Deadlock - The Arrival

Review

Galerie mit 13 Bildern: Deadlock auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Die neuen Propheten? Etwas kryptisch gibt sich diese sich durch das Album ziehende Frage. Kündigen sie sich damit selbst an? Oder für welche Propheten ebnen sie den Weg? Aber wollen wir erst einmal mal schauen, was das Teil kann. „Neu“ scheint mir schon mal ein geeignetes Attribut, denn es fällt mir schwer, Deadlock in eine der allgemein beliebten Schubladen zu stopfen. Die Einflüsse scheinen zwar irgendwie bekannt, vermischen sich aber zu einem Stil, der sich gängiger Konformitäten entledigt. Die Drums erinnern teilweise mit ihrem schweren, tragenden Spiel an Amon Amarth, ohne jedoch die schiere Wucht obiger Band auf CD zu entwickeln. Dazu gesellen sich immer wieder erstklassige Schweden-Thrash-Riffs und eingängige Melodieläufe. Überhaupt stehen die Gitarren sehr stark im Vordergrund und dominieren viele Songs. Die Songstrukturen versperren sich gekonnt jeglichem gewöhnlichen Strophe-Refrain-Aufbau, was wohl auf die musikalische Umsetzung der Texte zurückzuführen ist, die eher an Prosas als an Reime erinnern. Kaum ein Stück das so unter die fünf Minutenmarke fällt; das epochale „Killing The Time With Haemoglobin“ erstreckt sich gar über ganze 11 Minuten! Sänger Johannes Prem schreit zu diesem musikalischen Hintergrund die Texte mit einer solchen Intensität ins Mikro, dass es schon beeindruckend ist. Oft lassen sich nur Fragmente dessen erkennen was er gerade vorträgt, oder in welcher Sprache. Variierend zwischen psychotischen Geschrei und Gegrunze – mal krank, mal wütend, dann zerbrechlich oder anklagend – wird die Stimmung des jeweiligen Songs hervorragend transportiert. Das ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, zumal, wie ich finde, der Gesang stellenweise zu leise abgemischt ist. Im vollkommenen Kontrast zu den dunklen und wütenden Klängen die Deadlock erschaffen, stehen die Lieder bzw. Liedstellen, die von Sabine Weniger mit ihrer engelhaften, unschuldigen Stimme gesungen werden. Sie wirken fast wie etwas Hoffnung, oder ein Licht am Ende des Tunnels, in einer ansonsten ausweglosen, brutalen (Klang-)welt. So ist es auch sie, die den Zuhörer mit den Worten „the new prophets have arrived“ in die Stille entlässt. Wer jene Propheten sind, die sich soeben den Weg in des Hörers Gehirn gebahnt haben, bleibt auch weiterhin offen. Ein starkes Album ist es allemal.

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04.12.2002

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7 Kommentare zu Deadlock - The Arrival

  1. Alarmist sagt:

    Also nach den zwei mp3s zu beurteilen, würde ich sagen, dass die Band richtig geil ist!

    9/10
  2. him sagt:

    Nach dem Genuss beider mp3s komme ich zu folgendem vorschnellen Urteil: Ich schwanke zwischen 6 und 7/10 Punkten. Während die Musik wirklich als wahrer Agressor im Schlüpfer ramentert, weiss der Gesang eigentlich nur zu langweilen. Völlig ausdruckslos brüllt der Kollege öde, langatmige Vokale über das Brett und bremst so die Kraft, die der Unterbau entfaltet, vollkommen aus. Variation neben dem auf Dauer mehr als leidigen wehleidigen Geschrei suche ich bei den Vokals bislang vergebens – aber die Wucht von Saiten und Drums macht zu viel Spaß, um die Band wegen dieses Makels komplett abzuschreiben. Um ein Anchecken der kompletten Platte werde ich nicht herum kommen…

    6/10
  3. stormlord sagt:

    Die Instrumente sind sehr genial eingesetzt und die Leute, welche diese bedienen wissen was sie machen, jedoch der Gesang ist nach den ersten beiden Songs total langweilig und führt schnell dazu die Stopptaste zu drücken.

    5/10
  4. LoKuM sagt:

    Also muß mich meinen Vorrednern anschließen…habe die zwei Mp3z gehört und muß sagen das der Sound recht fetzt! Wirklich gute Melodics. Das große Manko ist wirklich der Gesang der wirklich grauenvoll und monoton ist…!

    6/10
  5. kuba sagt:

    Klar, die Stimme ist ein bisschen stumpf, aber gerade das gefällt mir ausgezeichnet, bildet sie doch einen interessanten Kontrast zu der abwechslungsreichen Instrumentierung. Wie auch immer, die 2 Songs sind fett und machen Apettit auf mehr.

    8/10
  6. shilrak sagt:

    komisch, dass euch das mit dem gesang bei ner kleinen undergroundcombo so übel aufstösst. bei manch größerer band hört man solche unkenrufe dann wiederrum nicht… seltsam

    8/10
  7. sylverblack sagt:

    Deadlocks Debüt-Scheibe. Härter, wilder, experimenteller, aber dennoch gut. Der Hit ist hierbei Spring Is Awoken, sehr schöner Song, ansonsten gefallen mir zwar die Songs aber keiner kommt an den Standart des Nachfolgers heran. Außerdem merkt man schon, dass die Platte noch viel Hardcore-beieinflusster war als die neueren LPs. Im Großen und Ganzen zwar immernoch klasse (hier wird zwar auch eine düsterere Atmosphäre erzeugt, wie bei Earth Revolt, jedoch hat das hier mehr von einer Endzeitstimmung, was mir besonders gut gefällt und über die Längen in der Platte hinweghilft, allerdings auch die harmonischen Stellen der Musik Deadlocks drückt), jedoch finde ich The Arrival um einiges gewöhnungsbedürftiger als Earth Revolt und Wolves, also als Einstieg für diese Band nicht gerade zu empfehlen.

    7/10