Flaggschiffen der Bewegung hört man schon lange nichts mehr. Den Dresdner Jungspunden COALEST ist das alles recht schnuppe. Nach einer EP namens „Prototype“ gibt es nun den ersten Longplayer zu erwerben und geboten wird alles, was die Hüpfkolonnen von damals in Ekstase versetzte.

Bei ihrem Debüt „Stiltwalkers“ handelt es sich um eine Eigenproduktion, doch in Aufmachung und Sound kann sich manche professionelle Band noch eine Scheibe abschneiden. Die CD kommt im Jewel Case daher und enthält ein Booklet mit sämtlichen Lyrics und der Sound tropft fett und wuchtig aus den Boxen. Liegt vielleicht auch am Mastering von Alan Douches, der schon mit namhaften Kapellen wie HATEBREED, SICK OF IT ALL, den RAMONES oder SEPULTURA zusammenarbeitete. Der Start in das etwas mehr als halbstündige Vergnügen ist schon mal vielversprechend: Nach einem Intro enthält „Subsurface“ alles, was das Nu-Metal-Herz begehrt: tiefer gelegte Gitarren, angerappte Vocals, fette Grooves und einprägsame Riffs. Auch die etwas melodischere Variante „Die For Me“ mit den Nu-Metal-typischen Stakkato-Gitarren kommt recht gut rüber, wohingegen das metallischere „Reborn In Hell“ etwas abfällt. Im Wesentlichen machen die Jungs ihre Sache richtig gut, sie gehen mit der richtigen Portion Aggressivität und Brachialität an die Sache, ohne dabei aufs Gaspedal treten zu müssen, sie verzichten komplett auf cheesige Mitsingrefrains und bemühen sich stets, möglich variantenreich aufzutreten. Weitere Highlights sind das aggressive, mächtig groovende „Clear Cut“ sowie der Knaller „Edinayc“, der trotz eines tricky Riffs die Bude zum Kochen bringen dürfte. Geschmackssache ist hingegen das akustische „Dead Or Alive“ mit seiner melodramatischen Schlagseite.

Wenn’s gut läuft, bringen COALEST die Sache schnell und wuchtig auf den Punkt, bei dem einen oder anderen Track vermisst man allerdings auch eine nette Hookline oder sonst etwas, das einen zum Repeat-Button verführen könnte. Trotzdem ein recht gelungener Einstand. Fans der DEFTONES, RAGE AGAINST THE MACHINE und SOULFLY ohne deren Tribalsound sollten mal ein Ohr riskieren.

22.01.2010

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