Dagor Dagorath - Yetzer Ha'Ra

Review

Tolkien-Fans gibt es vermutlich auf dem gesamten Erdball, in allen Kulturen und Weltanschauungen, und so verwundert es nicht weiter, wenn sich eine Black-Metal-Band aus Israel DAGOR DAGORATH nennt. Das ist bei Tolkien die Bezeichnung für die Schlacht der Schlachten, die das Ende der Welt einläutet. Da geht es also ordentlich zur Sache, und dementsprechend stehen DAGOR DAGORATH musikalisch für Geklöppel der verschärften Sorte.

„Yetzer Ha’Ra“ ist der Titel des Debütalbums der Israelis (nach einem Demo und einer Split), und das bietet eine geballte Ladung Black Metal mit Death-Metal-Anleihen und reichlich Keyboards. Kein Wunder, zählt Keyboarder Getman Azach doch Shagrath und Mustis zu seinen Einflüssen. Wer jedoch jetzt an die neuesten, eher mauen Ergüsse von DIMMU BORGIR denkt, sieht sich getäuscht: Vergleichbar ist die Musik eher mit THY SERPENT oder alten DIMMU. Soll heißen: Die Songs sind trotz ihrer teils epischen Ausmaße einfacher strukturiert, und bieten nachvollziehbare Tastenkunst denn ausgefeilte Orchesterarrangements.

Und das gefällt durchaus, denn ohne synthetische Untermalung wären die Songs teilweise etwas unspektakulär geraten. So aber verleihen die jubilierenden und dramatisch wogenden Keyboards den Stücken erst den rechten Glanz und ergänzen perfekt die Gitarren. Hier sind vor allem der Opener „Hell In Heaven“, „Heaven In Hell“ und die beiden letzten Stücke „The Call“ und „Wind Cry“ zu nennen. Ein Track wie „Maze Of Madness“ hingegen kommt hingegen von der Gitarrenarbeit zunächst etwas chaotisch daher, würden nicht synthetische Einsprengsel schließlich für die nötigen Verschnaufpausen sorgen. Nicht nur hier ist die gelungene, teils vertrackte Schlagzeugarbeit erwähnenswert.

Wer sich also von Black Metal mit einem guten Schuss Keyboards angesprochen fühlt, bekommt mit „Yetzer Ha’Ra“ ein gutes Album geliefert, das einige großartige Momente hat. Wem das Treiben des Trios gefällt, sollte die Augen offen halten, denn schon Ende des Jahres werden DAGOR DAGORATH in die polnischen Hertz Studios gehen, um den Nachfolger einzuspielen.

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11.02.2010

- Dreaming in Red -

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1 Kommentar zu Dagor Dagorath - Yetzer Ha'Ra

  1. Bluttaufe sagt:

    Metal Bands aus Israel hört man auch nicht alle Tage. DAGOR DAGORATH klingen dabei mal nicht wie MELECHESH bzw. lassen so gut wie alle orientalischen Einflüsse außen vor. Was ich irgendwie schade finde. Stattdessen fühlt man sich an DIMMU BORGIR´s „EDT“ erinnert. Dem Schlagzeuger verschuldet, dass man etwas aggressiver klingt – ich dachte erst die Drums kommen aus der Konserve.
    So gewöhnlich die Mucke klingt, die Leads hauen einem zum Teil echt aus den Socken. Das Potential ist da – es wurde nur nicht genutzt.
    Selbiges gilt auch bei dem Nachfolger „Dissident“. Man klingt teils modern aber eben ohne jegliche Identität. Zudem klingt alles ganz nett aber eben ohne Biss oder Aggression. Die Produktion ist wirklich hervorragend wenn auch für diese Musik etwas zu glatt.

    6/10