Dalriada - Szelek

Review

In ihrer Heimat sind DALRIADA bereits eine Konstante des Folk Metal. Mit ihrem inzwischen vierten Longplayer „Szelek“ hoffen die Ungarn, auch über die Grenzen hinweg bekannt zu werden.

Das Potential ist zweifelsohne vorhanden. DALRIADA verflechten die ungarisch begründete Folklore recht gelungen mit druckvollem Heavy Metal. Auch lyrisch fassen sie Geschichten und altertümliche Legenden ihres Heimatlandes auf.
Durch den Ursprung der traditionellen Anteile, heben sie sich sowohl von den typisch skandinavischen Folk-Metal-Bands, wie auch von den keltisch- oder nordosteuropäisch-beeinflussten Formationen ab.

Sängerin Laura Binder hat ein Organ mit wiedererkennungswert. Sie singt kraftvoll in mittlerer Lage mit charakteristischem Stimmklang. Wechsel in höhere und tiefere Lagen sind ebenfalls kein Problem. Bei einigen aggressiveren Gesangsparts bekommt sie männliche Beihilfe. Cleane Gesangswechsel und gelegentliche Duette unterstützen den eindrucksvollen Vokalpart der Ungarn.
Technisch gibt es nichts zu mäkeln. Neben den Metal-Instrumenten spielen in den Songs auch Flöten, Violinen und Akkordeon ein Rolle. Allerdings werden diese zumeist dezent eingesetzt. Die folkloristische Atmosphäre wird zum Teil durch die Riffs und auch einfach nur durch den Gesang erzeugt.

„Szelek“ präsentiert sich abwechslungsreich. Es gibt Stücke, bei denen die Metal-Parts überragen, und Songs, bei denen die Folkanteile dominieren. Laut dem Promo-Flyer, ist das Album nicht ganz so heavy wie der Vorgänger „Kikelet“, aber die auf „Szelek“ geschaffene Symbiose aus Metal und Folk finde ich optimal arrangiert.
Auch von der Stimmung wird Vielfalt serviert. Melancholische Atmosphäre wechselt sich mit fröhlichen und stimmungsvollen Rhythmen ab. Vielschichtige Passagen treffen auf unterschwellig mystische Abschnitte. Besonders die Melodien, denen folkloristisch-ungarische Klänge zugrunde liegen, verstehen zu begeistern und prägen das Album.

Bei den Kompositionen wird durchweg ein deutlich überdurchschnittliches Level gehalten. Den Songs fehlt es weder an Langzeitwirkung noch an Vielfalt. Ausfälle gibt es nicht. DALRIADA machen in der Hinsicht einen absolut professionellen Job.
„Szelek“ empfehle ich deshalb allen Freunden des Folk Metal und ganz besonders denen, die ein Faible für osteuropäische Folklore haben. Unbedingt antesten!

04.02.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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